FinanzkriseBörsencrashBankenpleiten
FNORD
AutoindustrieZuliefererArbeitslosigkeit
FNORD
WeltwirtschaftskriseWeltwirtschaftskriseWeltwirtschaftskrise
FNORD
FNORD
FNORD
Kapitalismus
nicht
in
Frage
stellen
FNORD
FurchtKonsumHamsterkäufe
FNORD
Sichzuhauseeinzuschließen
sicherdasBeste
indiesenZeiten
FNORD
aufdemMeerwimmeltes
vorPiraten
sogarda
überallGefahr
FNORD
FNORD
FNORD
LaufumdeinLeben
KaufbeiMediaMarkt
AllesLüge
daskauficheuchab
dennichbineinSchaf
FNORD
FNORD
FNORD
undmorgenistallesvorbei
gehässigesLachenverhallt
hörnichthin
ziehdieDeckeüberdenKopf
denndieWeltistböseundgemein
undhasstspezielldich
FNORD
FNORD
FNORD
spezielldich
spezielldich
spezielldich.
Posts mit dem Label Polemik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Polemik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, November 19, 2008
Donnerstag, Dezember 13, 2007
Law and Order und Zero Tolerance auch!
Hab heute morgen im Radio (WDR2, Lokalnachrichten aus dem Studio Aachen um halb acht) gehört, dass hier in Aachen die Straßenverordnung verschärft werden soll... ich zitiere:
"Aachen: Straßenverordnung wird verschärft
Verschärfte Regeln für die öffentliche Sicherheit und Ordnung auf Straßen und Plätzen in Aachen hat am Mittwochabend der Rat der Stadt beschlossen. Verboten sind künftig aggressives und organisiertes Betteln sowie die Teilnahme an Ansammlungen, von denen Störungen ausgehen. Viele junge Leute haben im Rat protestiert. Sie befürchten behördliche Willkür."
Na, das ist doch mal was. Im Radio sagten sie auch noch, das "Betteln unter Einsatz von Tieren" (also dürfen Obdachlose nun keine Hunde mehr haben?) auch verboten wird. Also, ich muss ja sagen, dass ist mal wieder so ein typischer Fall. Da wo die Leute die meisten Abneigungen gegen Ausländer haben, da gibt es am wenigsten davon (sprich: Ostdeutschland). Und in diesem Kuhkaff hier, wird so eine knallharte Verordnung erlassen. Weil, Aachen direkt in einem Atemzug mit South-Central LA und Pariser Banliö-Dingsbums und Kreuzberg zu nennen! Klar. Schwachsinn.
Kann mich jedenfalls nicht erinnern schon mal "aggressiv" angebettelt worden zu sein -- wär ja auch nicht sonderlich erfolgversprechend. Aber mit Bettlern und so haben es die Kommunalpolitiker nicht so, die kennen die nur ausm Fernsehen, vermutlich. Also, nicht das in NRW nun ein falsches Bild der Stadt entsteht: Aachen hat KEIN Sicherheits- und Ordnungsproblem! Zumindest nicht mit Bettlern und "Ansammlungen". Aber 3 Fahrräder sind mir geklaut worden -- warum steht davon nix in dieser fascho-mässigen Verordnung? Hä? Hä!
Am besten find ich "die Teilnahme an Ansammlungen, von denen Störungen ausgehen"--- ah so, ja klar, da haben die popligen Kommunalfutzis gedacht, sie könnten mal eben das Grundgesetz (Versammlungsfreiheit, jemand?!) ausser Kraft setzen oder was? Und was soll das überhaupt sein, eine "Ansammlung". Ekelhaft diese Formulierung! Klingt so ein bischen noch 1933 für meine Ohren. Und wer entscheidet, ob da Störungen ausgehen? Mich zum Beispiel stören die "Ansammlungen" von saufenden Senioren auf dem Weihnachtsmarkt (aber die sind gut für die Wirtschaft) und die "Ansammlungen" von überdimensionalen Geländewagen (aber die gehören den Lokalpolitikern) ziemlich... könnt man ja auch mal verbieten. Macht aber keiner. Stattdessen erlassen sie eine solche Iran-Sharia-Verordnung, weil ab und an ein paar Punks auf dem Marktplatz abhängen oder am Bahnhof mal jemand sein Bierchen "querfinanziert" kriegt. Demnächst richtet Aachen dann übrigens noch eine Gedankenpolizeiabteilung beim Ordnungsamt ein, und dann dürfen wir nur noch mit der Rot-Grünen-Ratsmehrheit "auf Linie" denken, oder was? Und da sieht man auch mal wieder -- was sich auf Bundesebene damals bestätigte (Rot-Grün... Angriffskriege und Hartz4... wir erinnern uns) zeigt sich auch auf Kommunalebene: was aus SPD und Grünen geworden ist, ist einfahc nicht mehr erträglich. Die sind so weit in die "Mitte der Gesellschaft" gerutscht, dass sie schon in den rechten Rand reinragen. Kann man nur mit dem Kopf schütteln und links von der SPD sein Kreuzchen machen... (aber das ist wieder ein anderes Thema --- welche Betäubungsmittel soll ich denn nehmen, damit ich Oskar Lafontaine ertrage??)
Nee, da packt mich der provinzielle Ekel, da krieg ich Lust mich mit einer "Ansammlung" zusammenzurotten und dem Rathaus mal zu zeigen, wie das aussieht wenn davon "Störungen ausgehen"... zum Beispiel mal ein paar Pflastersteine ausbuddeln und so... hehehe... oder brennenden Barrikaden (die Weihnachtsmarktbuden eignen sich hervorragend dafür!)... ihr wollt Großstadt? Ihr kriegt Großstadt!!
Aber mach ich ja nicht. Stattdessen ärger ich mich leise für mich, blogge brav vor mich hin, während die da draussen die Gesellschaft umbauen. Stück für Stück. Postmoderner Web2.0 Schwachfug! Alles Scheisse! Ausnahmslos alles.
Kann mich jedenfalls nicht erinnern schon mal "aggressiv" angebettelt worden zu sein -- wär ja auch nicht sonderlich erfolgversprechend. Aber mit Bettlern und so haben es die Kommunalpolitiker nicht so, die kennen die nur ausm Fernsehen, vermutlich. Also, nicht das in NRW nun ein falsches Bild der Stadt entsteht: Aachen hat KEIN Sicherheits- und Ordnungsproblem! Zumindest nicht mit Bettlern und "Ansammlungen". Aber 3 Fahrräder sind mir geklaut worden -- warum steht davon nix in dieser fascho-mässigen Verordnung? Hä? Hä!
Am besten find ich "die Teilnahme an Ansammlungen, von denen Störungen ausgehen"--- ah so, ja klar, da haben die popligen Kommunalfutzis gedacht, sie könnten mal eben das Grundgesetz (Versammlungsfreiheit, jemand?!) ausser Kraft setzen oder was? Und was soll das überhaupt sein, eine "Ansammlung". Ekelhaft diese Formulierung! Klingt so ein bischen noch 1933 für meine Ohren. Und wer entscheidet, ob da Störungen ausgehen? Mich zum Beispiel stören die "Ansammlungen" von saufenden Senioren auf dem Weihnachtsmarkt (aber die sind gut für die Wirtschaft) und die "Ansammlungen" von überdimensionalen Geländewagen (aber die gehören den Lokalpolitikern) ziemlich... könnt man ja auch mal verbieten. Macht aber keiner. Stattdessen erlassen sie eine solche Iran-Sharia-Verordnung, weil ab und an ein paar Punks auf dem Marktplatz abhängen oder am Bahnhof mal jemand sein Bierchen "querfinanziert" kriegt. Demnächst richtet Aachen dann übrigens noch eine Gedankenpolizeiabteilung beim Ordnungsamt ein, und dann dürfen wir nur noch mit der Rot-Grünen-Ratsmehrheit "auf Linie" denken, oder was? Und da sieht man auch mal wieder -- was sich auf Bundesebene damals bestätigte (Rot-Grün... Angriffskriege und Hartz4... wir erinnern uns) zeigt sich auch auf Kommunalebene: was aus SPD und Grünen geworden ist, ist einfahc nicht mehr erträglich. Die sind so weit in die "Mitte der Gesellschaft" gerutscht, dass sie schon in den rechten Rand reinragen. Kann man nur mit dem Kopf schütteln und links von der SPD sein Kreuzchen machen... (aber das ist wieder ein anderes Thema --- welche Betäubungsmittel soll ich denn nehmen, damit ich Oskar Lafontaine ertrage??)
Nee, da packt mich der provinzielle Ekel, da krieg ich Lust mich mit einer "Ansammlung" zusammenzurotten und dem Rathaus mal zu zeigen, wie das aussieht wenn davon "Störungen ausgehen"... zum Beispiel mal ein paar Pflastersteine ausbuddeln und so... hehehe... oder brennenden Barrikaden (die Weihnachtsmarktbuden eignen sich hervorragend dafür!)... ihr wollt Großstadt? Ihr kriegt Großstadt!!
Aber mach ich ja nicht. Stattdessen ärger ich mich leise für mich, blogge brav vor mich hin, während die da draussen die Gesellschaft umbauen. Stück für Stück. Postmoderner Web2.0 Schwachfug! Alles Scheisse! Ausnahmslos alles.
Donnerstag, November 15, 2007
über Solidarität
So langsam ziehen die GdL Lokführer ihre Streikdaumenschrauben enger. Seit heute nacht bestreiken die alle Transportbereiche der Bahn -- und stellen damit die Solidarität der Bevölkerung auf eine harte Probe. Längst weggebrochen sind natürlich die Unterstützer aus Politik und großen Gewerkschaften, aber das war eh zu erwarten. SPD Funktionäre und gelbe Gewerkschaften, die mehr auf das profitable Anbiedern an die Großkonzerne aus sind, hat man ohnehin längst abgeschrieben.
Aber bisher hatte ich das Gefühl, dass die meisten Reisenden mit dem Streik der GdL solidarisch sind. Aus drei Gründen: Zum einen geht es gegen Mehdorn, dessen arrogante bornierte Art nun wirklich niemand mehr ertragen kann. Das der-Feind-meines-Feindes Prinzip. Und das Gehässigkeitsprinzip. Aber warum nicht, wir Pendler sind auch nur Menschen?
Im gleichen Zusammenhang ist die eigentlich breite Ablehnung des hirnrissigen Börsengangs der Bahn AG zu sehen. Der zweite Solidaritätsgrund. Eigentlich ahnen alle, dass der Notverkehr im Streik und das Chaos auf den Straßen dank verminderten Nahverkehrs nur ein Vorgeschmack auf das ist, was uns erwartet, wenn Mehdorn und seine Phalanx aus der SPD-CDU-Konzernchefs-Clique die Bahn "endlich mal so richtig profitabel" machen. Dass die GdLer diesem Privatisierungswahnsinn ein paar Stöcke zwischen die Beine werfen, wird allerorten begrüßt wie ich bemerkt hab.
Zum dritten hab ich das Gefühl, dass die Menschen schon kapieren, dass die GdL da einen unpopulären aber wichtigen Kampf führt, den die breitärschigen gelben Gewerkschaften von IG Metall bis VerDi nicht mehr führen -- den Kampf um die wirtschaftliche Beteiligung der Menschen am Aufschwung und den enormen Gewinnen der Firmen nämlich. Seit Jahren, und das geht noch auf Kohl zurück, predigen uns die Politiker wir mögen die Fressen halten und unsere Gürtel enger schnallen. Nullrunde reiht sich an Nullrunde. Während alle Preise munter steigen, zusätzliche Belastungen wie private Rentenvorsorge und Studiengebühren aufgebrummt werden. Ohne Ausgleich. Bald ist nicht mehr genug Geld da, um sich einen Gürtel zum enger schnallen überhaupt noch leisten zu können. Und das alles, während eine Minderheit[1] Unmengen an Geld scheffelt und die Multis (man möge mir den 80er Jahre Kampfbegriff nachsehen) ihre steuerfreien Konton bis zum platzen füllen! Das ist die Situation in der die GdL, vielleicht (oder ganz sicher sogar) aus anderen Gründen, aber dennoch faktisch mal gehörig auf die Kacke haut. Das kann nur gut sein. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen, solidarisch sein, und überall in allen Bereichen wieder eine Gerechtigkeit fordern, die sozialen Frieden erst ermöglicht. Wenn man dann noch wagt einen Schritt weiter zu gehen als die GdL, zum Beispiel statt reiner Lohnerhöhung auch mal die Schaffung von mehr neuen Stellen (=mehr Kollegen = weniger Druck = bessere Arbeitsbedingungen) erstreikt... ja, vielleicht kriegt unsere Gesellschaft ja dann noch die Kurve, wer weiss?
Trotzdem wird die Solidarität auf eine harte Probe gestellt. Es ist eben für mich sehr ärgerlich, wenn ich nach einer Woche Sehnsucht nicht zu meiner Freundin fahren kann. Weil ich mir im Moment noch kein Auto leisten kann und auf die Bahn angewiesen bin. Das Problem, das dürfen wir nicht vergessen, ist aber nicht der Streik. Das Problem ist, das originäre Aufgaben staatlicher Grundversorgung[2] einfach niemals in privatwirtschaftliche Hände hätten fallen dürfen. Mit welchen Trick auch immer, der Coup ist fast gelungen, die Gesellschaft fast umgebaut, und zwar unbemerkt unter dem Arsch der Menschen weggeklaut. Ausser, wir wachen doch noch auf und lassen das nicht zu! Wenn man das nicht vergisst, und sich nicht von Spiegel und Springer-Presse einreden lässt wie scheisse die GdL doch sei, dann kann man vielleicht die Situation in einem etwas größeren Zusammenhang sehen und sich furchtbar über den Streik ärgern aber gleichzeitig mit dem Anliegen der GdL doch weiter solidarisch sein? Ich versuch das mal...
[1]: darüber muss ich mal irgendwann nachdenken... ist das Problem, dass die reiche Minderheit einfach dann doch zu groß ist, um ein Aufbegehren der ärmeren Mehrheit zu erzeugen? Oder sind es die jahrezehntelang eingeprügelten Versprechen von "du kannst es auch schaffen", die Verlockungen doch selber zur Minderheit zu gehören, die das Aufbegehren verhindern?
[2]: Energieversorgung, Gesundheitssystem und (Pharma)Forschung, Mobilität in jedem Lebensalter, Verteidigung und Sicherheit, Bildung... so viel isses ja gar nicht...
Aber bisher hatte ich das Gefühl, dass die meisten Reisenden mit dem Streik der GdL solidarisch sind. Aus drei Gründen: Zum einen geht es gegen Mehdorn, dessen arrogante bornierte Art nun wirklich niemand mehr ertragen kann. Das der-Feind-meines-Feindes Prinzip. Und das Gehässigkeitsprinzip. Aber warum nicht, wir Pendler sind auch nur Menschen?
Im gleichen Zusammenhang ist die eigentlich breite Ablehnung des hirnrissigen Börsengangs der Bahn AG zu sehen. Der zweite Solidaritätsgrund. Eigentlich ahnen alle, dass der Notverkehr im Streik und das Chaos auf den Straßen dank verminderten Nahverkehrs nur ein Vorgeschmack auf das ist, was uns erwartet, wenn Mehdorn und seine Phalanx aus der SPD-CDU-Konzernchefs-Clique die Bahn "endlich mal so richtig profitabel" machen. Dass die GdLer diesem Privatisierungswahnsinn ein paar Stöcke zwischen die Beine werfen, wird allerorten begrüßt wie ich bemerkt hab.
Zum dritten hab ich das Gefühl, dass die Menschen schon kapieren, dass die GdL da einen unpopulären aber wichtigen Kampf führt, den die breitärschigen gelben Gewerkschaften von IG Metall bis VerDi nicht mehr führen -- den Kampf um die wirtschaftliche Beteiligung der Menschen am Aufschwung und den enormen Gewinnen der Firmen nämlich. Seit Jahren, und das geht noch auf Kohl zurück, predigen uns die Politiker wir mögen die Fressen halten und unsere Gürtel enger schnallen. Nullrunde reiht sich an Nullrunde. Während alle Preise munter steigen, zusätzliche Belastungen wie private Rentenvorsorge und Studiengebühren aufgebrummt werden. Ohne Ausgleich. Bald ist nicht mehr genug Geld da, um sich einen Gürtel zum enger schnallen überhaupt noch leisten zu können. Und das alles, während eine Minderheit[1] Unmengen an Geld scheffelt und die Multis (man möge mir den 80er Jahre Kampfbegriff nachsehen) ihre steuerfreien Konton bis zum platzen füllen! Das ist die Situation in der die GdL, vielleicht (oder ganz sicher sogar) aus anderen Gründen, aber dennoch faktisch mal gehörig auf die Kacke haut. Das kann nur gut sein. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen, solidarisch sein, und überall in allen Bereichen wieder eine Gerechtigkeit fordern, die sozialen Frieden erst ermöglicht. Wenn man dann noch wagt einen Schritt weiter zu gehen als die GdL, zum Beispiel statt reiner Lohnerhöhung auch mal die Schaffung von mehr neuen Stellen (=mehr Kollegen = weniger Druck = bessere Arbeitsbedingungen) erstreikt... ja, vielleicht kriegt unsere Gesellschaft ja dann noch die Kurve, wer weiss?
Trotzdem wird die Solidarität auf eine harte Probe gestellt. Es ist eben für mich sehr ärgerlich, wenn ich nach einer Woche Sehnsucht nicht zu meiner Freundin fahren kann. Weil ich mir im Moment noch kein Auto leisten kann und auf die Bahn angewiesen bin. Das Problem, das dürfen wir nicht vergessen, ist aber nicht der Streik. Das Problem ist, das originäre Aufgaben staatlicher Grundversorgung[2] einfach niemals in privatwirtschaftliche Hände hätten fallen dürfen. Mit welchen Trick auch immer, der Coup ist fast gelungen, die Gesellschaft fast umgebaut, und zwar unbemerkt unter dem Arsch der Menschen weggeklaut. Ausser, wir wachen doch noch auf und lassen das nicht zu! Wenn man das nicht vergisst, und sich nicht von Spiegel und Springer-Presse einreden lässt wie scheisse die GdL doch sei, dann kann man vielleicht die Situation in einem etwas größeren Zusammenhang sehen und sich furchtbar über den Streik ärgern aber gleichzeitig mit dem Anliegen der GdL doch weiter solidarisch sein? Ich versuch das mal...
[1]: darüber muss ich mal irgendwann nachdenken... ist das Problem, dass die reiche Minderheit einfach dann doch zu groß ist, um ein Aufbegehren der ärmeren Mehrheit zu erzeugen? Oder sind es die jahrezehntelang eingeprügelten Versprechen von "du kannst es auch schaffen", die Verlockungen doch selber zur Minderheit zu gehören, die das Aufbegehren verhindern?
[2]: Energieversorgung, Gesundheitssystem und (Pharma)Forschung, Mobilität in jedem Lebensalter, Verteidigung und Sicherheit, Bildung... so viel isses ja gar nicht...
Montag, November 12, 2007
Bahn und GdL endlich einig!
Bahn und GdL sind sich endlich einmal einig! Am Ende letzter Woche und ins Wochenende hinein Streik im Güterverkehr, im Westen des Landes zwei Drittel und im Osten über 90% der Güterzüge ausgefallen -- sagen sowohl Bahn als auch GdL. Na sehen sie, es geht doch. Man kann sich einig sein, auch als Gegner im Arbeitskampf...
Derweil bröckelt die Unterstützung der GdL dahin: IG Metall, SPD (in Form von Onkel Bräsig Beck) und der Bundes-(Geschlechts?)Verkehrsminister, alle bashen sie auf Lukas und seine streikenden Kollegas ein. Einzig und allein der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund Monty Montgomery, der am Wochenende auch abgelöst wurde, hat in einer Rede Solidarität bekundet. Klar. Ist ja auch eine ganz ähnliche Situation, bei den Lokkies und den Klinikärzten... "...wegen Störungen im Betriebsablauf verzögert sich ihre Herzoperation um wenige Minuten, wir bitten um ihr Verständnis..."
Ansonsten gibt es noch zu erzählen, dass hier "auffe Maloche" für die jährliche Weihnachtsfeier geplant wird. Gräh! Diesmal muss ich, als nun richtig angestellter Assistent, einen beträchtlichen Obulus für Getränke dazuzahlen! Da bleibt vom höheren Gehalt nix mehr übrig, quasi. Aus Trotz hab ich dann auf der Essens-Mitbringliste (ja, die gibt es auch noch!) auch gleich einen Scherz platziert. Ich behaupte da, ich würde "schlechte Laune", "vergiftete Frikadellen" und "Jakobsmuschelragout in der frisch ausgepulten Hirnschale noch zuckender Mangusten" mitbringe... hehehhe, es geht doch nix über einen pubertierenden Scherz, oder?
Derweil bröckelt die Unterstützung der GdL dahin: IG Metall, SPD (in Form von Onkel Bräsig Beck) und der Bundes-(Geschlechts?)Verkehrsminister, alle bashen sie auf Lukas und seine streikenden Kollegas ein. Einzig und allein der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund Monty Montgomery, der am Wochenende auch abgelöst wurde, hat in einer Rede Solidarität bekundet. Klar. Ist ja auch eine ganz ähnliche Situation, bei den Lokkies und den Klinikärzten... "...wegen Störungen im Betriebsablauf verzögert sich ihre Herzoperation um wenige Minuten, wir bitten um ihr Verständnis..."
Ansonsten gibt es noch zu erzählen, dass hier "auffe Maloche" für die jährliche Weihnachtsfeier geplant wird. Gräh! Diesmal muss ich, als nun richtig angestellter Assistent, einen beträchtlichen Obulus für Getränke dazuzahlen! Da bleibt vom höheren Gehalt nix mehr übrig, quasi. Aus Trotz hab ich dann auf der Essens-Mitbringliste (ja, die gibt es auch noch!) auch gleich einen Scherz platziert. Ich behaupte da, ich würde "schlechte Laune", "vergiftete Frikadellen" und "Jakobsmuschelragout in der frisch ausgepulten Hirnschale noch zuckender Mangusten" mitbringe... hehehhe, es geht doch nix über einen pubertierenden Scherz, oder?
Montag, Oktober 22, 2007
Gedicht der Woche
Blöd
Es liegt alles vor uns
das ganze Wissen
Erkenntnisse und
Millionen Gedanken
von Hunderttausend Menschen
gib nur mal "development" und "brain" in pubmed ein
wenn du den Wahnwitz sehen willst
101606 mal
in handliche Happen gehackt
zerstückelt und in Lösung gebracht
aufgedröselt und vermessen
ordentlich sortiert
in dutzendfacher Ausführung
wie OP Besteck
polierter Stahl auf sterilem Tuch
alles vorbereitet Herr Doktor
und erwartungsvolle Blicke
doch Antworten haben wir noch nicht
verstehen tun wir fast noch nichts
und so ganz sicher wie die Frage eigentlich lautet
sind wir uns auch nicht
vielleicht
fehlt uns noch ein entscheidender Hinweis
um das Rätsel zu lösen
oder die Sichtweise ist falsch.
Oder wir sind
einfach nur
zu blöd.
Es liegt alles vor uns
das ganze Wissen
Erkenntnisse und
Millionen Gedanken
von Hunderttausend Menschen
gib nur mal "development" und "brain" in pubmed ein
wenn du den Wahnwitz sehen willst
101606 mal
in handliche Happen gehackt
zerstückelt und in Lösung gebracht
aufgedröselt und vermessen
ordentlich sortiert
in dutzendfacher Ausführung
wie OP Besteck
polierter Stahl auf sterilem Tuch
alles vorbereitet Herr Doktor
und erwartungsvolle Blicke
doch Antworten haben wir noch nicht
verstehen tun wir fast noch nichts
und so ganz sicher wie die Frage eigentlich lautet
sind wir uns auch nicht
vielleicht
fehlt uns noch ein entscheidender Hinweis
um das Rätsel zu lösen
oder die Sichtweise ist falsch.
Oder wir sind
einfach nur
zu blöd.
Donnerstag, Oktober 18, 2007
Semesteranfang (ohne mich!)
Also, es kann sein dass es immer so ist, dann muss ich es in den vergangenen 3 Jahren wohl irgendwie verpasst haben. Es war Semesteranfang hier in Aachen. Da war anscheinend Party angesagt, und zwar in der ganzen Stadt. Gruppen, ja man möchte sich zu dem Wort "Zusammenrottungen" hinreissen lassen, von neu eingeschriebenen Studierenden (sogenannte "Gefährder") zogen marodierend und erheblich alkoholisiert durch die Straßen. Dabei wurde nicht nur großer Sachschaden angerichtet, auch die gesundheitlichen Folgen für diese, nun ja auch nicht mehr ganz jungen (kaum einer ist noch 18, die meisten gehen doch stark auf die 20 und damit auf den biologischen Zenit zu!), Menschen ist kaum abzuschätzen. Stimmbänder wurden durch anhaltendes Gegröle vermutlich dauerhaft geschädigt, Lebern und Bauchspeicheldrüsen zu dutzenden mit hochprozentigen Alkoholika verkrebst und, dabei sollte ihnen gerade der eingeschlagene Lebensweg da Vorsicht gebieten, Gehirnzellen in Kohortenstärke über den Jordan geschickt. Erschreckend.
Dabei muss man sich als ehemals Betroffener fragen: was haben die eigentlich zu feiern? Sie wurden verdonnert, und zwar ohne quantitativ nennenswerte Gegenwehr, zur Zahlung von Studiengebühren ab dem ersten Semester. Und, wie zum Hohn, werden diese Gelder vor ihren Nasen nun eifrig für die Verbesserung der Forschung und eben nicht der Lehre ausgegeben. Ausserdem sind die späteren Arbeitsmarktchancen für die jungen und fälschlicherweise optimistischen cand. dipl. ing.'s, cand.med.'s und cand.rer.nat.'s alles andere als gut! Nicht nur wird für jeden Job in einem beliebigen aufstrebenden Ex-Entwicklungsland ein günstiger zu entlohnender Ingenieur/Arzt/Physiker zu finden sein, nein, die anderen werden dank hier in Deutschland hingestümperter Reformen am Bildungssystem auch jünger und besser ausgebildet sein. Zudem, das nur als Bemerkung am Rande, sind die armen Gesellen und Gesellinnen in einer Stadt gelandet, die einem ganz ordentlich den Nerv rauben kann, mit militanten SUV-Fahrern, arroganten Blondinen, abruchreifen Wohnungen ("400€ sind doch billig") und immer viel zu vollen Kneipen. "Da an der Theke ist noch Platz... gewöhn dich schon mal dran."
Nein, mir ist schleierhaft was sie so eifrig feiern, in diesen Tagen. Aber vielleicht ist es die Demontage, die sie feiern. Die totale Entpolitisierung und Disqualifizierung der Hochschule. Vielleicht feiern sie, dass nun endlich freies Denken und Selbstentfaltung nicht mehr gefordert sind. Rasch, rasch, den Bachelor runterrattern und ab in die Verwertungsmaschine "freier Arbeitsmarkt". Und dann selber SUV fahren und blöde Mountainbiker fraggen. Ja, vielleicht ist es das...
Dabei muss man sich als ehemals Betroffener fragen: was haben die eigentlich zu feiern? Sie wurden verdonnert, und zwar ohne quantitativ nennenswerte Gegenwehr, zur Zahlung von Studiengebühren ab dem ersten Semester. Und, wie zum Hohn, werden diese Gelder vor ihren Nasen nun eifrig für die Verbesserung der Forschung und eben nicht der Lehre ausgegeben. Ausserdem sind die späteren Arbeitsmarktchancen für die jungen und fälschlicherweise optimistischen cand. dipl. ing.'s, cand.med.'s und cand.rer.nat.'s alles andere als gut! Nicht nur wird für jeden Job in einem beliebigen aufstrebenden Ex-Entwicklungsland ein günstiger zu entlohnender Ingenieur/Arzt/Physiker zu finden sein, nein, die anderen werden dank hier in Deutschland hingestümperter Reformen am Bildungssystem auch jünger und besser ausgebildet sein. Zudem, das nur als Bemerkung am Rande, sind die armen Gesellen und Gesellinnen in einer Stadt gelandet, die einem ganz ordentlich den Nerv rauben kann, mit militanten SUV-Fahrern, arroganten Blondinen, abruchreifen Wohnungen ("400€ sind doch billig") und immer viel zu vollen Kneipen. "Da an der Theke ist noch Platz... gewöhn dich schon mal dran."
Nein, mir ist schleierhaft was sie so eifrig feiern, in diesen Tagen. Aber vielleicht ist es die Demontage, die sie feiern. Die totale Entpolitisierung und Disqualifizierung der Hochschule. Vielleicht feiern sie, dass nun endlich freies Denken und Selbstentfaltung nicht mehr gefordert sind. Rasch, rasch, den Bachelor runterrattern und ab in die Verwertungsmaschine "freier Arbeitsmarkt". Und dann selber SUV fahren und blöde Mountainbiker fraggen. Ja, vielleicht ist es das...
Mittwoch, Oktober 03, 2007
Nationalfeiertag
Heute ist der 3.10., der Tag der deutschen Einheit. Seit 1990 "unser" Nationalfeiertag. Es wird gefeiert, dass... ja was eigentlich? Was macht unser Land? Und warum bin ich als Einzelperson dem irgendwie zugehörig? Was ist das, ein Nationalgefühl? Wann gehört man "dazu"? Ich lebe direkt neben der Grenze zu Belgien und den Niederlanden, wenn das "Nationalgefühl" also etwas geographisches sein sollte, dann wäre ich wohl zu gleichen Teilen diesen Orten zugehörig. Aber das ist nicht so, es handelt sich also um meinen genauen Aufenthaltsort. Wenn ich aber verreise? Fühl ich mich plötzlich als Däne, wenn ich da bin? Nein, es wandert nicht mit, dieses angebliche Nationalgefühl. Vielleicht der Geburtsort entscheidend? Und wenn ich in einem anderen Land geboren worden wäre, z.B. im Urlaub meiner Eltern? Nee, trotzdem. Macht also irgendwie keinen Sinn, das örtlich zuzuordnen. Also politisch? Ist mein Pass entscheidend? Kann ja nicht sein, denn es gibt viele Leute mit deutschem Pass, die nicht mitspielen dürfen, die sich auch nicht als Mitspieler fühlen sollen. Wobei natürlich ohne Pass: alles noch viel schlimmer. Dann ist vermutlich gar kein Zugehörigkeitsgefühl mehr da. Ist also mehr eine Gefühlssache. Aber selber einfach so mal fühlen oder so, das geht nicht. Ah, vielleicht ist es das: man gehört dazu, wenn man dazugehört, weil die "anderen" einen dazugehören lassen. Klingt alles ziemlich hirnlos -- und das ist es auch, wie es mir scheint.
Also, wer sind die anderen? Wer ist der Staat? Ist das gut oder schlecht? Ein Staat schickt Menschen in den Tod. Verweigert ihnen die Einreise. Organisiert Kriege und Gewalt. Klar. Andererseits organisiert (oder, organisierte?) der Staat auch das öffentliche Leben und die sogenannte Ordnung. Er sorgt dafür, dass es Wasser und Strom gibt. Auch klar. Wobei ich natürlich immer wieder betone, dass es dafür keinen Staat sondern nur Mutualismus bräuchte. Egal. Also, dem Staat kann man irgendwie nicht mit diesen Maßstäben kommen. Der ist gut und schlecht zugleich. Und die "anderen Menschen"? Die zünden Asylbewerberheime an, kritzeln antisemitische Parolen auf jüdische Gemeindehäuser. Die saufen zuviel Bier und pöbeln dich im Zug an, weil sie auf dem Weg zu einem Fußballspiel sind. Oder sie streichen ihren Anzug glatt und entlassen 1000 Mitarbeiter. Klar. Andererseits malen die auch bezaubernde Bilder und retten Leben und lächeln einfach mal grundlos im Supermarkt. Oder sind so niedlich wie mein kleiner Neffe. Oder lieben mich so sehr wie meine Familie und meine Freundin. Auch klar. Schwierig, schwierig. Alles ist grau, hellgrau, dunkelgrau, bunt, gestreift, gepunktet. Fast nix ist ganz schwarz oder ganz weiss. Willkommen im 21. Jahrhundert.
Warum hab ich dann trotzdem so ein unterschwelliges Unwohlsein, wenn ich über unseren Staat nachdenke, der ja heute befeiert wird? Die negativen Punkte fallen mr wohl zu sehr ins Gewicht. Ich bin ein Querulant, der nur das Schlechte sieht? Der immer behauptet, die Anlagen und Mechanismen die zur "Endlösung" geführt haben sind in diesm Land immer noch da, immer noch aktiv. Und damit meine ich vielleicht nicht nur die offensichtlichen Pöbelglatzen. Naja, vielleicht mag ich es auch nicht, einfach so qua Geburt ohne meinen erklärten Willen "eingemeindet" worden zu sein. Ich hätte gerne meine Freiheit gehabt zu wählen. Ich bin ein Individualist, wie es scheint. In einem Rollenspielsetting von uns ("Infopunk") gab es GlobalID, eine Art international anerkannte Agentur, die "Pässe" an moderne Staatenlose vergeben hat, Drifter und Manager, Wissenschaftler und Abenteurer. Das würde mir gefallen. Andererseits kann man so nur leben, wenn die Kasse stimmt. Nicht sehr sozial, das ganze.
Jedenfalls: was da heute "alle" feiern, das kann ich nicht uneingeschränkt gut finden. Das Konzept gefällt mir nicht. Die Grundannahmen sind nicht akzeptabel. Menschen sollten nicht gezwungen werden einnander zu helfen -- sie sollten es freiwillig, wohl überlegt und aus freien Stücken tun oder es lieber lassen.
Dennoch will ich sagen, dass wir es (noch?) ziemlich gut haben hier. Noch bekommt man (etwas) soziale Hilfe, wenn man vom Schicksal gebeutelt wird. (Noch) wird man nicht "verschwunden" wenn man etwas regimekritisches loslässt, noch darf man in gewissen (enger werdenden Grenzen) Küssen wenn man will, anziehen was man will, sagen was man will. (Noch) gibt es ein relativ hohes Maß an Bildung, Freiheit, Gleichheit -- mehr zumindest als in Saudi-Arabien oder im Iran oder von mir aus auch in Somalia.
Oh. Das waren nun zufällig (?) drei Staaten, in denen der Islam stark ist. Heute ist übrigens auch Tag der offenen Moschee. Wikipedia sagt, "Seit 1997 veranstalten Moscheegemeinden in Deutschland den Tag der offenen Moschee und nehmen auf diese Weise an der Feier der Deutschen Einheit teil." Auf diese Weise? Naja, so richtig dazugehören wollen die wohl doch nicht. Weil die anderen Gemeinden und Vereine hier, die Dackelzüchter und von mir aus die Schachclubs -- die hängen sich ja auch nicht an den Tag ran, indem sie ihn auch zu ihrem Tag erklären. Da wird stillschweigend davon ausgegangen, dass die gleich subsummiert unter "alle" und "Einheit" mitfeiern. Nicht so die muslimischen Gemeinden. Klar, ich versteh die Idee... wir sind zugänglich, kommt schaut euch die Moschee an. Aber ich weiss nicht, ich hab in den letzten Jahren eine Meinung zum Islam bekommen, die mein Grundverständnis von "jeder soll machen was er will" stark angreift. Ich beginne mich zu fragen, ob ich vielleicht Vorurteile hab? Aber ich weiss nicht, der Islam scheint mir als Religion wie keine andere das Potential von Gewalttätigkeit, Hass und Intoleranz zu haben. Und ausserdem ist der "moderne Islam" weit mehr als eine Religion, es ist eine politische Bewegung. Und die steht, wie ich meine, für einen rollback sondergleichen, für den Inbegriff der politischen Antiemanzipation. Für das Antiindividuelle. Für die Antimoderne. Und diese Art anderen Menschen vorzuschreiben wie sie zu denken, leben, essen, furzen haben, dass sie ihr wunderschönes Haar unter Tüchern verstecken muss... das lehne ich entschieden ab. Klar, die christliche Religion etc macht das auch, oder hat es gemacht. Aber bei denen zeigt der Trend in Richtung Auflockerung, in Richtung Rückzug von der politischen Bühne. Und die Päpste planen nicht (mehr) ihre Schäfchen durch öffentliche Auspeitschung zur Räson zu bringen. Beim Islam nicht so. Da zeigt der Trend volle Möhre in Richtung Radikalisierung und Verschärfung.
Tag der deutschen Einheit. Tag der offenen Moschee. Ich weiss nicht, ihr begeistert mich alle nicht so recht. Ich hab anderes zu tun, glaub ich. Ich hab das Glück, dass ich meinen Halt nicht in einer "großen Gemeinschaft" suchen muss. Ich geh mir mal nen Kaffee machen, und dann ist auch schon fast wieder Donnerstag und der ganze faule Zauber ist vorüber.
Also, wer sind die anderen? Wer ist der Staat? Ist das gut oder schlecht? Ein Staat schickt Menschen in den Tod. Verweigert ihnen die Einreise. Organisiert Kriege und Gewalt. Klar. Andererseits organisiert (oder, organisierte?) der Staat auch das öffentliche Leben und die sogenannte Ordnung. Er sorgt dafür, dass es Wasser und Strom gibt. Auch klar. Wobei ich natürlich immer wieder betone, dass es dafür keinen Staat sondern nur Mutualismus bräuchte. Egal. Also, dem Staat kann man irgendwie nicht mit diesen Maßstäben kommen. Der ist gut und schlecht zugleich. Und die "anderen Menschen"? Die zünden Asylbewerberheime an, kritzeln antisemitische Parolen auf jüdische Gemeindehäuser. Die saufen zuviel Bier und pöbeln dich im Zug an, weil sie auf dem Weg zu einem Fußballspiel sind. Oder sie streichen ihren Anzug glatt und entlassen 1000 Mitarbeiter. Klar. Andererseits malen die auch bezaubernde Bilder und retten Leben und lächeln einfach mal grundlos im Supermarkt. Oder sind so niedlich wie mein kleiner Neffe. Oder lieben mich so sehr wie meine Familie und meine Freundin. Auch klar. Schwierig, schwierig. Alles ist grau, hellgrau, dunkelgrau, bunt, gestreift, gepunktet. Fast nix ist ganz schwarz oder ganz weiss. Willkommen im 21. Jahrhundert.
Warum hab ich dann trotzdem so ein unterschwelliges Unwohlsein, wenn ich über unseren Staat nachdenke, der ja heute befeiert wird? Die negativen Punkte fallen mr wohl zu sehr ins Gewicht. Ich bin ein Querulant, der nur das Schlechte sieht? Der immer behauptet, die Anlagen und Mechanismen die zur "Endlösung" geführt haben sind in diesm Land immer noch da, immer noch aktiv. Und damit meine ich vielleicht nicht nur die offensichtlichen Pöbelglatzen. Naja, vielleicht mag ich es auch nicht, einfach so qua Geburt ohne meinen erklärten Willen "eingemeindet" worden zu sein. Ich hätte gerne meine Freiheit gehabt zu wählen. Ich bin ein Individualist, wie es scheint. In einem Rollenspielsetting von uns ("Infopunk") gab es GlobalID, eine Art international anerkannte Agentur, die "Pässe" an moderne Staatenlose vergeben hat, Drifter und Manager, Wissenschaftler und Abenteurer. Das würde mir gefallen. Andererseits kann man so nur leben, wenn die Kasse stimmt. Nicht sehr sozial, das ganze.
Jedenfalls: was da heute "alle" feiern, das kann ich nicht uneingeschränkt gut finden. Das Konzept gefällt mir nicht. Die Grundannahmen sind nicht akzeptabel. Menschen sollten nicht gezwungen werden einnander zu helfen -- sie sollten es freiwillig, wohl überlegt und aus freien Stücken tun oder es lieber lassen.
Dennoch will ich sagen, dass wir es (noch?) ziemlich gut haben hier. Noch bekommt man (etwas) soziale Hilfe, wenn man vom Schicksal gebeutelt wird. (Noch) wird man nicht "verschwunden" wenn man etwas regimekritisches loslässt, noch darf man in gewissen (enger werdenden Grenzen) Küssen wenn man will, anziehen was man will, sagen was man will. (Noch) gibt es ein relativ hohes Maß an Bildung, Freiheit, Gleichheit -- mehr zumindest als in Saudi-Arabien oder im Iran oder von mir aus auch in Somalia.
Oh. Das waren nun zufällig (?) drei Staaten, in denen der Islam stark ist. Heute ist übrigens auch Tag der offenen Moschee. Wikipedia sagt, "Seit 1997 veranstalten Moscheegemeinden in Deutschland den Tag der offenen Moschee und nehmen auf diese Weise an der Feier der Deutschen Einheit teil." Auf diese Weise? Naja, so richtig dazugehören wollen die wohl doch nicht. Weil die anderen Gemeinden und Vereine hier, die Dackelzüchter und von mir aus die Schachclubs -- die hängen sich ja auch nicht an den Tag ran, indem sie ihn auch zu ihrem Tag erklären. Da wird stillschweigend davon ausgegangen, dass die gleich subsummiert unter "alle" und "Einheit" mitfeiern. Nicht so die muslimischen Gemeinden. Klar, ich versteh die Idee... wir sind zugänglich, kommt schaut euch die Moschee an. Aber ich weiss nicht, ich hab in den letzten Jahren eine Meinung zum Islam bekommen, die mein Grundverständnis von "jeder soll machen was er will" stark angreift. Ich beginne mich zu fragen, ob ich vielleicht Vorurteile hab? Aber ich weiss nicht, der Islam scheint mir als Religion wie keine andere das Potential von Gewalttätigkeit, Hass und Intoleranz zu haben. Und ausserdem ist der "moderne Islam" weit mehr als eine Religion, es ist eine politische Bewegung. Und die steht, wie ich meine, für einen rollback sondergleichen, für den Inbegriff der politischen Antiemanzipation. Für das Antiindividuelle. Für die Antimoderne. Und diese Art anderen Menschen vorzuschreiben wie sie zu denken, leben, essen, furzen haben, dass sie ihr wunderschönes Haar unter Tüchern verstecken muss... das lehne ich entschieden ab. Klar, die christliche Religion etc macht das auch, oder hat es gemacht. Aber bei denen zeigt der Trend in Richtung Auflockerung, in Richtung Rückzug von der politischen Bühne. Und die Päpste planen nicht (mehr) ihre Schäfchen durch öffentliche Auspeitschung zur Räson zu bringen. Beim Islam nicht so. Da zeigt der Trend volle Möhre in Richtung Radikalisierung und Verschärfung.
Tag der deutschen Einheit. Tag der offenen Moschee. Ich weiss nicht, ihr begeistert mich alle nicht so recht. Ich hab anderes zu tun, glaub ich. Ich hab das Glück, dass ich meinen Halt nicht in einer "großen Gemeinschaft" suchen muss. Ich geh mir mal nen Kaffee machen, und dann ist auch schon fast wieder Donnerstag und der ganze faule Zauber ist vorüber.
Mittwoch, September 19, 2007
Futterpreise, Ebay, Bahn
Heute morgen, als ich mein Müsli in mich reinschaufelte, kam im Radio eine Sendung über die Preiserhöhungen beim Essen. Bekanntlich mit der Begründung, die Energiepreise seien gestiegen, werden viele Produkte teurer. Erstaunlich, in welchen Produkten alles Erdöl enthalten ist. Hehe. Naja, und in den Produkten, die anscheinend wenig Energie kosten bei der Produktion (z.B. Milch), da sind es die bösen Chinesen (die sind es ja immer, neuerdings) die durch ihren Kaufwahn die Preise hochtreiben. Böse Zungen behaupten, aber das würde ich ja nie tun, dass all diese Begründungen Mumpitz sind, und die Nahrungsmittelkonzerne, die großen Discounter etc, nun endlich mal mehr Kohle reinschaufeln wollen -- nachdem sie sich jahrelang wie bescheuert Preiskrieg geliefert haben. Naja, jedenfalls sagte die Interviewpartnerin des Radiomoderators, dass die Verbraucher halt bei gestiegen Preisen "vorsichtiger, umsichtiger" einkaufen sollten. Ha! Das ist ein Tipp. Und wenn das Brot unbezahlbar ist, dann soll das Prekariat halt Kuchen essen...
Ein kleines persönliches Ärgernis war ein EBay-Kauf von letztens. Ich brauchte Entspannung für meinen Lernstress, erwarb also das Golfspiel "Tiger Woods PGA 2004" -- originalverpackt und neu, von einem Privatverkäufer. Ich, brav ersteigert und sofort per Onlinebank bezahlt - nix gehört. Keine Antwort. Keine Mail von wegen, er hat verschickt. Dann traf das Ding ein, und zu meinem Ärger war in der originalverschweissten Verpackung eine CD zu wenig drin!! Geht das? Wusste der Verkäufer das irgendwie? Sollte ich an den Hersteller schreiben, und mir eine CD zusenden lassen? Verknirscht nahm ich eine "Sicherheitskopie" der fehlenden CD 2 von 3 , die ein "Bekannter von mir" aus den Tauschbörsen gesaugt hatte zur Hand um zu installieren. Grmpf. Da das Spiel eingeschweisst war und nun alles ok ist, hab ich den EBay-Verkäufer mal, gutmütig wie ich bin, positiv bewertet. Aber ein fader Beigeschmack bleibt. Und positiv für meine Blitzüberweisung bewertet hat er mich auch noch nich... :-(
Einen hab ich noch! Worüber man sich gerade auch schön ärgern kann, ist die Bahn. Diesmal kommen sie nicht zu spät oder so, oder pinseln hirnlose Raucherzonen (siehe meinen Post von vor ein paar Wochen) auf den Boden -- nein, sie wollen an die Börse. Und das geht so: man zwinge, besteche, nötige und quengel so lange herum, bis sich die Regierung, die das Volk vertritt, dem die Bahn und ihre Schienen EIGENTLICH gehören, weil es das ganze Zeug mit seinen Steuern bezahlt hat, einem krummen Deal zustimmt. Die Bahn AG minus des Schienennetzes geht zu 49% an die Börse, wird also an deppige Kleinanleger oder zackige Fondmanager vertickt. Das Schienennetz bleibt im Besitz des Bundes, wird aber zu 100% und ausschliesslich anderer Anbieter der Bahn AG (nun Kleinanleger+Fondmanager) überlassen. Das heisst: geschenkt. Für das "ausschliesslich anderer" sorgt die Bahn mit tollen exklusiven Verträgen. Ergebnis ist, dass das ganze Konstrukt nicht nur erheblich unter Wert verscherbelt wird (ich hab Zahlen gehört, die sagen Wert >100 Mrd, Aktien aber nur für ca. 5 Mrd). Sondern die Bahn wird auch ein Unternehmen, dass nur noch seinen Aktionären und der Dividende Verpflichtungen gegenüber empfindet. Was das macht, sah man ja in England. Man munkelt, dass man dort die Privatisierung der Bahn wieder rückgängig gemacht hat. Knick knack, nudge, nudge --- fällt da irgendwas auf?
Das alles ist unglaublich empörend. Das ist ungefähr so, als wenn man als Spediteuer einen LKW-Fahrer einstellt, und der dann den LKW, der ihm gar nicht gehört, unter Wert weiterverkauft. Oder man engagiert einen Kurator für ein Museum, und der vertickt die Bilder von Rembrandt dann aufm Flomarkt. Oder bei Ebay, und dann fehlt ein Stück Rahmen. Grrrrrrrrrrr. Ich bin nun wirklich kein staatshöriger Stalinist oä, aber es gibt SCHLÜSSELBEREICHE des öffentlichen Lebens, die gehören nicht in private Hand. Wenn wir uns schon einen Staat leisten. Weil diese Bereiche eben nur schlechter werden in der Ausführung ihrer allgemeinverantwortlichen Aufgaben, wenn sie "marktwirtschaftlich" geführt werden. Ich rede von öffentlichen Verkehr*, aber auch von Energieversorgung, Gesundheitssystem, Herstellung und Erforschung von Pharmazeutika, Sicherheit, Verwaltung. Das sind 6 Bereiche. Das wird man einem Staat doch zumuten können?! Und, ich meine wir haben 2007, das 21. Jhd -- wer glaubt denn heute wirklich noch, dass der ach so mystische freie Markt ach so toll alles besser macht?? Das ist so 1980er, das ist ja schon fast anachronistisch. Was hat uns der freie Wettbewerb der kapitalistischen Systeme denn gebracht? Weltkriege, Klimakatastrophe, polititsche Unruhe überall! So blind kann man doch nicht sein, dass zu übersehen? Ich bin ja gar nicht gegen freien Handel zwischen freien Individuen im Bereich von Waren, Diensleistungen etc. Wir leben nicht mehr nackt im Wald und das Hightech-Utopia ala StarTrek oder Banks' Culture haben wir auch noch nicht. Also, ok, ein wenig Handel lässt sich wohl nicht vermeiden. Aber dieser Murks, der da im Moment abgeht... nein danke...
*: jaja, dann hört man immer das lahme Argument, dass die faulen Beamten etc ja nix tun, wenn sie sich auf Staatskosten ausruhen. Aber, bitte, das muss doch nicht so sein! Das ist ein Argument, dass Fortschritt und Innovation ausklammert, nur weil sie nicht auf freiem Markt beruht. Warum kann nicht auch ein Staatsbetrieb pfiffig und fortschrittlich sein, können die Mitarbeitet durch Mitbestimmung und Verantwortung nicht auch motiviert werden?
Uffz, das war ja alles sehr konsistent und kongruent, jaja, hüstel hüstel... aber das musste raus. Nun kann ich weiterlernen.
Ein kleines persönliches Ärgernis war ein EBay-Kauf von letztens. Ich brauchte Entspannung für meinen Lernstress, erwarb also das Golfspiel "Tiger Woods PGA 2004" -- originalverpackt und neu, von einem Privatverkäufer. Ich, brav ersteigert und sofort per Onlinebank bezahlt - nix gehört. Keine Antwort. Keine Mail von wegen, er hat verschickt. Dann traf das Ding ein, und zu meinem Ärger war in der originalverschweissten Verpackung eine CD zu wenig drin!! Geht das? Wusste der Verkäufer das irgendwie? Sollte ich an den Hersteller schreiben, und mir eine CD zusenden lassen? Verknirscht nahm ich eine "Sicherheitskopie" der fehlenden CD 2 von 3 , die ein "Bekannter von mir" aus den Tauschbörsen gesaugt hatte zur Hand um zu installieren. Grmpf. Da das Spiel eingeschweisst war und nun alles ok ist, hab ich den EBay-Verkäufer mal, gutmütig wie ich bin, positiv bewertet. Aber ein fader Beigeschmack bleibt. Und positiv für meine Blitzüberweisung bewertet hat er mich auch noch nich... :-(
Einen hab ich noch! Worüber man sich gerade auch schön ärgern kann, ist die Bahn. Diesmal kommen sie nicht zu spät oder so, oder pinseln hirnlose Raucherzonen (siehe meinen Post von vor ein paar Wochen) auf den Boden -- nein, sie wollen an die Börse. Und das geht so: man zwinge, besteche, nötige und quengel so lange herum, bis sich die Regierung, die das Volk vertritt, dem die Bahn und ihre Schienen EIGENTLICH gehören, weil es das ganze Zeug mit seinen Steuern bezahlt hat, einem krummen Deal zustimmt. Die Bahn AG minus des Schienennetzes geht zu 49% an die Börse, wird also an deppige Kleinanleger oder zackige Fondmanager vertickt. Das Schienennetz bleibt im Besitz des Bundes, wird aber zu 100% und ausschliesslich anderer Anbieter der Bahn AG (nun Kleinanleger+Fondmanager) überlassen. Das heisst: geschenkt. Für das "ausschliesslich anderer" sorgt die Bahn mit tollen exklusiven Verträgen. Ergebnis ist, dass das ganze Konstrukt nicht nur erheblich unter Wert verscherbelt wird (ich hab Zahlen gehört, die sagen Wert >100 Mrd, Aktien aber nur für ca. 5 Mrd). Sondern die Bahn wird auch ein Unternehmen, dass nur noch seinen Aktionären und der Dividende Verpflichtungen gegenüber empfindet. Was das macht, sah man ja in England. Man munkelt, dass man dort die Privatisierung der Bahn wieder rückgängig gemacht hat. Knick knack, nudge, nudge --- fällt da irgendwas auf?
Das alles ist unglaublich empörend. Das ist ungefähr so, als wenn man als Spediteuer einen LKW-Fahrer einstellt, und der dann den LKW, der ihm gar nicht gehört, unter Wert weiterverkauft. Oder man engagiert einen Kurator für ein Museum, und der vertickt die Bilder von Rembrandt dann aufm Flomarkt. Oder bei Ebay, und dann fehlt ein Stück Rahmen. Grrrrrrrrrrr. Ich bin nun wirklich kein staatshöriger Stalinist oä, aber es gibt SCHLÜSSELBEREICHE des öffentlichen Lebens, die gehören nicht in private Hand. Wenn wir uns schon einen Staat leisten. Weil diese Bereiche eben nur schlechter werden in der Ausführung ihrer allgemeinverantwortlichen Aufgaben, wenn sie "marktwirtschaftlich" geführt werden. Ich rede von öffentlichen Verkehr*, aber auch von Energieversorgung, Gesundheitssystem, Herstellung und Erforschung von Pharmazeutika, Sicherheit, Verwaltung. Das sind 6 Bereiche. Das wird man einem Staat doch zumuten können?! Und, ich meine wir haben 2007, das 21. Jhd -- wer glaubt denn heute wirklich noch, dass der ach so mystische freie Markt ach so toll alles besser macht?? Das ist so 1980er, das ist ja schon fast anachronistisch. Was hat uns der freie Wettbewerb der kapitalistischen Systeme denn gebracht? Weltkriege, Klimakatastrophe, polititsche Unruhe überall! So blind kann man doch nicht sein, dass zu übersehen? Ich bin ja gar nicht gegen freien Handel zwischen freien Individuen im Bereich von Waren, Diensleistungen etc. Wir leben nicht mehr nackt im Wald und das Hightech-Utopia ala StarTrek oder Banks' Culture haben wir auch noch nicht. Also, ok, ein wenig Handel lässt sich wohl nicht vermeiden. Aber dieser Murks, der da im Moment abgeht... nein danke...
*: jaja, dann hört man immer das lahme Argument, dass die faulen Beamten etc ja nix tun, wenn sie sich auf Staatskosten ausruhen. Aber, bitte, das muss doch nicht so sein! Das ist ein Argument, dass Fortschritt und Innovation ausklammert, nur weil sie nicht auf freiem Markt beruht. Warum kann nicht auch ein Staatsbetrieb pfiffig und fortschrittlich sein, können die Mitarbeitet durch Mitbestimmung und Verantwortung nicht auch motiviert werden?
Uffz, das war ja alles sehr konsistent und kongruent, jaja, hüstel hüstel... aber das musste raus. Nun kann ich weiterlernen.
Donnerstag, August 30, 2007
Wofür die Deutsche Bahn AG Geld hat
Also, die DB hat KEIN Geld ihren Lokführern faire Gehälter zu zahlen! Die müssen streiken und streiten um von ihrem schlechten Lohn weg zu kommen.
Sie hat KEIN Geld für einen ordentlichen Nahverkehr! Es gibt natürlich viel zu wenig Züge und die sind auch noch blöd (kein Platz für Gepäck!). Und die guten Interregios haben sie 2001 abgeschafft. Weil hyperschnelle (und hyperteure) ICEs besser sind. Zumindest für das Image.
Sie hat natürlich auch KEIN Geld genug Mitarbeiter einzustellen! Das wäre nötig, um im Falle von Ausfällen schnell für Ersatz zu sorgen. So gibt es Verspätungen, Ausfälle usw usw. Lokschaden? Der Zug fällt aus -- Ersatzzug? Fehlanzeige.
Sie hat KEIN Geld für ordentliche Beratung am Schalter! Da sind ewig lange Schlangen, weil nur noch hin und wieder ein Mitarbeiter im "Reise Service Zentrum" vorbeischaut. Automaten beherrschen das Bild.
Wofür die Deutsche Bahn AG Geld hat? FÜR SCHWACHSINN HAT SIE GELD! Was seh ich als ich heute in den Aachener Bahnhof komme??? Gelb markierte Raucherzonen! Das ist nicht lache! Ich musste das dokumumentieren:

Sie hat KEIN Geld für einen ordentlichen Nahverkehr! Es gibt natürlich viel zu wenig Züge und die sind auch noch blöd (kein Platz für Gepäck!). Und die guten Interregios haben sie 2001 abgeschafft. Weil hyperschnelle (und hyperteure) ICEs besser sind. Zumindest für das Image.
Sie hat natürlich auch KEIN Geld genug Mitarbeiter einzustellen! Das wäre nötig, um im Falle von Ausfällen schnell für Ersatz zu sorgen. So gibt es Verspätungen, Ausfälle usw usw. Lokschaden? Der Zug fällt aus -- Ersatzzug? Fehlanzeige.
Sie hat KEIN Geld für ordentliche Beratung am Schalter! Da sind ewig lange Schlangen, weil nur noch hin und wieder ein Mitarbeiter im "Reise Service Zentrum" vorbeischaut. Automaten beherrschen das Bild.
Wofür die Deutsche Bahn AG Geld hat? FÜR SCHWACHSINN HAT SIE GELD! Was seh ich als ich heute in den Aachener Bahnhof komme??? Gelb markierte Raucherzonen! Das ist nicht lache! Ich musste das dokumumentieren:

Was denken die sich? Das der Rauch ehrfürchtig an der Linie halt macht, sich still und leise zu Boden sinken lässt? Oder was? Ich möcht ja nicht wissen was das gekostet hat, diese beschissen akkuraten Linien da hinzupinseln.
Vielleicht könnte man noch andere Zonen einrichten? Eine "hier-Gangsta-Mucke-vom-Handy-abspiel" Zone? Oder "hier-Kinder-plärren-lassen" Zone? Vielleicht eine Fleischesserzone in Bahnhöfen mit angeschlossenem McDoof? Vielleicht für Ostdeutschland eine Fascho-Zone (braune Linie, ist klar oder?), wo sich die Glatzen reinstellen können? Also, ich kann nur mit dem Kopf schütteln. Das sind die Verbesserungen an der Bahn, auf die die Welt gewartet hat!!
Ob Mehdorn in seinem Büro auch so eine kleine Raucherzone hat, in der er seine fetten Zigarren pafft????
Vielleicht könnte man noch andere Zonen einrichten? Eine "hier-Gangsta-Mucke-vom-Handy-abspiel" Zone? Oder "hier-Kinder-plärren-lassen" Zone? Vielleicht eine Fleischesserzone in Bahnhöfen mit angeschlossenem McDoof? Vielleicht für Ostdeutschland eine Fascho-Zone (braune Linie, ist klar oder?), wo sich die Glatzen reinstellen können? Also, ich kann nur mit dem Kopf schütteln. Das sind die Verbesserungen an der Bahn, auf die die Welt gewartet hat!!
Ob Mehdorn in seinem Büro auch so eine kleine Raucherzone hat, in der er seine fetten Zigarren pafft????
Dienstag, Juli 17, 2007
FNORD Atomangst FNORD
Also, ich bin ja schon alt. Daher kann ich mich, wenn auch zugegeben dunkel, an die mittleren und ausgehenden 80er Jahre durchaus erinnern. Da gab es noch die sogenannten "atomare Bedrohung". Klar, die Abrüstung war schon in vollem Gange (aber START usw kam erst in den 90ern) und der "neue" im Kreml (der ulkige Gorbi) war sicherlich der vernünftigst post-WWII-Politiker in diesem ganzen Spiel auf beiden Seiten des sogenannten Eisernen Vorhangs.
Naja, jedenfalls, ich mein mich durchaus erinnern zu können, dass das Wort "Atomkrieg" dieses spezielle Klingeln in mir erzeugt, wegen dieser prägenden Eindrücke. Mehr vielleicht als bei "heutigen" Kindern. Also auch "Atom" an sich, es gibt und gab eine klare Angst vor nuklearen Katastrophen. Und dann natürlich Tschernobyl. Das hat was hinterlassen. Kann mich schon noch dunkel erinnern, dass ich mal ne Zeit lang nicht auf den Spielplatz durfte und irgendwie hat sich bei mir "Pilze=Radioaktivität" auch ziemlich eingebrannt.
Und nun? Da gibt es diesen Kapitalismus. Und der ist sehr, sehr dumm, jetzt mal als System gesprochen. Der will nämlich auch da noch sparen und reduzieren und "optimieren" (das bedeutet auch Sparen) wo ein kleiner Fehler mal ganze Landstriche auslöschen kann. So zum Beispiel bei dem Konzern Vattenfall, dem einige nukleare Kraftwerke in Deutschland gehören, welche sagen wir mal, ein etwas spezielles Sicherheitskonzept haben. Es gab eine Reihe von Störfällen, die sagen wir mal ganz boshaft, vertuscht werden sollten. Naaaaaaaaatürlich ist der Konzern (siehe konzerneigene Webseite) total auf Sicherheit bedacht und so. Aber so ist nun mal der Kapitalismus -- wenn so ein Aufsichtsrat zwischen "20 Millionen Euro mehr Gewinn jetzt sofort einstreichen" und "20 Millionen potentiellen Strahlentoten in der Zukunft verhindern" entscheiden sollen, dann wählen die ganz in der Natur ihrer Funktion liegend, natürlich das Geld. Basta. So funktioniert Kapitalismus, da kann man nix dran regulieren oder kontrollieren, der Markt als solches ist dumm und rücksichtslos.
Und wenn dann, mit diesem Wissen im Hinterkopf, auch noch Meldungen reinflattern von wegen in Japan (auch so ein kapitalistisches Land aus der Achse der Blöden) kippen neuerdings Fässer mit radioaktivem Wasser einfach um wenn die Erde bebt... schwupp ist die Atomangst wieder da. Na super.
Glücklicherweise gibt es ja immer noch die Nazis. Die Sorgen für ein angenehm proximales Aufregepotential. Zum Beispiel wenn sie "drüben" am Strand mit Maschinenpistolen rumballern. Wie dumm kann man sein? Ich kann es schon wieder hören: "Ach die jungen Leute, die habens nichts so gemeint. Wir haben hier kein Problem mit Rechtsextremismus, nein nein nein". Muss man dem vernazten Osten fast schon dankbar sein für, lenkt so nett von der nuklearen Apokalypse ab...
Naja, jedenfalls, ich mein mich durchaus erinnern zu können, dass das Wort "Atomkrieg" dieses spezielle Klingeln in mir erzeugt, wegen dieser prägenden Eindrücke. Mehr vielleicht als bei "heutigen" Kindern. Also auch "Atom" an sich, es gibt und gab eine klare Angst vor nuklearen Katastrophen. Und dann natürlich Tschernobyl. Das hat was hinterlassen. Kann mich schon noch dunkel erinnern, dass ich mal ne Zeit lang nicht auf den Spielplatz durfte und irgendwie hat sich bei mir "Pilze=Radioaktivität" auch ziemlich eingebrannt.
Und nun? Da gibt es diesen Kapitalismus. Und der ist sehr, sehr dumm, jetzt mal als System gesprochen. Der will nämlich auch da noch sparen und reduzieren und "optimieren" (das bedeutet auch Sparen) wo ein kleiner Fehler mal ganze Landstriche auslöschen kann. So zum Beispiel bei dem Konzern Vattenfall, dem einige nukleare Kraftwerke in Deutschland gehören, welche sagen wir mal, ein etwas spezielles Sicherheitskonzept haben. Es gab eine Reihe von Störfällen, die sagen wir mal ganz boshaft, vertuscht werden sollten. Naaaaaaaaatürlich ist der Konzern (siehe konzerneigene Webseite) total auf Sicherheit bedacht und so. Aber so ist nun mal der Kapitalismus -- wenn so ein Aufsichtsrat zwischen "20 Millionen Euro mehr Gewinn jetzt sofort einstreichen" und "20 Millionen potentiellen Strahlentoten in der Zukunft verhindern" entscheiden sollen, dann wählen die ganz in der Natur ihrer Funktion liegend, natürlich das Geld. Basta. So funktioniert Kapitalismus, da kann man nix dran regulieren oder kontrollieren, der Markt als solches ist dumm und rücksichtslos.
Und wenn dann, mit diesem Wissen im Hinterkopf, auch noch Meldungen reinflattern von wegen in Japan (auch so ein kapitalistisches Land aus der Achse der Blöden) kippen neuerdings Fässer mit radioaktivem Wasser einfach um wenn die Erde bebt... schwupp ist die Atomangst wieder da. Na super.
Glücklicherweise gibt es ja immer noch die Nazis. Die Sorgen für ein angenehm proximales Aufregepotential. Zum Beispiel wenn sie "drüben" am Strand mit Maschinenpistolen rumballern. Wie dumm kann man sein? Ich kann es schon wieder hören: "Ach die jungen Leute, die habens nichts so gemeint. Wir haben hier kein Problem mit Rechtsextremismus, nein nein nein". Muss man dem vernazten Osten fast schon dankbar sein für, lenkt so nett von der nuklearen Apokalypse ab...
Donnerstag, Juli 05, 2007
Nichts wissen wollen und feige
Hab mich ziemlich geärgert über ein Interview mit Dieter Hildebrand in der Aachener Umsonstpostille "Super-Mittwoch" ... eigentlich nehm ich das Blatt nur zum Einwickeln von Biomüll, uns selbst dazu taugt es wegen des leicht aufweichenden Papiers nur bedingt. Aber dann fiel mir doch mal eine Schlagzeile auf: "Wir waren keine Antinazis..." steht da über einem Interview mit dem Kabarettisten. Die Story ist, dass der Focus herausgefunden hat, dass er Mitglied in der NSDAP gewesen sein soll. Nun sagt Hildebrand, dass dem nicht so war, ganz sicher nicht. Ok, abgesehen davon, dass er grad ein Buch rausbringt, welches durch diese Story wunderbar promotet wird (ich nenn das den Günther-Grass-move) wäre das für mich nicht weiter beachtenswert gewesen.
Aber der Hr. Hildebrand musste in dem Interview ja unbedingt noch mehr sagen. Vermutlich ist das so ein generelles Problem mit Kabarettistten, die müssen immer noch einen draufsetzen. Er behauptete jedenfalls,ich zitiere aus dem Super-Mittwoch, "man kann mit 16 Jahren auch noch kein Anti-Nazi gewesen sein. Das würde ich jedenfalls allen denen, die so etwas schreiben ans Herz legen: das geht nicht!" Weiter sagt er: "Ich stamme (..) aus bürgerlichem Umfeld. Es wäre auch - man bedenke: wir waren 16 - ohne Organisation gar nicht möglich gewesen." Herrje. Mein lieber Herr Hildebrand. Ich bin erst 29, und hab natürlich nicht bei den Nazis als Flakhelfer meine Jugend verbracht wie sie. Und ich blicke auch nicht auf so ein reichhaltiges Leben mit so viel Lebenserfahrung zurück wie sie. Aber ich hab (ein wenig) über diese Zeit der deutschen Geschichte gelesen. Und das was sie da zusammenfabulieren ist nichts weiter, als eine lahme Gewissenserleichterung dafür, dass sie nichts wissen wollten und feige waren. Das ist völlig ok. Niemand macht ihnen daraus einen Vorwurf, zumindest nicht mehr als sonst auch. Niemand, aber auch wirklich niemand hält sie heutzutage für einen Nazi.
Aber bitte, bitte, sie BELEIDIGEN damit Menschen die damals sowohl jung als auch gegen die Nazis waren... oh ja, das hatten sie vergessen, nicht wahr? Das Sophie Scholl von den Nazis ermordet wurde? Das die sog. "Edelweißpiraten" auch einfach nur mutig und ohne Organisation unterwegs waren, manche waren vielleicht auch 16 oder jünger? Tststs. Sie sollten sich was schämen, für dieses miese Interview. Manchmal sollte man, auch als Kabarettist, einfach mal besser die Schnauze halten und den Ball flach halten, statt immer und immer wieder nur die Lebenslüge einer ganzen Generation ("Wir wussten ja nix. Wir konnten nicht anders.") zu kolportieren.
Aber der Hr. Hildebrand musste in dem Interview ja unbedingt noch mehr sagen. Vermutlich ist das so ein generelles Problem mit Kabarettistten, die müssen immer noch einen draufsetzen. Er behauptete jedenfalls,ich zitiere aus dem Super-Mittwoch, "man kann mit 16 Jahren auch noch kein Anti-Nazi gewesen sein. Das würde ich jedenfalls allen denen, die so etwas schreiben ans Herz legen: das geht nicht!" Weiter sagt er: "Ich stamme (..) aus bürgerlichem Umfeld. Es wäre auch - man bedenke: wir waren 16 - ohne Organisation gar nicht möglich gewesen." Herrje. Mein lieber Herr Hildebrand. Ich bin erst 29, und hab natürlich nicht bei den Nazis als Flakhelfer meine Jugend verbracht wie sie. Und ich blicke auch nicht auf so ein reichhaltiges Leben mit so viel Lebenserfahrung zurück wie sie. Aber ich hab (ein wenig) über diese Zeit der deutschen Geschichte gelesen. Und das was sie da zusammenfabulieren ist nichts weiter, als eine lahme Gewissenserleichterung dafür, dass sie nichts wissen wollten und feige waren. Das ist völlig ok. Niemand macht ihnen daraus einen Vorwurf, zumindest nicht mehr als sonst auch. Niemand, aber auch wirklich niemand hält sie heutzutage für einen Nazi.
Aber bitte, bitte, sie BELEIDIGEN damit Menschen die damals sowohl jung als auch gegen die Nazis waren... oh ja, das hatten sie vergessen, nicht wahr? Das Sophie Scholl von den Nazis ermordet wurde? Das die sog. "Edelweißpiraten" auch einfach nur mutig und ohne Organisation unterwegs waren, manche waren vielleicht auch 16 oder jünger? Tststs. Sie sollten sich was schämen, für dieses miese Interview. Manchmal sollte man, auch als Kabarettist, einfach mal besser die Schnauze halten und den Ball flach halten, statt immer und immer wieder nur die Lebenslüge einer ganzen Generation ("Wir wussten ja nix. Wir konnten nicht anders.") zu kolportieren.
Montag, Juni 25, 2007
Mittelaltermarkt
Bin ja ohne Zweifel ein Fantasy-Fan. Und man kann eine gewisse "mittelalterlichkeit" in den allermeisten Fantasysettings nicht verneinen. Aber es ist eine Sache, sich eine (vielleicht) idealere Welt voller Geheimnisse und Abenteuern auszudenken, deren Komplexität absichtlich in Grenzen hält, und es ist eine ganz andere Sache mit ganz eng gesetzten historischen Scheuklappen, viel Wunschdenken und geradezu bestechender Ignoranz so zu tun als sei das "reale" Mittelalter eine ganz tolle Sache gewesen.
War am Sonntag (aus Versehen) auf einem Mittelaltermarkt in Schloß Burg in Solingen. Naja, ich war da schon lange nicht mehr, die Burg ist echt lohnenswert weil der Museums- und Besichtigungsrundgang durch Rittersaal, Türme und Wehrgänge und Bergfried echt nett ist. Auch wenn das Museum ziemlich schwach dokumentiert und wie ein wildes Sammelsurium von Artefakten rüberkommt. Egal. Für Kinder ist Schloß Burg super.
Aber wir dachten eigentlich einen Kunsthandwerkermarkt zu sehen. Stattdessen war es diese unerträgliche Klientel von Liferollenspielern und Re-enactment Typen, die in ihren grässlichen Bettlakenoutfits da herumsprangen und vermeindlich mittelalterlich taten. Also, geschwollen gequatscht oder wahlweise herumkrakeelt haben. Mit Schwertern und anderen Mordwerkzeugen in der Kapelle der Burg vor dem Altar Fotos geschossen haben (weil das so schön mittelalterlich ist, versteht sich). Und Feuer in Grillen gemacht haben, weil auch das hat man damals jeden Tag gemacht. BBQ halt. Und eine Prise Nazi-Germanien Scheisse ("Odin Met" oder son Dreck) haben sie auch noch dazu gemixt. Also irgendwie... muss man mal darüber nachdenken, was dieses immergleiche Klientel so zu diesem Genre zieht? Damals waren Männer vielleicht noch echte Männer (haben sich also mit der Axt den Kopp eingewemst) und Frauen bestimmt noch echte Frauen (also am Herd oder im besten Fall intrigantes Burgfräulein, aber Rollenverteilung auf jeden Fall 1a). Vielleicht ist es das. Klare Strukturen und einen da oben der regiert dem man blind vertrauen kann und Zujubeln und auf Feldzüge folgen, immer Treu und Ehre und so. Und nach herzenslust und Blut und Boden und Ahnen einen runteronanieren, das waren noch mächtige Reiche... jaja.. kotzbrechspeihspuck...
Ok, das war nun eine sehr negative Sicht. Aber man hat nun wirklich nicht den Eindruck dass viele von den Leuten in diesem LARP/Reenactment Genre sich sonderlich viele Gedanken machen. Im allgemeinen nicht. Über die Gegenwart und die Realität, die so unangenehm komplex und vielschichtig ist aber erst recht nicht. Also nur Escapismus? Wie gesagt, es gibt auch eine völkisch-politische Komponente darin, die mich schon sehr abgeschreckt hat als ich vor vielen Jahren mal ein kurzes tete-a-tete mit dem Liferollenspiel hatte. Es wird sich jedenfalls nicht nach einer freien, modernen, emanzipierten Gesellschaft gesehnt in diesen Kreisen. Mehr sag ich erst mal nicht.
War am Sonntag (aus Versehen) auf einem Mittelaltermarkt in Schloß Burg in Solingen. Naja, ich war da schon lange nicht mehr, die Burg ist echt lohnenswert weil der Museums- und Besichtigungsrundgang durch Rittersaal, Türme und Wehrgänge und Bergfried echt nett ist. Auch wenn das Museum ziemlich schwach dokumentiert und wie ein wildes Sammelsurium von Artefakten rüberkommt. Egal. Für Kinder ist Schloß Burg super.
Aber wir dachten eigentlich einen Kunsthandwerkermarkt zu sehen. Stattdessen war es diese unerträgliche Klientel von Liferollenspielern und Re-enactment Typen, die in ihren grässlichen Bettlakenoutfits da herumsprangen und vermeindlich mittelalterlich taten. Also, geschwollen gequatscht oder wahlweise herumkrakeelt haben. Mit Schwertern und anderen Mordwerkzeugen in der Kapelle der Burg vor dem Altar Fotos geschossen haben (weil das so schön mittelalterlich ist, versteht sich). Und Feuer in Grillen gemacht haben, weil auch das hat man damals jeden Tag gemacht. BBQ halt. Und eine Prise Nazi-Germanien Scheisse ("Odin Met" oder son Dreck) haben sie auch noch dazu gemixt. Also irgendwie... muss man mal darüber nachdenken, was dieses immergleiche Klientel so zu diesem Genre zieht? Damals waren Männer vielleicht noch echte Männer (haben sich also mit der Axt den Kopp eingewemst) und Frauen bestimmt noch echte Frauen (also am Herd oder im besten Fall intrigantes Burgfräulein, aber Rollenverteilung auf jeden Fall 1a). Vielleicht ist es das. Klare Strukturen und einen da oben der regiert dem man blind vertrauen kann und Zujubeln und auf Feldzüge folgen, immer Treu und Ehre und so. Und nach herzenslust und Blut und Boden und Ahnen einen runteronanieren, das waren noch mächtige Reiche... jaja.. kotzbrechspeihspuck...
Ok, das war nun eine sehr negative Sicht. Aber man hat nun wirklich nicht den Eindruck dass viele von den Leuten in diesem LARP/Reenactment Genre sich sonderlich viele Gedanken machen. Im allgemeinen nicht. Über die Gegenwart und die Realität, die so unangenehm komplex und vielschichtig ist aber erst recht nicht. Also nur Escapismus? Wie gesagt, es gibt auch eine völkisch-politische Komponente darin, die mich schon sehr abgeschreckt hat als ich vor vielen Jahren mal ein kurzes tete-a-tete mit dem Liferollenspiel hatte. Es wird sich jedenfalls nicht nach einer freien, modernen, emanzipierten Gesellschaft gesehnt in diesen Kreisen. Mehr sag ich erst mal nicht.
Abonnieren
Posts (Atom)