Montag, Januar 29, 2007

W-inter-ludium

Schnee. Also, richtiger Schnee, der am Boden so eine weiße, nasse Schicht bildet, den man sich an den Kopp werfen kann wenn man ihn zu Bällen formt. Das Zeug halt. Der erste und vermutlich einzige aufgestapelte Schnee dieses Winters. Am Wochenende in Wuppertal. Ich weiss, dass in Süddeutschland voll das Chaos herrscht(e) mit dem Schnee, aber hier im Westen kamen ein paar feuchte Schneeregenflocken runter. Doch dann bin ich am Samstagmorgen, mit einem ordentlich Kater von einem sehr unterhaltsamen "Herrenabend" im Hirn, nach Wuppertal gefahren. Alles grün. Erst kurz vor Vohwinkel (das muss die Stadtgrenze sein) lag plötzlich Schnee rum. Und auf den Höhen, wo meine Freundin wohnt, dann tatsächlich ca 5cm. Lustig.
Ist aber alles schon rasch wieder weggetaut.
Am Samstag war ich auf einer 30-Geburtstags-Party von einer alten (hehehe) Bekannten von mir. Da ging es mir leider nicht so gut, ich bin irgendwie verschnupft und verhustet und schlecht war mir auch, so dass ich die Feier mit 3 Bier oder so bestreiten musste. War aber trotzdem unterhaltsam. Ausserdem hatte ich ja meine Freundin dabei, die hat mich krankes Elend dann nach hause gebracht und gepflegt... ;-)
Am Sonntag war dann, nach langer Zeit mal wieder, Fantasy-Rollenspiel angesagt. Alle, wirklich alle, waren verkatert. Daher hatten wir ein wenig Schwierigkeiten "reinzukommen". Naja, immerhin haben wir zuletzt am 10.12. oder so gespielt. Mit der Zeit ging es dann wieder und alles lustig, wie immer.
Nun startet die neue Woche. Es regnet. Das winterliche Zwischenspiel ist vorüber, und darüber bin ich nicht traurig.

Donnerstag, Januar 25, 2007

Mützenwetter

Brrrrr! Es ist kalt. Und es schneit so ganz kleine staubige Flocken, die auf der Straße liegen blieben und in Fahnen herumgeweht werden, wenn ein Bus drüber fährt. Weil der Boden so kalt und trocken ist.
Winterwetter.
Heisst eine gute halbe Stunde lang im Bad den Heizlüfter laufen lassen, oder beim Duschen mit den Pinguinen poguen. Heisst Handschuhe und warme Sachen und... Mützen!
Mein Gott, was hab ich heute auf der Fahrt hier her für Mützen gesehen. Grad so, als hätten heut alle zum ersten Mal erfahren, dass es im Winter kalt wird und schnell schnell auf dem Dachboden nach einer warmen Kopfbedeckung gesucht.
Gestreifte, karierte, mit Bommel, mit Ohrflappen. Aus flusiger Angorawolle, mit blöder Blume oder stylischem Aufdruck. Mit Schirm oder Schirmchen. Geklöppelt oder gehäkelt. Marke Topflappen oder hyper-hightech Kunstfaserverbundstoff mit 7 Funktionen. In rot und blau und gelb und braun und schwarz. Vor allem braun und schwarz, das ist so schön neutral, das kann man zu allem anziehen.
Und im Bus Heizung auf 180 und alle setzen ihre Mützen ab, und das ganze Panoptikum sieht grad so aus, als sei es ausm Bett gekrochen, so richtig mit Liebesnacht und allem weil total verstrubbelt.
Ich nehm mich da nicht aus. Aber morgen geh ich zum Frisör. Ein Monat ist rum, und das Gestrüpp da auf meinem Kopp ist nicht mehr zu bändigen, besonders nicht wenn ich eine schwitzige Mütze auf hatte. Weil ich hab die nämlich im Bus aufgelassen, 50% faul und 50% eitel. So ist das manchmal.
Winterwetter, halt.

Donnerstag, Januar 18, 2007

Kyrill

Ui. Ein Sturm zieht über Deutschland hinweg. Und das ist ausnahmsweise mal nicht der Anfang einer meiner politischen Monologe sondern rein metereologisch gemeint. Der Sturm ist ein Orkan und heisst Kyrill. Kyrill. Genau, was soll das sein? Also, ein kleiner Blick nach Wikipedia sagt mir, dass "Kyrill" aus dem griechischen kommt und "der herrliche" bedeutet. Na herrlich! Das passt. Ist aber auch herrlich, wie der Wind mit 11 Beaufort die Wogen von Regen gegen das Fenster meines Büros peitscht. Nur gut, dass ich eine unwegpustbare Kapuze an meiner Jacke hab, da bin ich für den Heimweg gut gerüstet. Wenn mich nicht umherfliegende Äste, Kühe oder andere Gegenstände plätten. Das soll bei Böen bis 140 km/h ja durchaus nicht unmöglich sein.
Der erste Kyrill (auch aus Wikipedia) der verzeichneten Geschichte war übrigens Kyrill von Jerusalem - der Vater der Orthodoxie und Kirchenlehrer der katholischen Kirche. Hm. Das setzt den ganze Sturm nun wieder in einen apokalyptischen Kontext... :-)

Und während der Wind pfeift und Baugerüste ganz ohne Aufwand endlich abgebaut werden, während Böen Omas und Dackel durch die Häuserschluchten fegen, während das Tiefdruckgebiet über Deutschland den dicken Max markiert, da streiten sie sich in Bayern über Stoiber (ob und wann und ob er vielleicht doch nicht abhaut), da reden alle über zwei durchgeknallte Jugendliche im Tessin, die völlig grundlos die Eltern eines Bekannten ermordet haben. Stürmische Zeiten. Im Irak ist immer noch Krieg, und Bush verliert mehr und mehr an Popularität. Das zwischenzeitlich abgeschaltete Öl aus Russland fliesst wieder. Murat Kurnaz berichtet Parlamentsausschüssen von seinen Erlebnissen in Guantanamo und wirft Licht auf die Beteiligung deutscher Soldaten an Misshandlungen. Und wat nicht alles sonst noch. Was der Wind sonst noch so an Schnipseln vorbeiweht, in Böen stürmisch halt.

Freu mich drauf nachher nach hause zu kommen, meine Freundin ist zu Besuch (lesen für die Uni kann sie schliesslich auch bei mir zuhause) und der Plan ist einen kuscheligen Abend zu verbringen während der Orkan an den Fenstern rüttelt. Kyrill. Der Herrliche. Na, wir werden sehen, ob er seinen Namen verdient hat.

Dienstag, Januar 09, 2007

genervt

Boah, es gibt so Tage da bin ich grässlich genervt, wenn ich vom Rad steige. So einer ist heute. Erstmal ist es viel zu warm (für die Jahreszeit) und regnet. Das sorgt dafür, dass ich mit meine privaten Mobilsauna durch die Stadt rollen darf, quasi ein Tropengewächshaus unter der Regenjacke. Äh. Und dann gab es heute auf jedem Abschnitt, der bergauf führt, starken Gegenwind. Das ist metereologisch gar nicht möglich! Vermutlich ist das nur über die schiere Bosheit der Welt zu erklären.
Dazu kommt eine gewisse grundlegende Genervtheit, die in letzter Zeit stärker zu werden scheint - dieses miese Kopfsteinpflaster, über das ist fahren muss, weil die anderen Strecken zu weit sind oder als Hochgeschwindigkeitsparcours für Autos dienen (ohne Radweg, versteht sich). Die immer gleichen Stellen, an denen mir die immer gleichen aufpolieren Limousinen die Vorfahrt nehmen. Die stets gleich bescheuerte Ampelphase mit Rotwelle in die ich gerate, weil ich eben nicht konstante 50 km/h fahren kann.
Ätzend.
Mehr und mehr regt sich der Wunsch in mir, wahllos Leute platt zu fahren. Mir einen riesigen, spritschluckenden SUV zu kaufen und damit laut hupend und mit Fernlicht, völlig zu schnell und mit heulendem Motor an Grundschulen und Altenheimen vorbei zu rasen.
Ich sags euch, die Wildsäue auf den Straßen von heute sind die genervten Radfahrer von gestern.

Montag, Januar 08, 2007

Umzüge

Hach, ich liebe Umzüge. Man sucht sich eine neue Wohnung, plant auf kleinen Schmierzetteln wo man welche Möbel hinstellt, dann rackert man sich stundenlang mit Farbrolle und Sackkarre ab um alles an Ort und Stelle in einer frisch nach Farbe duftenden Wohnung unterzubringen. Dann Bier und Zigaretten am neuen Küchenfenster, eh man den Pizzataxi ruft und zum ersten Mal merkt, dass man seine neue Adresse noch gar nicht auswendig sagen kann...
Herrlich.
Nein, ich ziehe nicht um. Ich bin nur von blogger(alt) nach blogger(neu) migriert und habe einen Google-Account dafür eröffnet. Ging ungefähr so leicht wie Nase-popeln. Und nun schreib ich das hier schon unter dem neuen Blogger, mit der Hoffnung nun endlich wieder Kommentare von meiner Blog-Nachbarin (die hier) bekommen zu können und wieder offiziell in ihrem Blog commenten zu können.
Trotzdem stehen auch real-life(TM) Umzüge an. Meine Freundin sucht eine neue Wohnung, weil sie aus ihrer WG ausziehen will. Und da ich ihr bestimmt viel helfen werde, kann ich in Vorfreude auf die oben erwähnte Umzugswonnen schwelgen was das Zeug hält.
Am Wochenende hab ich mal wieder die wenige Zeit die wir haben (scheiss Fernbeziehungen, manno!) mit meiner Süßen verbracht. Wir waren gemeinsam auf einer Party von polnischen Freunden von ihr/bzw ihres Mitbewohners. Meine Güte. Eigentlich wollten wir nicht so lange bleiben, aber dann floss der Alk in Strömen und es wurde gezaubert dass es Funken schlug. Lustig.
Gestern abend waren wir dann mal wieder im Kino. Der Film hiess "Prestige", was bilingualblahblahgirl sicher sehr interessieren wird - schliesslich ist sie ja ein bekennender Christian Bale Fan. Und der Film war gut. Mysteriös. Spannend. Menschliche Abgründe ohne Ende. Was ich besonders gut bzw bemerkenswert finde (ohne zu spoilen): der Film belügt bzw täuscht den Zuschauer in großen Teilen des Plots, und klärt die Lügen/Täuschungen auch nicht auf. Aber der Zuschauer wird sehr ordentlich darauf hingewiesen, dass nichts so ist wie es scheint, denn schliesslich geht es um Magier und Illusionen in dem Film. Und wenn man dann den kurvenreichen, winkeligen Plot so langsam zu durchschauen meint, dann offenbart sich die Schönheit und Eleganz des Konzepts. Ein tolles Drehbuch, muss ich sagen. Und beeindruckend geschauspielt, wie ich fand.
So, nun aber rein in die Arbeitswoche. Bin eh etwas spät dran heute... ;-)

Mittwoch, Januar 03, 2007

hinein ins neue Jahr

Kann man kaum noch hören oder, dieses "Frohes Neues!" Geplärre, dass einem derzeit als allgegenwärtig anwesende Begrüßungsformel um die Ohren gehauen wird!? Ich bin ja nun wirklich aussergewöhnlich gut drauf in der letzten Zeit, aber das nervt mich schon wieder. Und es ist erst der 3.1.

Also, hätten wir den Rutsch gemeistert. Ich hab Silvester auf einer Grillparty in der WG meiner Freundin und ihres besten Freundes verbracht. Wir haben leckere Burger (richtige Burger, keine Frikadellen. Rezept: Rindfleisch, eine Prise Salz) gebrutzelt, ganz viel getrunken, getanzt, ein Paket Feuerwerk in einem Vorgarten gefunden und genauso wie ca. 150 Wunderkerzen abgebrannt. Und nach einem Anflug von Melancholie-Suff-Mix haben meine Freundin und ich dann auch den Rest der Nacht mit Kuscheln und optimistisch in die Zukunft blicken verbracht. Schön. Hatte einen ziemlichen Kater am 1. Januar und, igittigitt, den allerallerersten Rollmops meines Lebens gegessen. So ein glibberiges, fischiges Ding mit eine halben Salzgurke innen drin. Hätte fast noch mal die Burger vom Vorabend zu Ansicht gebracht aber dann hat die Heilwirkung des Mopses (warum um alles in der Welt heissen die so?) eingesetzt und ich war kuriert. Trotzdem haben wir den ganzen 1. Januar mit herumlungern und auf dem Bett rumliegen und so verbracht. Und eh man es sich versieht geht die Sonne wieder unter und man wird total müde... ich liebe diese Tage, an denen man sich absolut sicher sein kann, dass es nichts zu tun gibt und niemand etwas von einem will...

Eine Sache gibt es, die seit meinem letzten Post erwähnenswert ist. Man hat Saddam Hussein hingerichtet. Ähm, wen? Ach ja, diesen struppigen Ex-Diktator. Und Schorsch Bush hat gemeint, dass sei einen Riesenschritt für die Demokratie im Irak. Ja, na klar. Sicher. Und es wurde (angeblich heimlich) gefilmt und man hat uns dass hier zum Frühstück im TV serviert. Yum! Baumelnder Diktator gefällig? Ich war jedenfalls angewidert. Viele Politiker aus Europa haben gemeint (und ich steh auf deren Seite) dass man die Todesstrafe generell abzulehnen hat. Ausserdem ist es schade, dass nun ein ganzer Batzen weiterer Verbrechen (z.B. Kriegsverbrechen an den Kurden) nicht mehr zur Verhandlung gebracht werden können, alldieweil der Angeklagte schon ein zu enges Halsband bekommen hat. Trotzdem will ich den Menschen nicht absprechen, dass sie ihre Rachegelüste stillen - die nach Jahrzehnten von Unterdrückung und Gewalt sicher an einem Symbol wie dem gestürzten Dikator ausgelebt werden wollen. Wer sind wir, dass wir uns hineinversetzen wollen in dieses Gefühl? Unser erhobener moralischer Zeigefinger ist da fehl am Platze, finde ich. Trotzdem ist es widerlich, dass wir uns daran im Fernsehen ergötzen sollen oder dass man uns diese Hinrichtung als Sieg der Freiheit verkaufen will. Im Irak sterben täglich dutzende Menschen. Zigtausende schon seit dem Beginn des Konflikts. Es gibt da so viel Leid. Vielleicht ist deswegen die Aufregung um diese Sache mit der Hinrichtung auch relativ verhalten gewesen-- es ist ein weiterer in einer unendlich lang scheinenden Reihe von Toten.

Ich wünsch allen (ja, am besten der ganzen Welt) und mir und den Menschen die ich lieb hab ein glückliches 2007, möge es weniger Dikatoren zu hängen geben und mehr optimistische und hoffnungsvolle Blicke gen Zukunft...

Mittwoch, Dezember 27, 2006

xmas roundup

Hohoho...
also, ich muss mal sagen, das waren schöne Weihnachten für mich. Ich hatte das Glück die Feiertage mit den Menschen zu verbringen, die ich am meisten lieb habe.
So hab ich (und natürlich fällt mir das zuerst ein) quasi jeden Tag mit meiner (neuen) Freundin verbracht. Also, wir sind ja noch nicht so lange zusammen, aber... seufz... meine Güte hat es mich erwischt. Wunderschön war es.
Naja, und neben dem ganzen Gekuschel und Geschmachte (hihi) hab ich am Heiligabend nach mehr Spaß gehabt. Ich feier ja schon seit einigen Jahren den 24. nicht mehr mit meiner Familie sondern mit meinen Freunden. Erst haben wir, was spontan und nicht geplant war, und ich war auch nur als Helferlein dabei, Plätzchen gebacken und dabei Glühwein geschlürft. Ulkig wars. Mann hab ich eine Menge Unfug angestellt. Abends bin ich dann, zum Warten auf das Christkind quasi, traditionell zu meinem Kumpel H- gefahren, wo wir uns Wodka und Playstation-Spiele reingezogen haben. Wir haben uns epische Schlachten auf dem Eishockeyfeld geliefert (NHL2004) und auch den einen oder anderen Slamdunk (NBA2007) aufs Parkett gelegt. Klar das bessere Spiel war das rasante, arcade-mässige und coole Eishockeyspiel. Lustig. Naja, noch später am Abend kamen dann mehr und mehr Leute hinzu, es wurde sich auf das PS2 Musikquiz "BUZZ!" verlegt und noch mehr getrunken - wie immer eine richtige Party draus geworden.
Ersten Feiertag mit meiner Familie viiiiiiiel Essen verspeist und rumgehangen. Putenbraten mit Rotkohl und Klößen, klassisch und lecker, dazu ein Barrique-gereifter Dornfelder. Jum! Mein kleiner Neffe (knapp 2 Jahre) ist so goldig, er war total aufgeregt wegen der viele Geschenke und so. Ein echter Schatz, der Kleine. Ich glaub ich bin der begeistertste Onkel der Welt.
Und gestern, 26., hab ich mit meiner Freundin zusammen erst meine Eltern besucht und dann ihre. Dafür, dass wir noch gar nicht so lang zusammen sind war das alles super relaxed und nett und so und man fühlte sich gleich aufgenommen in die Familie. Wahnsinn, wie richtig sich das alles anfühlt. Ich glaub ich bin echt verliebt.
Am abend waren wir dann im Kino, was ich schon länger nicht mehr gemacht hab. Nach kurzem Schock (meine Fresse, 13€ für die Karten und 10€ für 2x Bier und 1x Popcorn????) haben wir einen echt interessanten Film gesehen. Babel. Zusammenfassung folgt vielleicht in einem späteren Post. Nur so viel - einer der besten Filme den ich 2006 gesehen hab, vielschichtig, schockierend, wunderschön gefilmt, ausdrucksstark. Ganz hochklassiges Kino, wie ich fand.

Naja, nun sitz ich im Institut und versuch für zwei, drei Tage den Arbeitstrott zu finden, bevor es in die Neujahrsfeierlichkeiten geht. Dieses Jahr blicke ich sooooooo positiv in die Zukunft. Meine Güte. Fühlt sich das alles im Moment flauschig und schön an... ;-)

Donnerstag, Dezember 21, 2006

ein paar ziemlich lahme Witze

Hab gestern (oder wars vorgestern) eine Doku im Fernsehen über Witze gesehen. Klingt komisch, ist aber so. Es ging um irgendwelche Psychologen, die mittels einer Website auf der ganzen Welt eine Art Monsterumfrage machten, welche Witze wo gut ankommen und so. Jedenfalls wurde in dem Film ne Menge ulkiges Zeug erzählt. Hier ein paar Stichproben:

Gehen zwei Typen durch den Dschungel (glaub ich) und plötzlich steht ein Tiger vor ihnen. Oh Gott, oh Gott... wir haben keine Waffen. Was tun wir? Da sagt der eine: ich hab ne Idee. Nimmt einen Stein, schmeisst den dem Tiger auf die Nase und brüllt: "LAUUUF WEG!"
Sagt der andere: wieso, ICH hab den Stein doch nicht geworfen!

Haha.

Oder der hier: kommt ein alter Mann zum Arzt und klagt über Ohrenschmerzen. Der Arzt schaut und sagt: oh, ich hab ein... ja... ein Zäpfchen in ihrem Ohr gefunden. Sagt der Opa: aha, dann weiss ich nun auch endlich wo mein Hörgerät ist.

Hehe.

Und zuletzt, der offiziell beste Witz der Welt (quasi der Konsens-Witz): zwei Jäger im Wald. Der eine greift sich an den Hals und bricht zusammen. Der andere, Panik, ruft per Handy bei der Notrufzentrale an. Mein Freund ist tot, mein Freund ist tot. Die Frau in der Zentrale: beruhigen sie sich erstmal, stellen sie erstmal sicher ob er wirklich tot ist. Ok, sagt der Jäger. Legt das Telefon weg. Man hört einen Schuß. Dann, wieder am Telefon: ok, er ist sicher tot. Was nun?

Hihi.

Jaja, wie man sieht bin ich ein großer Witzefan. Bei der Gelegenheit noch gleich mein Lieblingswitz:
Essen zwei Kannibalen einen Clown. Sagt der eine: hey, der schmeckt aber komisch...

DAS ist ein Witz! SO wedelt man mit einem Handtuch!!!

Sonntag, Dezember 17, 2006

New Model Army, 16.12.06, Palladium, Köln

Es ist schwer die Gefühle von "zuhause" zu beschreiben, die ich bekomme wenn diese Band auf der Bühne steht und ich in die Menge vor der Bühne eintauchen kann. Viele Menschen. Gute Menschen. Freunde. Sicher, ich würde wenige von denen meiner Schwester vorstellen. Aber allen mein Leben anvertrauen, einfach so. Weiss auch nicht, da ist irgendwas mit diesen Leuten, die sich vorne vor der Bühne drängeln, wenn Justin in die Saiten greift... die Leute die gerne trinken, die die Welt verändern wollen ohne sie zu zerstören, die Leben wollen. Und dann diese Musik. Ich weiss, ich weiss - ich schreibe hier wie ein total fanatischer Fan. Aber ein Konzert dieser Band ist mehr als nur Band + Publikum. Es ist Band + Publikum + "etwas". What a wonderful way to go. Und dieses "etwas" ist halt schwer zu beschreiben. Dieser Blick in den Augen. Dieses Lächeln, während die Schweißtropfen die Nase herunterrinnen. Diese Arme auf den Schultern und in der Luft. Ich weiss es nicht, ich kann es nicht beschreiben. Aber ich fühle es, wenn ich da bin.
Also. Mal wieder eines diese Weihnachtskonzerte. Ich mag nicht lügen, aber es könnte durchaus sein, dass es das 6. oder so im Palladium für mich ist. Die Location ist gut. Die Band fühlt sich da anscheinend wohl. Und die Menge. Die Menge ist immer spitzenklasse. Liegt vielleicht daran, dass das Weihnachtskonzert meist das einzige Konzerte in Westdeutschland und Umgebung ist. Da kommen halt die Fans zusammen zum Familientreffen. Siehe oben. Justin und sein Band kamen von einer längeren USA Reise (gehört wohl alles noch zur 2005 gestarteten Carnival-Tour... mein Gott!) und waren relaxed. Der neue Gitarist ist, das hab ich 2005 ja auch schon gesagt, echt klasse - er bringt "moderne" metal-lige Riffs mit rein. Und, vielleicht durch ihn, die Band bewegt sich auch hin zu einem etwas rauherem Sound. Ich bin sehr gespannt auf das neue Album, das Justin für 2007 versprochen hat. Wenn sie diesen Weg weitergehen (intensive Texte und härter werdender Indie-Rock-Sound) dann muss es eine heisse Scheibe werden.
Naja, nun bin ich wieder zuhause. Die Unmengen an Schweiß vom Moshen, und es war ein langes set von ~2h, sind abgeduscht. Ein kühles Bier ist aufgemacht. Hiermit ist wieder einmal die Stimmung für 2007 auf total positiv und angemessen rebellisch eingestellt, dank dieser Wellen an Charisma, die da mal wieder von der Bühne geschwappt sind - straight on to the days ahead!

Oh, ah, eine Vorband gab es auch. Sogar zwei, aber die eine hab ich verpasst. Gesehen hab ich "Animal Alpha", eine Band aus Norwegen. Die waren recht hart, quasi Freßbrett aufm Programm. Aber die hatten eine Sängerin und ich hab ja immer ein Problem mit weiblichen Stimmen und sehr harter Musik, die combo will mir einfach nicht gefallen. Daher hat mir die Vorband auch nicht gefallen, obwohl die ziemlich soliden Schrammel-Metal-Rock gemacht haben. Naja, so hatte ich wenigstens Zeit Bier konsumieren und mir die Gesichter dieser angenehmen Leute im Publikum anzuschauen. Und den üblichen Wettbewerb: "wer hat das älteste NMA-Shirt an", quasi old-school-credibility-contest. Ich hab mich mit meinem Longsleeve vom "eight" Album mal als newbie getarnt. So konnte ich auch problemlos mit den halbnackten Chaoten vor der Bühne poguen und musste nicht, wie die anderen uralt-Fans, mit einer authentischen 80ies-Lederjacke begleitet in der ruhigeren Mitte kurz vorm Mischpult den anspruchsvollen Genießer geben... :-)
(Wobei ja uralt Fan wieder so eine Sache ist... seit 1994 hör ich intensiv NMA, das sind immerhin 12 Jahre. Aber so mancher da heute... also... 1994 haben die sich vermutlich teilweise schon als uralt-Fan gefühlt...)
Hm, interessant war auch, dass der WDR Rockpalast das Konzert aufgezeichnet hat. Justin meinte "welcome 'vee-dee-arr' Youtube"... hehe... also gestört haben die Kameras jedenfalls nicht, haben sich dezent zurückgehalten die Jungs und Mädels. Keine blöde Steady-cam im Gesicht vom Sänger oder so. Hat man gar nicht richtig mitbekommen, dass es da einen etwas breiteren Abstand zwischen Menge und Bühne gab als sonst. Und viel, viel mehr Technik in der Mischpult-Insel. Meine Fresse, Fernsehen machen scheint nicht unkompliziert zu sein. Jedenfalls wird das wohl am 5.2.07 ausgestrahlt. Drauf achten, vielleicht sieht man mich ja, wie ich vollkommen nassgeschwitzt eingeklemmt zwischen anderen Fanatikern wild die Texte mitgröle... ;-)

Dienstag, Dezember 12, 2006

Wochenstart

gerade eben hab ich ein paar Formulare an die Publisher von dem Journal geschickt, in dem mein Paper erscheinen soll. Ich hab ein wenig dazu gebraucht, weil man sich entschiden sollte, ob man seine farbigen Abbildungen auch in der gedruckten Ausgabe (oder nur online) in bunt sehen möchte. Print-Farbseiten kosten mehrere hundert Pfund pro Stück. Und ich hätte zwei gehabt. Niemand hier im Institut konnte sich so recht entscheiden, ob wie so viel Kohle ausgeben wollen. Ich glaube, die wollten nicht fies sein und bei meiner allerersten Publikation sagen, es gäbe kein Geld! Das ist eigentlich ganz nett. Entsprechend erleichtert waren alle, als ich mich heute entschieden habe, dass es in der Printausgabe keine Farbe geben wird. Publikationskosten: 0€! Ist ja nicht so, als hätte die Arbeit nicht schon unendlich Knete gekostet - man bedenke nur Verbrauchsmittel und Antikörper und Chemkalien usw.
Naja, bin mal gespannt wie nun alles weitergeht. Ist alles superaufregend, so ein paper zu veröffentlichen. Und ziemlich stolz bin ich auch, immerhin hab ich das ganz allein gemacht und alles. Klar, die Coautoren haben am Text mitgefeilt und so, wodurch er viel besser wurde. Aber ausgedacht und gemacht hab ich alles allein. Und immer auch irgendwie, zumindest gefühlterweise, gegen das mangelnde Interesse angekämpft. Auch wenn die Autorenliste nicht so aussieht - ich empfinde das Paper so ein wenig als Einzelkämpferarbeit.
Ist ein Meilenstein für mich, das steht auf jeden Fall fest. Zumindest der Promotion nächstes Jahr sollte nun nichts mehr im Wege stehen.

Ich hatte diesmal einige Schwierigkeiten in die Woche zu kommen. Weil es so ein wunderbares Wochenende war. Hab die Hälfte mit der Frau verbracht, die gerade kürzlich in mein Leben gepurzelt ist. Oder ich in ihrs. Das ist aufregend, weil ausser dem Gefühl, dass sehr viel Zuneigung vorhanden ist (gegenseitig) ist noch gar nix klar und einfach ist es auch nicht. Aber ich bin total posititv. Irgendwie wird sich schon alles klären und ergeben, und den Weg dahin geniess ich schon mal in vollen Zügen. Vielleicht schreib ich irgendwann später mal klartextiger darüber, im Moment ist das noch alles zu frisch.
Den Sonntag hab ich dann mit meinen Freunden mit Fantasy-Rollenspiel verbracht, was mal wieder ein haarsträubender Spaß war. Klassische "Abenteurer-krauchen-heimlich-in-feindliche-Festung" Situation, mit der super-duper heldenhaften Befreiung einer Geisel. Action pur. Spannung. Fun.

Kein Wunder also, dass mich der dröge Alltag hier in Ac nicht so vom Hocker haut. Dafür, oder vielleicht deswegen, war ich gestern >3h in der Kletterhalle und hab mir die Finger lang gezogen, so dass ich noch jetzt beim Tippen leichte Qualen erleide. Mehr Sport, das macht den Kopf zusätzlich frei, so muss die Devise lauten.

Noch 12d bis Weihnachten. Ich sollte beginnen intensiver über Geschenke nachzudenken. Aber mir fällt das immer so schwer...

Donnerstag, Dezember 07, 2006

We are pleased to confirm...

...that your paper has been accepted for publication in the European Journal of Neuroscience and will now be forwarded to Blackwell Publishing for publication.

YEEEEEEEEEEEEEEE-
HAAAAAAAAAAAAA!

Mittwoch, Dezember 06, 2006

geht nicht in die Wissenschaft...

...lasst euch diesen guten Rat geben. Oder macht zumindest irgendwas Erfolgreiches. Sorgt wenn es nur irgendwie geht dafür, dass ihr nicht den ganzen Tag vor einem blöden Meßsetup herumsitzt und nichts funktioniert. Dass ihr mit aller Macht anschwimmen müsst nur um eure Position, den Status Quo zu halten. Versucht ein Gebiet zu finden, auf dem ihr nicht mit biologischen Material arbeiten müsst, dass euch ständig durch total erratisches Verhalten einen Strich durch die Rechnung macht. Zellkulturen und Elektrophysiologie solltet ihr tunlichst vermeiden. Das ist eine ganz, ganz üble Kombination. Glaubt mir. Ich weiss wovon ich rede.

So, dass musste heute mal gesagt werden.

Gedicht der Woche (III)

PARTYGEDICHT

ich stehe relativ nutzlos
und betrunken herum
werfe einen blick
über den wuscheligen kopf
meines grundschulkumpels hinweg
den ich seit 23 jahren kenne
in die küche
wo sie alle stehen
und saufen und reden
exzessiv und laut
während sie sich gut fühlen
vielleicht nicht so gut wie ich
aber das wär auch zuviel verlangt.
ich nehm einen schluck vom tequila
dabei ist mir heute gar nicht nach
liebeskummer
ich küsse ihre lippen und
kneife ihre brüste und
sie haucht etwas in mein ohr
was auch immer
für mich klingt alles nach
ich liebe dich
zumindest heute
ganz sicher heute.
die sonne scheint schon wieder
kämpft mit dem regen
der ans fenster prasselt
meine kumpels sind weg
wie das bier
und die leute die ich gar nicht kannte
ein wenig schnaps ist noch da
und das mädchen
in meinem bett
in meinem herz
und sie bleibt auch noch länger.

Dienstag, Dezember 05, 2006

Partywochenende

Uffz, was für eine Zeit. Am Wochenende war ich auf zwei Parties. Eine davon war meine, denn ich habe mit ein paar Personen die ich gern hab (und einer, die ich sehr gern hab) meinen Geburtstag gefeiert. Uiuiui, es war richtig voll und total lustige und schöne Geschenke hab ich bekommen. Z.B. haben meine verrückten Kollegen mir, unter anderem, einen Bier-Adventskalender geschenkt. Und ich hab einige Bücher bekommen, bes. "der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón hab ich schon angefangen, scheint wirklich aussergewöhnlich gut zu sein. Rezension folgt. Meine Kumpels haben bis tief in den Morgen hinein gezaubert und gefeiert, es war ganz schön wild. Aber alles ist gut gegangen und nach einem sehr, sehr entspannten Sonntag mit sporadischen, über Tag verteilten Aufräumaktiönchen war alles wieder hergerichtet. Ich mach ja nicht oft Parties, aber wenn, dann macht es mir immer einen Riesenspaß. Ich glaub das liegt daran, dass ich so ein Glück hab so viele lockere, nette, leicht verrückte Freunde zu haben... mit denen kann man einfach feiern.
Nun ist mittlerweile schon wieder Dienstag. Ich bin im Geiste immer noch auf der Party, hab nicht so richtig viel Lust zu arbeiten. Ausserdem ist es fies draussen - feucht und warm, ein Wetter wie eine Achselhöhle... :-) Irgendwie scheint an der Story mit der Klimaerwärmung schon was dran zu sein, so ein komisches Wetter hab ich selten gehabt. Klar, war öfter mal in der Zeit um meinen Geburtstag sonnig und so, aber 14°C morgens früh, an einem 5. Dezember...? Näh, da kann was nicht stimmen. Lasst mal lieber eure Spritschluckenden SUVs in der Garage, sonst muss ich demnächst zu meinem Geburtstag eine Grillparty gegenüber im Park machen, in kurzer Hose und Hawaihemd... wobei... ich könnte mir schlimmeres vorstellen! Also Leute, gebt Gas, fahrt nurnoch im ersten Gang, schaltet Fernlicht ein. Ich bestell schon mal die Schnitzel.

Freitag, Dezember 01, 2006

Die "große-Zeit"-Theorie

Jeder Mensch hat seine "große Zeit". In der er sich fühlt, wie er sich halt vorstellt, dass man sich fühlen soll. Jeden Morgen in den Spiegel grinst und mit Pep (oder mit Kater) da raus geht um zu tun oder zu lassen, was halt grad ansteht. An die "große Zeit" erinnert man sich gern. Man definiert sich über seine "große Zeit". Lange nachdem sie vorüber ist, erzählt man davon, oder bastelt eine Lebensphilosophie aus Erlebnissen oder Einstellungen dieser Zeit. Man leitet innere Handlungsanweisungen aus Erfahrungen von damals ab. Die "große Zeit" hilft einem zu sein, was man ist. Sie prägt einen, tiefer als alles andere vorher oder nachher. Und sie steht einem im Weg, ein erträglicher Mensch zu sein, oder glücklich zu werden. Weil man immer in der gottverdammten Vergangenheit herumstochert und glaubt, man sei noch der, der man war. Dabei hat man lichterloh gebrannt, hell gebrannt. Und bekanntlich bleibt von sowas nur Asche zurück. Statt dies einzusehen redet man sich ein, man habe noch den Pep, die Lockerheit, die Coolness der "großen Zeit", auch wenn diese schon längst, längst, längst Geschichte ist. Wird einfach ignoriert. Dabei ist das nichts als Selbstbetrug. Man hatte seine "große Zeit", sie geht vorbei, und der Rest des Leben tuckert nur noch vor sich hin, leise absterbend wie ein Motor wenn man den Benzinhahn langsam zudreht. Und dann der Tod.

Ein Kollege von mir erzählt oft davon, wie er damals durch Ostasien gereist ist, mit dem Rucksack, on a shoestring. Seine große Zeit.

Ein Mädchen, dass ich sehr gern habe, realisiert gerade eben, dass sie ihr Leben nach einer langen Zeit der "Beziehung" mit einem Mann neu ordnen muss. Sie sagt: die Liebe ihres Lebens. Ich sag: ihre große Zeit.

Manche erzählen viel von Parties aus der Schulzeit oder dem Studium. Das ist ganz bestimmt eine große Zeit, das dürfte klar sein.

Einige Leute die ich kenne, reden immer und immer wieder über ihren Dienst in der Bundeswehr. Stumpfsinn und Alkohol und im Wald rumrennen. Eine große Zeit.

Mein Chef ist im Geiste immer noch gern in den USA, wo er mal gelebt hat. Seine große Zeit.

Und ich? Ich denk immerzu an diese Zeit als ich Zivildienst gemacht hab, wo ich den ganzen Tag im Krankenhaus geschuftet hab. Irgendwie sinnvoll und irgendwie hirnlos, aber total jung. Jeden Woche in eine andere verliebt, enttäuscht, völlig egal. Wie das Leben an sich. Meine große Zeit halt.

Mittwoch, November 29, 2006

Technikfrickeltag

Gestern war voll der Technikfrickeltag für mich. Zuerst fing es damit an, dass ich meine autodidaktische Reise in die Welt des voltage-clamping weitergeführt hab. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass meine Signale sauig aussehen. Das liegt vor allem an der mangelhaft eingestellen Kompensation der kapazitiven Ströme. Dies ist bei dem Messverfahren, dass ich verwende (single-electrode voltage clamp... ich benutze einen SEC-05LX von der saucoolen Firma NPI aus Tamm, Germany; falls es jemanden interessiert) ziemlich wichtig, um ordentlich messen zu können. Naja, an und für sich ist das Kalibrieren dieser Kompensationsschaltungen recht simpel, man muss dafür Signalausgänge an der Rückseite des Geräts anzapfen und an einem Regler spielen, bis man zufrieden ist (hehe, das ist ja immer so im Leben). Das hab ich nun gemacht. Jetzt kann ich sinnvoll und erfolgreich die Kapazität von Elektrode und auch der abgeleiteten Nervenzelle zumindest größtenteils kompensieren. Hey, ho, hey.

Abends hatte ich dann noch mehr Lust zu frickeln und hab mir meinen uralten Lappi vorgenommen. Der ist ein Celereon 550MHz mit 256MB RAM und einer mördermässigen 4GB Festplatte. Ein low-end System. Alles kein Problem, ich will da eh Linux mit benutzen. Die Vorgeschichte ist nun so- das blöde CD-ROM Laufwerk ist kaputt und von anderen Wechselmedien (ausser noch Diskette) kann das scharfe Teil nicht booten. Ausserdem ist ein Laptop, was ja alles schwieriger macht. Ich hatte mal Debian Sarge da drauf, aber das hab ich nicht hinbekommen in einen nutzbaren Zustand, weil ich noch dual boot mit WIN98 hatte und auf der Festplatte zu wenig Platz war. Dann wurde ich radikal und hab die komplette Festplatte formatiert und dann, mit ein paar Bootdisketten-Klimmzügen, das Knoppix-Filtrat DamnSmallLinux (DSL) da drauf gemacht. Das funktioniert, wenn auch manchmal ein wenig "merkwürdig", aber doch flott und ordentlich. Schliesslich nutzt es den 2.4.26 Kernel... und der ist stabil-o-mat. Eine wirklich sehr nutzbare Distro für hühnerbrüstige Rechner wie meinen. Aber man ist ja nie zufrieden. DSL ist eigentlich als LiveSystem gedacht und soll im Speicher laufen. Wenn man es auf HD installiert, verhält es sich nicht ganz so, wie man das von "echten" Debians kennt. So schreibt das System beim Booten immer eine neue fstab und ausserdem vergibt es immer den hostnamen "box". Mein Lappi soll aber nicht box heissen.
Also machte ich mich gestern abend, nach langen Wochen des nichtstuns, wieder an das Projekt Lappi. Meine Wunsch-Distro wäre natürlich Xubuntu, aber wie gesagt, das CD-ROM ist tot und alle kniffe von wegen Image auf Festplatte und dann über GRUB-Eintrag den Installationskernel booten und so, darauf hab ich keine Lust.
Erstmal hab ich den hostnamen des Rechners dauerhaft geändert - dazu gibt es schon einen DSL-Wiki Eintrag: hier, und das ist auch ganz einfach. Mein Lappi heisst nun wintermute.
Zweitens hab ich meine Datenpartition (hda5) dauerhaft beim boot mounten lassen - dazu schreibt man sich ne fstab, ganz normal, und übergibt beim booten den cheatcode "nofstab". Dachte ich. Klappt aber nicht. Man schreibe noch in das bootlocal.sh skript (hab vergessen wo das liegt) den Befehl mount /dev/hda5 (in meinem Fall) und dann passt das schon. Leider - bei DSL gibt es so einen coolen Info-Overlay auf dem Desktop, der den Platz auf den eingehängten Dateisystemen anzeigt - da taucht hda5 noch nicht auf. Daran arbeite ich wohl noch weiter...
Drittens suche ich immer noch eine Möglichkeit, einfache Präsentationen mit wintermute zu machen. Also hab ich DSL beigebracht APT und Synaptic zu nutzen. Dabei fiel mir auf, dass irgendwie nüscht ging... das liegt daran, dass DSL (zumindest in der Version, die ich hab) irgendwelche uralt Paketrepositorien (nicht mit Suppositorien zu verwechseln!) benutzt. Kurzum, ich wollte mein DSL-HD-Installation in ein normales Debian Woody verwandeln. Und zwar so, wie der Kollege hier. Leider (natürlich! Murphy, du Arsch!) hatte ich noch deutlich mehr Probleme, als der Herr in seinem Blog beschreibt. Ich hatte gleich einige Pakete (Fileutils, Textutils, pcmcia-cs und noch irgendwas) die Probleme gemacht haben. Naja, nach einer ganzen Orgie von "dpkg -i --force-overwrite --force-depends (...)" war es fertig. Leider merkt man dann, dass DSL halt wirklich damn-small ist... eine unglaublich Anzahl von Abhängigkeiten sind einfach nicht erfüllt. Eine Installationsorgie vor dem Herrn steht an. Und apt-get (respektive aptitude) scheinen Pakete nicht zu installieren, wenn mehrstufige Abhängigkeiten bestehen. Wenn ich zum Beispiel Paket A installieren will (apt-get install A), das aber von B abhängt, dann sollte apt Paket B direkt mitinstallieren. Bei mir brach es aber recht oft mit Fehlermeldung ab. Meine Vermutung: vielleicht hängt B noch von C (D,E,F,G??) ab, und dass wird ihm dann zuviel? Ich hatte so Probleme bei der Installation des Tetex/Latex Systems. Da hab ich dann einfach ein paar der C/D/E... Pakete manuell installiert, da ging es dann.
Ach, herrlich, so machen Computer jedenfalls Spass. Learning by doing at it's best.

Montag, November 27, 2006

Gedanken über das Ende (...der Dr.-Arbeit)

Hatte heute und Freitag viele Gespräche über "meine Zukunft" bzw den restlichen Verlauf meiner Doktorarbeit. Haben sich tatsächlich noch 3 (!) Projektteile ergeben. Und eine kleine Verlängerung des Vertrages. Nun tickt meine Uhr noch bis Ende September '07 hier. Mein Chef meint, ich sollte anpeilen Ende Mai mit den Experimenten fertig zu sein und ab dann die restliche Zeit für Zusammenschreiben, Abschliessen und Übergabe und so nutzen. Prüfung gibt es ja auch noch. Und Paper müssen noch her, das eine (von dem ich immer noch nüscht gehört hab) magere EJN-Paper wird nicht besonders als "Katapultstart" in eine "Karriere" geeignet sein. Sage ich zumindest. Naja, und dann wurde natürlich in den Gesprächen gefragt - welches von den 3 Teilprojekten ist am wenigsten aussichtsreich, wo krieg ich "sicher" noch Veröffentlichungen raus. Ohohoh, es sind nur noch 6 Monate Labor geplant. So langsam beginnt die Crunchtime. Das schlimme ist - ich hab grad nicht so sonderlich viel Lust über "meine Zukunft" nachzudenken. Und das hilft nicht sonderlich, mich in den Gesprächen wohl zu fühlen.

Wohl fühlen kann man sich aber auch wirklich anderswo. Zum Beispiel auf netter Party. Ich bin am Samstag 450 km mit dem Auto gefahren (passiv, versteht sich), um in Frankfurt eine Party zu besuchen. Das war echt ne nette Sache, es gab witzige Leute, gutes Essen und viiiel Bier. Aber 450km sind eine ganz schöne Strecke, für einen Autohasser wie mich. Ich hab auch ein richtig schlechtes Gewissen, wo ich doch immer so auf die Autofahrer zu schimpfen pflege. Und dann bei der ersten Gelegenheit mich mit-prostituiere... ;-)
Tja, was tut man nicht alles für alte Kumpels und kaltes Bier...

Ausserdem hab ich beschlossen mal wieder mehr Laufen zu gehen. Letztes Jahr hab ich ja nach dem Röntgenlauf eine monatelanges Motivationsloch gehabt. Das hatte ich nun auch. Aber heute ist mir die Decke auf den Kopf gefallen und ich bin losgerannt. Ok, um 19:30 ist es um diese Jahreszeit dunkel, aber da kann man wenigstens "unbeobachtet" durch die Wohngebiete joggen. Herrlich war es, zumal es milde 12°C oder so sind. Ich find immer wieder - nur beim Laufen kann ich mir so klar und "ungestört" Gedanken über alles mögliche machen. Über mein Leben. Über Rollenspiel-Ideen fürs Fantasy-Zocken. Über Stories die ich mal verwirklichen könnte. Geistige Klarheit, wohin das innere Auge blickt. Vielleicht sollte ich mal mit meinem Chef joggen gehen....

Dienstag, November 21, 2006

Gedicht der Woche

dummy

und es wird immer so sein
dass man es nicht versteht
es wird dieser anruf kommen
von wegen nee, tut mir leid,
ich will keine falschen
hoffnungen wecken
wirklich ich mag dich, aber...
und es wird immer so sein
dass man den hörer fallen lässt
leise stimme am fussboden
zunehmend genervt.
es gibt keine grund anzunehmen
die dinge würden sich ändern.
wie oft willst du noch
vor die wand fahren
wird man gefragt
bist schon ganz verbeult
und der lack
geht auch so langsam ab
die besten tage gesehen
wenn es denn welche gab
und die abgasnormen
und der verbrauch
tja
da liegt einiges im argen.
wie oft willst du noch
vor die wand fahren mit der karre
muss man sich fragen lassen.
bis es nicht mehr geht
bis der motor versagt
oder der gurt mal vergessen wird
ist die einzig richtige antwort
denn es gibt keinen grund anzunehmen
die dinge würden sich ändern
und mal ehrlich
irgendwie ist es auch gut wie es ist
dieses leben und so.
fühlt sich gut an.
ihr wisst schon.

(tk, 21.11.06)

was sag ich?!

Unionsfraktionsvize Bosbach liest offenbar meinen Blog: er hat mir die Idee mit dem Verbot von Killerspielen geklaut, die ich gestern als Reaktion auf den Amoklauf in Emsdetten vorgeschlagen hatte...

Ein anderer Fall: Die Gesamtzahl der Medikamentenabhängigen wird auf 1,3-1,4 Mio. geschätzt, davon ca. 1-1,1 Mio. Abhängige von Benzodiazepinderivaten und 300.000 von anderen Arzneimitteln.
(Quelle: Schätzung der DHS; Glaeske, Psychotrope und andere Arzneimittel mit Mißbrauchs- und Abhängigkeitspotential Jahrbuch Sucht 2005, Neuland 2004)

ICH FORDERE HIERMIT ZUSÄTZLICH EIN VERBOT VON PACMAN-SPIELEN!!! Sie fördern das unhinterfragte Einnehmen kleiner, gelber Pillen, wie man auf diesem Bild sehen kann:

Montag, November 20, 2006

A&U, U&A

Uah, ein wohliger Schauer läuft allen Fans von "mehr Sicherheit" mal wieder über den Rücken. Es gibt wieder Grund sich zu fürchten, es gibt wieder Grund ein dickeres Schloß an die Tür zu schrauben, es gibt wieder Grund sich die Decke über den Kopf zu ziehen. Platz zum "Durchregieren" zu machen. Fnord!
Ein psychisch anscheinend schwer gestörter Jugendlicher hat mal wieder in einer Schule herumgeballert und viele Leute verletzt (reuters). Delikat, er hat seine Tat nicht nur einfach so angekündigt, sondern ganz Web2.0 (spiegel.de), mit Video und eigener Homepage und so. Auch das böse, böse Counterstrike Spiel wurde mal wieder erwähnt. Uhh. Bitte. Natürlich folgt nun daraus, dass a) das Internet mehr Kontrolle braucht, b) Computerspiele abgeschafft gehören und c) wahlweise Schuluniformen oder bewaffnete Classroom-Marshals eingesetzt werden. Ok, ich bin etwas zu zynisch, es ist grässlich dass jemand so lange unbemerkt mit einer so gravierenden Persönlichkeitsstörung leben kann. Dass es niemanden gibt, dem aufgefallen sein könnte, was mit dem Jungen los war. Das schlimme ist, dass er natürlich "ein ruhiger verschlossener Typ war" - das ist die gängige Umschreibung für "keine Sau hat sich um ihn einen Dreck geschert". Das haben wir nun davon. Sicher wird es nicht helfen, Computerspiele abzuschaffen oder die Lehrer zu bewaffnen.
Der nächste knackige Fnord, vielleicht für die, die eh nicht mehr zur Schule gehen und daher keine Angst vor bloggenden Amokläufern haben: ein Terroranschlag (reuters) hier bei uns konnte in aller, aller, allerletzter Sekunde (ganz bestimmt) verhindert werden! Die bösen Terroristen. Sie hocken in jeder Ecke. Lauschgift, überall Lauschgift!!! Man betrachte nur das Bild am Ende von diesem ARD-Artikel hier (ard.de). Wir sind im Fadenkreuz! Ausgeliefert! Nurnoch mehr Geheimdienste und Polizei und Videokameras und Gesichtserkennung und Folterkammern können uns helfen! Angst und Unsicherheit, Unsicherheit und Angst.
Ich lach mich kaputt.
Die "Deutschen müssen das Töten lernen" titelt die Printausgabe vom Spiegel heute. Dabei wissen wird doch längst, "der Tod ist ein Meister aus Deutschland". Er ist nur viel, viel subtiler geworden. Und bereitet sich besser vor, dieser Tage. Schafe sind halt leichter zu killen, und eingesperrte Panther erst recht.