Sonntag, Dezember 21, 2008

New Model Army, 20.12.08, Palladium, Köln

Gestern war es wieder so weit, das mittlerweile traditionelle Weihnachtskonzert von New Model Army im Palladium in Köln stand an.
Als special guest (die ich mitbekommen hab) diesmal The International Noise Conspiracy aus Schweden, eine Band die ich noch nie so gut fand. Und auch diesmal haben sie mich nicht sonderlich überzeugt -- auch wenn der (hungerhakige) Sänger wie ein Wilder auf der Bühne herumhopst ist. Kein guter Sound. Keine so tollen Songs. Naja, leidlich eben.
Als dann, gegen 21:30 Uhr endlich, New Model Army auf die Bühne kam, war alles gut. Wie immer (Mythos Weihnachtskonzert in Köln) waren die Fans vom ersten Song an voll dabei. Die alten Songs (highlights waren aus der "alten Kollektion" Vagabonds, Green and Grey und das aufgemotzte No Rest for the Wicked) sorgen natürlich immer für Furore, aber auch die 3 (?) neuen Songs die präsentiert wurden, kamen sehr druckvoll und rockig rüber. Überhaupt finde ich, dass die Band (insbesondere dank des wirklich aussergewöhnlichen "neuen" Gitarristen Marshall Gill) nun den powerful sound für Songs gefunden hat, die in den 80-90er Jahren ihrer Zeit quasi voraus waren. Endlich haben sie zu dem aggressiv-erdigen Grundklang, der den Songs immanent ist, auch die Technik gefunden. Überhaupt kann man Marshall Gill nicht genug loben -- der Kerl rockt dermaßen an der Gitarre, dass es nicht zu glauben ist. Und trotzdem spielt er das Intro von Vagabonds genial entwickelt... bin begeistert.
Also, hat sich mal wieder gelohnt... :-)

Donnerstag, Dezember 11, 2008

Gewonnen!


So sieht es aus, wenn man der Oberpirat ist...
Nach ca. 10h reiner Spielzeit hab ich dieses Ergebnis erzielt... (fast) alle Quests erledigt und der fieseste und gefürchteste Pirat der Karibik. Na geht doch. Auch wenn der kleine Text da behauptet, mein Schwertkampf mit Montalban wäre der Höhepunkt meiner Karriere gewesen, finde ich eher dass mein Mega-Raubzug die gesamte Südamerikanische Küste entlang, bei dem ich jede einzelne Stadt erobert hab, deutlich cooler war... ;-)
So, nun das ganze auf der nächsthöheren Spielstufe...

Donnerstag, Dezember 04, 2008

Backup mit der Linux bash

Hach nee, als hätte ich es nicht schon immer gewusst: die Linux Bash (das was man bei Windows die "Eingabeaufforderung" nennt) verleiht einem geradezu mythische Macht -- wenn man weiß wie man sie anwendet.

Hier ein Beispiel aus dem Alltag -- da ich so langsam meine letzten Arbeitstage habe hier, kopiere ich all meine Daten (immerhin -- aus fast 5 Jahren Forschung hier -- 25 GB) auf eine externe Festplatte. Ausserdem will ich natürlich sicher gehen, dass keine Fehler beim Kopieren, wie auch immer das geschehen soll, passiert sind. Weil ich mich heute so nerdig fühle, mach ich all das mit der Bash. Und zwar so:

Backup von Verzeichnis "/home/benutzer/DATEN" nach "/media/disk/backup_benutzer":
cd ~
rsync -av DATEN /media/disk/backup_benutzer
(so wird in in dem "backup_benutzer" ein neuer Ordner namens DATEN erstellt und alles rüberkopiert)

Berechnen der md5-Checksumme ALLER Dateien im, und unterhalb von, aktuellen Verzeichnis:
cd /home/benutzer/DATEN
find . -type f -print0 | xargs -0 md5sum >> /media/disk/backup_benutzer/md5sums_daten.txt
mv md5sums_daten.txt /media/disk/backup_benutzer

Vergleichen der Checksummen mit den den kopierten Dateien:
cd /media/disk/backup_benutzer/DATEN
md5sum -c ../md5sums_daten.txt

Clever, elegant, schnell. Und die Maus nutzt sich nicht so schnell ab... ;-)

EDIT: kleiner Nachtrag ... wenn man auf ein Dateisystem kopiert, dass keine Benutzer und Gruppenrechte kennt (wie z.B. FAT32), dann sollte man statt der Option -av dem Programm rsync die Optionen -rltv mitgeben... macht das gleiche, versucht aber keine Veränderungen mehr an den Benutzerrechten zu machen auf dem neuen Medium, dann wird man auch nicht mit Fehlermeldungen bombardiert

Mittwoch, Dezember 03, 2008

31

Wenn ich bei google den Suchbegriff "31" eingebe, dann spuckt die Maschine 4.990.000.000 Treffer aus. Fast 5 Milliarden! Eine wichtige Zahl, wie es scheint. Da wäre, ganz an erster Stelle, der §31 des BGB "Haftung des Vereins für Organe" zu sehen oder, etwas später, die Homepage des Rettungshubschraubers Christoph 31 in Berlin. Auch schön, bereits etwas weiter unten in der Liste, die Sektion 31 der Sternenflotte (aus Raumschiff Enterprise), eine Art interstellarer Geheimdienst. Wir finden Links zur 31. Steuerberatertagung und zur 31. Jonglier-Convention in Karlsruhe. Unvergessen der durchaus lesenswerte Psalm 31 aus dem alten Testament, in dem es heißt "denn du bist mein Fels und meine Burg" und, etwas später, "du stellst meine Füße auf weiten Raum". Schön.

Bei Wikipedia hingegen findet man eine Menge nützlicher Informationen zur 31. Die Zahl ist nicht nur eine Primzahl, nein sie ist eine Mersenne Primzahl* und eine primoriale Primzahl**. Wow! Ganz zufällig ist die 31 in der Basis 5 (111) und der Basis 2 (11111) eine Zahl, die aus gleichen Ziffern besteht. Dazu passt, dass im Hexadezimalsystem die 31 die letzte "Teen" Zahl ist, nämlich 1F... danach kommen ab 32 (bzw.: 20) die "Twens"... (danke an Tomasz für diesen ermutigenden Hinweis!).
Ausserdem ist die 31 (natürlich, logisch!) eine "zentrierte Dreiecks-, Fünfecks- und Zehneckszahl"***, eine Eigenschaft die sie, bei halbwegs kleinen Zahlen jedenfalls, nur mit der 1 gemein hat. Aber damit nicht genug der Zahlentheorie: die Zahl 31 ist eine "lucky number", also eine Glückszahl, sogar eine Glücksprimzahl. Ganz wissenschaftlich festgelegt! Denn: die 31 lässt sich durch das Sieb des Eratosthenes generieren. Na, wenn das nichts ist!

Wenn wir uns mal anschauen, was es noch so für Wiki-Einträge zur 31 gibt, wird es nicht minder interessant: so fällt sofort ins Auge, dass 31 die Atomzahl von Gallium ist. Es ist die Vorwahl von Holland. (Die anderen Einträge verschweigen wir an dieser Stelle... wer hätte gedacht, dass 31 -- "otuzbir" -- ein türkischer Umgangsbegriff für Masturbation ist???). Es ist die Hausnummer der Andromeda Galaxie (M31), ein Kartenspiel, ein Codewort für eine nervige Person hinter der Bühne, eine häufige Rückennummer für Eishockeytorhüter und und und und und...

Wer kann zusammenfassen? Ja, dort hinten, der Herr in dem karierten Hemd!
Also, bei mir ist die Sache mit dem "mein Fels und Burg" trotz "weitem Raum" hängengeblieben. Dass die 31 ganz offiziell-mathematisch eine Glückszahl ist. Und die Vorwahl von Holland!
Na, wenn das nicht alles gute Omen für mein kommendes Jahr sind, dann weiß ich es auch nicht!

In diesem Sinne...



*, **, ***: was es mit diesen, eigentlich zur durchschnittlichen Allgemeinbildung zählenden, zahlentheoretischen Eigenschaften auf sich hat, überlasse ich dem Leser als Hausaufgabe. Das ist ja nun trivial...

Montag, Dezember 01, 2008

Unentschieden

Es ist wie verhext. Der VfL Bochum hat wieder nicht gewonnen. Nicht, dass es nicht respektabel wäre gegen so einen Verein wie Hamburger SV (immerhin gespickt mit Stars) einen Punkt zu holen. Aber es ist der Kontext, der zählt. Und der sagt -- 11 Spiele in Folge ohne Sieg, überhaupt erst einen Dreier in der Saison geholt. Und das in 15 Spielen.
Die genaue Bilanz sagt
Platz 16: VfL Bochum Spiele 15 Siege 1 Unentschieden 8 Niederlagen 6 Tore 18:24, -6 Punkte 11. Na, das klingt nicht gut. Das löst sogar Kommentare in der Presse aus, die sonst den VfL eher ignoriert. So schreibt der Spiegel in seiner Online Ausgabe: "[jetzt] scheint die Zeit wieder reif für den Abstieg". Der Kicker bringt, schon mit klarerer Sicht, die Stärken des VfL auf den Punkt: " der leidenschaftlich kämpfende VfL". Genau.
Und deshalb sag ich nun, warum die Lage alles andere als verzweifelt ist. Wenn man sich die Ergebnisse mal im Detail ansieht, dann fällt einem auf -- der VfL hat wirklich starken Gegnern (Bayern! Dortmund! Bremen!) Punkte abgeluchst oder zumindest ein tolles Spiel geliefert. Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben, sondern trotz der vermeindlichen Misere tollen Fussball und "aufrechte" Moral bewiesen. Und es war schon immer so -- der VfL lässt sich nicht unterkriegen und, um meinen Kommentatoren-Helden Frank Buschmann einmal zu bemühen: "am Ende kackt die Ente!". Erst mal abwarten! Ich bin mir sicher, die Saison ist noch lang und es gibt noch genug Punkte zu holen, um das Feld von hinten aufzurollen.
In diesem Sinne, bloß keine Panik beim VfL, ein hektischer Trainerwechsel oder Unkenrufe von der Abstiegsangst wären nun das "Falscheste wo gibt". Sestak wird in der Rückrunde wieder groß auftrumpfen und die Mannschaft auf ihren "Stammplatz" im Mittelfeld der Bundesliga zurückführen ... weil die Liga so ein Team wie Bochum braucht, ehrlich, mutig, fleissig -- eine Mannschaft mit der sich die Leute identifizieren können, die sich nicht als "Bayern München" fühlen... :-)

Mittwoch, November 26, 2008

Sid Meier's Pirates! (2004)

Ich hab es mir einfach mal gekauft... 6,99€ in der GreenPepper Kollektion sind einfach ein unschlagbares Argument, ein Computerspiel mal auszuprobieren. Ich besitze nun die "aktualisierte" Umsetzung des Spieleklassikers Pirates!, 20 Jahre nach dem offiziellen Erscheinen wurde es für moderne Computer aufgeschönt und leicht modifiziert.
Und das ist gelungen, wie ich finde!
Das Spiel ist nun komplett in 3D, was vor allem bei der Segelspielsequenz auffällt. Hier sieht man die Karibik in einer automatisch zoomenden Iso-Ansicht, man sieht sein eigenes Schiff (und alle andere Schiffe in der Flotte!) die niedlich animiert in die steilen Wenden und Halsen manövrieren. Ausserdem sieht man nun andere Schiffe, die unterwegs sind auf den Meeren. Das ist schon mal nett. Auch die Actionsequenzen sind nun in 3D... die Schwertkämpfe gleichen nun, zumindest bei den ersten paar Malen, richtigen Hollywood-Piratenszenen wie im Film. Komplett mit "am Seil runtergerutsche" und "über Bord fallen" und so.
Auf den ersten Blick sind jedenfalls alle Spielelemente aus dem alten Spiel noch da, man fühlt sich sofort zuhause und "wie früher"... echt klasse Zeitreise! Ausserdem positiv - obwohl das Spiel für Win XP ist, installierte es sich unter Vista (Home Premium) völlig problemlos.
Einige Spielelemente wurden dem Spiel hinzugefügt -- so kann man nun seine Schiffe aufmotzen (bessere Segel, Kanonen und andere Modifikationen), besondere Gegenstände für seine Hauptfigur erwerben und "Spezialisten" für die Crew anheuern. Das gibt dem Spiel mehr Tiefgang und Variationsbreite. Gefällt mir sehr gut.
Ausserdem wurden weitere Action-Sequenzen hinzugefügt -- so gibt es nun wohl eine Tanzszene (um den Töchtern der Gouverneure auf einem Ball den Kopf zu verdrehen), die ich aber noch nicht gesehen hab. Und das Einschleichen in feindliche Städte funktioniert nun anders, in einer kleinen Actionsequenz, in der man eine isometrisch gezeichnete Siedlung mit der Spielfigur durchwandert und vor den Nachtwächtern flieht. Beim ersten Mal spannend, aber ich stell mir vor, wenn ich das zum 10. Mal mache bin ich ein wenig genervt.
Naja, ansonsten ist neu: es gibt eine "Top-10" der fiesesten aktiven Piraten, in der man auch mitmischt. D.h. irgendwie auf der Spielfläche kapern und plündern computergesteuerte Freibeuter herum. Ich nehm mal an, dass man diese Herren auch treffen (in jeder Bedeutung des Wortes) kann.
Tatsächlich ist nun mehr so, dass man die Ereignisse in der Spielwelt mit beeinflussen kann, weil sie "wirklich" vom Spiel mitsimuliert werden, und nicht nur im Hintergrund per Zufallsgenerator erzeugt. So erzählte mir gestern Nacht bei meinem Testgame der Gouverneur von St. Eustatius, dass er ein Kriegsschiff mit Truppen zum Angriff auf Trinidad schicken würde. Und -- tatsächlich lief direkt nach mir ein dicker Pott aus dem Hafen aus. Wenn man in die Nähe der Schiffe segelt, erscheinen Informationen über ihre Herkunft und ihr Reiseziel... da stand dann "Niederländische Kriegsbrigg mit Kurs auf Trinidad, transportiert Truppen". Sehr cool eigentlich, wenn ich deren Mission hätte sabotieren wollen... naja, schon klar was das alles für Möglichkeiten erzeugt.
Mehr neue Elemente die ich entdeckt hab sind noch: es gibt nun auch Eingeborene, die in kleinen Schiffen herumschippern, Dörfer haben und auch hin und wieder Städte attackieren (Wie? Was? Die Karibik war NICHT menschenleer, als die Spanier da ankamen??), sowie fromme Missionsstationen und verruchte Piratennester -- d.h. es gibt nun im Vergleich zu "früher" noch mehr Orte wo man anlanden, handel treiben und die Beute aufteilen kann. Alles sehr cool.
Ein Wort zu den Actionsequenzen: natürlich sind sie "vorgescriptet" und wiederholen sich im Grunde immer wieder ... "heutzutage" wäre es zeitgemäßer, die Schwertkämpfe an Deck bei Kaperungen vielleicht als dynamisches Echtzeit-Action-Spiel oder gar in der 3D-Perspektive (ala WoW oder so?) zu realisieren. Das wär noch coooler, klar. Aber wäre es dann noch das selbe Spiel? Ich denk mal, das Spiel heißt eben nicht "irgendwas mit Piraten", sondern "Sid Meier's Pirates!" --- es SOLL ein remake sein, in dem sich das alte Spiel wiederfinden lässt. Ich find es jedenfalls gut so wie es ist. Manchmal ist weniger auch mehr!

Fazit: 9/10 Punkte dafür, dass sie gewagt haben ein bereits sehr gutes aber altes Spielkonzept NICHT zu verschlimmbessern, sondern vorsichtig und genau im richtigen Maß mit Zusatzideen einzubringen, die das Spiel nicht dramatisch verändern. Ich würde sagen, da waren Fans des Originalgames bei der Programmierung am Werke! Und genau für solche ist die 2004er Version auch am besten geeignet, denke ich. Ich jedenfalls hab mich heute Nacht bei meinem kleine Test sofort zurückversetzt gefühlt an alte Zeiten (siehe diesen Post hier) vor dem C64.

Montag, November 24, 2008

Schnee und Kohlsuppe

Werd mich mal einreihen und über das Wetter berichten. Es ist Schnee gefallen am Wochenende! Mein Auto war komplett weiß, ich musste da richtig schaufeln um es freizukriegen. Und man konnte Schneebälle werfen! Für Ende November ist das schon ziemlich gut und eher aussergewöhnlich, wie ich finde. Zumindest für unsere Breiten.
Dass ausgerechnet an diesem Wochenende der Weihnachtsmarkt eröffnet hat, ist natürlich super. Da konnten die Massen an Touristen sich ohne zu schwitzen, sondern so ganz stilecht mit Schnee auf der Mütze, an den Freßbuden vorbeidrängeln.
Das beste an dem Wetter ist aber, wie bereits im Kommentar in bilingualblahblahgirl's Blog gesagt, sind die Wintergerichte, die man dann Kochen kann. Gestern gab es bei uns Kohleintopf -- total einfach, aber superlecker:

1 Weißkohl
ca. 8-10 Kartoffeln
ca. 5-6 Möhren
2 Zwiebeln
Speck
4 Mettenden
1 Liter Rinderbrühe
1 Liter Gemüsebrühe
0,5 Liter Wasser
ein bisserl Öl
ne kleine Hand voll Kümmel

Zwiebeln und Speck in Öl anbrutzeln, den in grobe Stücke zerlegten Weißkohl dazugeben und andünsten bis wieder Platz im Topf ist (das brennt leicht an!). Die Hälfte vom Kümmel dazugeben beim anbrutzeln, das gibt gutes Aroma. Dann den Brühe-Brühe-Wasser Mix, den restlichen Kümmel und das andere Gemüse hinzugeben und ne halbe Stunde kochen. Die Mettende in Scheiben schneiden und dazugeben, noch mal ne halbe Stunde kochen. Fertig.
Am besten schmeckt es, wenn die Suppe einmal abgekühlt ist (zum Beispiel, weil man sie vormittags bereitet aber erst abends isst) und wieder erwärmt wurde -- wie auch immer der Mechanismus ist, das gibt den besten Geschmack.

Schönen Gruß an alle Schneemänner und -frauen!

Freitag, November 21, 2008

Mehr über Piraten (LOL! ROFL! ROFLMAO!)

Auf Spiegel-Online tauchte gerade eben dieser Artikel mit einem unglaublichen Absatz auf, der meinen Freitag, zumindest was Humor angeht, gerettet hat:

Zitat:
***
Mogadischu - Ein lokaler Stammesführer berichtete der Nachrichtenagentur Reuters von der Jagd auf die Piraten. Schwer bewaffnete Islamisten seien in die somalische Hafenstadt Haradheere eingedrungen, um die Entführer des Supertankers "Sirius Star" zu suchen.

Die Islamisten hätten gesagt, "sie werden die Piraten angreifen, weil diese ein muslimisches Schiff entführt hätten", sagte der Stammesälteste in einem Telefonat. "Die Islamisten suchen nach den Piraten und dem Schiff. Ich habe vier Autos voller Kämpfer gesehen, die durch jede Straße der Stadt fahren."
***

(Hervorhebungen von mir)

Bemerkenswerte Strategie. Klar, ich vermute auch, dass das Schiff in einer Hinterhofgarage versteckt wurde. Ungefähr so muss es abgelaufen sein:

"Ey, Onkel Ali, kann ich was in deinem Fahrradschuppen unterstellen?" --

"Ah, mein lieber Neffe, lange nicht gesehen. Ist ein bischen unordentlich da drin, Fahrrad, Hühner, du kennst das ja..." --

"Macht nix, wir haben da nur so einen von diesen Öltankern gekapert..." --

"Ach so, na dann ist es ja kein Problem, immer rein damit."

Piraten!

Die ganzen Ereignisse um die Piraterie vor der somalischen Küste ("Tortuga") lassen mir in den letzten Tagen keine Ruhe mehr. Harr! Piraten! Natürlich haben die mit MGs und Panzerfäusten auf Schnellbooten herumdüsenden Wasser-Mafiosi nichts mit den holzbeinigen, augenbeklappten und papageiverliebten Zottel-Seeräubern aus der Karibik des 17. Jhd. zu tun. Aber trotzdem -- die Seeräuberei ruft seit jeher eine Mischung aus Abscheu und Faszination hervor. Kein Wunder also, dass es in der Popkultur ein sehr beliebtes Genre ist.
Und welche Form von Popkultur hat den kleinen Autor dieses Blogs am meisten geprägt? Richtig! Computerspiele. Aufm C64 Brotkasten!
All die somalischen Seeräubergeschichten haben mich an die vielen, vielen aufregenden Stunden vor dem C64 erinnert, in denen ich das grundgeniale Spiel Pirates! von Microprose gezockt hab. Grund genug, diesen "Oldie-but-Goldie" noch einmal in Erinnerung zu rufen:

Zunächst zur Historie: dieses Spiel, dass sicherlich zu den besten Computerspielen aller Zeiten gehört, erschien 1987 auf damals so populären Rechnern wie C64, Apple und PC. Gut, PC gibt es immer noch. Etwas später gab es Versionen für Amiga und Atari ST (aaaah, der damals ständig schwelende Streit zwischen den Amiga500 und den Atari ST Usern... das wär mal einen Artikel wert). Ich hab das Spiel zum ersten Mal etwa um diese Zeit (muss '88 gewesen sein) auf den C64 gesehen haben -- und war sofort begeistert. Ich bin mir irgendwie sicher, auch die Originalversion (mit einer tollen, auf alt gemachten Karte der Karibik) besessen zu haben, aber die Box ist natürlich nicht mehr da. Viel später (1993) wurde eine "facelift"-Version (Pirates! Gold) für den PC veröffentlicht, aber am Spielprinzip selber haben sie nix gemacht. Diese Version hab ich, ehrlich gesagt, auch nie gespielt -- obwohl sie als Abandonware in den einschlägigen Sites zum Download bereit steht (so man es mit einem DOSbox-Emulator ans Laufen kriegt).
Hier die Wikipedia-Artikel zu den beiden "relevanten" Versionen Pirates! (1987) und Pirates! Gold (1993).

Warum war dieses Spiel so faszinierend? Bestand es doch hauptsächlich darin, mit einem kleinen Segelschiff (das immer in der Mitte des Bildes war, um das herum die eckig wirkende Karibik mit Küstenstreifen, Wasser, Wolken und Untiefen scrollte) herumzufahren, Häfen anzulaufen (oder zu plündern), Schiffe zu treffen (in jeder Bedeutung des Wortes) und Gold zu horten? Dabei lief der Kampf im Grunde immer in zwei Phasen ab -- erst wurde per Schiff (oder, im Fall von Landangriffen, per Armee) auf einer, im Maßstab vergrößerten Karte, herumgejuckelt und versucht, mit den unglaublich ungenauen Kanonen das gegnerische Schiff oder Fort zu treffen. Hatte man dazu keine Lust mehr, oder war erfolgreich, versuchte man durch "Kontaktaufnahme" zu entern oder anzulanden. Dann kam es zu Phase zwei -- in einem exemplarischen Schwertkampf (hoch, tief, mitte schlagen und parieren möglich, rechts und links gehen) musste man den Kommandant der Gegner besiegen, während sich im Hintergrund (als kleine Moral- und Truppenstärkeanzeiger) der Rest der Jungs kloppte. Gewann man, war der Kampf gewonnen. Nun konnte Gold, Waren, Mannschaften oder auch das ganze Schiff übernommen werden -- so hatte man bald eine ganze Flotte von Schiffen beisammen, deren Besatzungen einem die Haare vom Kopf fressen und ständig meutern. Also -- teilte man irgendwann den Plunder auf und begann von neuem, als erfahrener aber kleiner Kapitän, und rekrutierte sich wieder ein Mannschaft aus wilden Gesellen. Ein widerkehrender Zyklus aus Wachstum, Chaos und Neubeginn. Sehr metaphorisch.
Natürlich, für damalige Verhältnisse (und für die leuchtenden Augen eines 10jährigen) war das Spiel recht komplex und vielfältig -- man konnte sein Geld mit Handel verdienen (z.B. gab es in einer florierenden Stadt billig Zucker, den man andernorts gewinnbringend verticken konnte) oder auch durch Piraterie, ja man konnte sich sogar den in der Karibik ansässigen Mächten (Spanien, England, Frankreich, Niederlande) verpflichten und für diese Kaperfahrten machen und Adelstitel gewinnen (ein wichtiger Aspekt im Spiel). Es gab die Möglichkeit Schätze zu suchen und, das hab ich Anfangs nie kapiert, auch eine Hintergrundgeschichte, in der man verschollene Familienmitglieder suchen konnte. Und natürlich die amorösen Abenteuer -- geheiratet wurde nämlich auch, eine von 4 "Standard-Gouverneurs-Töchtern", die man dann teilweise umwerben musste. Und mit Nebenbuhlern duellieren war, zumindest bei den hübscheren Damen, natürlich ein Muss. Es gab einfach so viel zu tun. Da war noch der "Silvertrain" und die "Treasurefleet", spanische Goldgalleonen und Silberkonvois, die zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten der Karibik waren. Hatte man den Fahrplan raus (und mit Hilfe des Klatsch und Tratsch in den Häfen war das langsam möglich) war fette Beute angesagt. Und verschiedene Schiffstypen, die unterschiedliche Segel- und Kampfeigenschaften hatten. Und andere Piraten. Und und und...
Das war es glaub ich, was die Faszination ausmachte -- ein richtige kleine Welt in die man eintauchen konnte. Und die biografische Komponente machte die Stimmung des Spiels aus. Der Charakter hatte nur eine begrenzte Zeit für die Karriere zur Verfügung -- wurde man auf See versenkt oder gefangen, verlor man ein Jahr wertvolle Zeit. Und wenn dann nach und nach die Gesundheit litt, hiess es Karrierende und wieder nur Farmer geworden.
So endete nämlich das Spiel. Ganz zum Schluss wurde aus Geld, Adelstiteln, Hochzeitserfolg, gefundenen Familienmitgliedern etc ein Score errechnet, der aber in Form eines Berufs oder Daseins ausgedrückt wurde, den man "nach" dem Leben als Pirat hatte. Von Bettler bis Gouverneur war das alles dabei.
All das war unglaublich motivierend. Ich glaub ich hab das Spiel dutzende Mal durchgezockt. Und manchmal bin ich einfach, nur weil es Spaß machte, die entlegenen Winkel der Karibik (Golf von Mexiko im Westen, Mündung des Orinoco im Osten) abgefahren um "zu sehen wie es da ist". Forscherdrang am Computer.
Ich würde zusammenfassen: ein Spiel, das eindeutig auf Langzeitmotivation ausgelegt war, angenehm vielfältig aber nicht überladen. Graphisch damals stimmig und von toller Atmosphäre-- selbst heute, wenn man es schrammelig auf einem Dosbox oder c64 Emulator spielt, kommt noch dieses Gefühl von "WOW, ich bin da!" auf.
10 von 10 Punkten, ohne Problem. Ein All-time-Top-Ten Spiel!

Man kann übrigens in diesem Zusammenhang ein weiteres Spiel erwähnen, das ich ähnlich fieberhaft gezockt hab und das eine ganz ähnliche atmosphärische Stimmung hat: Starflight(1986), welches fast noch besser als Pirates! ist. Wobei, die grausigen Weiten des Alls, voller unbekannter Aliens und gefährlicher Planeten hat mir, mehr als Pirates!, einen Zustand ständiger Angst und Aufregung erzeugt, die damals fast zu viel für mich war. Naja. Auch dieses Spiel kann ich dennoch uneingeschränkt empfehlen.

Beide Spielkonzepte würde ich, aber bitte nicht mir "modernen" Features überladen, gerne als Remake heute noch spielen. Von Pirates! gibt es das kommerziell, bei Starflight weiss ich, dass Fans das remaken wollen. Naja. Mehr Zeit müssten man haben... ;-)

Mittwoch, November 19, 2008

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Montag, November 10, 2008

Tabasco

Hab mir am Wochenende im Aktzenta in Wuppertal ein super Accessoir für die Küche zugelegt -- ein kleines Tragegestell(1) für Tabasco-Flaschen, links eine grüne, rechts eine rote, handlich im Drahtgestell zum Hinstellen und Rumtragen. Was will das feurige Schleckermaul mehr?
Ist allgemein bekannt, dass Tabasco aus den USA kommt (Louisiana) und nicht aus dem gleichnamigen Bundesstaat von Mexico? Ich dachte immer, das Zeuch kommt aus Mexiko. Wird aber seit 1868 in Amerika produziert und verputzt. Ich kann zwei "Rezepte" heiß empfehlen:
1) Spinatpizza mit grünem Tabasco verfeinern
2) Käsebrote mit viel rotem Tabasco in "Spiked-Cheese-Landmines" verwandeln.
Mjam!


(1):

Dienstag, November 04, 2008

Peinliche, indiskutable Verräter in Hessen

Sonst bin ich ja nicht so, aber ich konnte nicht anders -- der Titel dieses Posts drückt nur milde aus, was ich empfinde. Es geht um die Vorfälle in Hessen. Das ist alles schon schwierig genug, Andera Ypsilanti von der SPD versucht gegen eine Wand aus Rassismus und Kommunistenhetze von Mitte-Rechts irgendwie eine regierungsfähige Koalition aufzubauen. Lange wurde quälend verhandelt -- endlich gab es irgendwann letzte Woche einen Lichtblick: es sah so aus, als ob die Ära Koch, des brutalst-möglichen Aufklärers und Rechtsaussen der CDU, endlich ein Ende haben könnte. Eine Minderheitenregierung SPD-Grüne mit Tolerierung der Linken.
Eine Abgeordnete der SPD kündigte direkt an, sich enthalten zu wollen. Ok, kein Problem, knapp aber es würde gehen.
Nun aber, in letzter Sekunde, drängten sich ein paar popelige Hinterbänkler vor die Kameras und verkündeten, sie könnten doch nicht zustimmen. Ganz so, als ob sie all die Wochen der Verhandlungen und Debatten nicht da gewesen wären, im Urlaub oder so. Jürgen Walter, Carmen Everts und Silke Tesch. Die Presse redet von "Rebellen". Pff, aber ich seh da nichts rebellisches. Ich seh da von Rechts gekaufte Verräter, rückrat- und anstandslose Arschlöcher. Ich finde es gibt keinen besseren Weg sich ins politische Abseits zu katapultieren, als sich ganz öffentlich als Lügner und Verräter hinzustellen. Stattdessen ist davon die Rede, dass Ypsilanti am Ende sei -- da sieht man nur mal wieder, ich bemühe absichtlich ein Klischee aus den Siebzigern, die Propaganda der Springer-Presse! Was für ein hirnloses politisches System, in dem Menschen die versuchen etwas aufzubauen, etwas zu verändern, als gescheitert dargestellt werden. Und feige Verräter, die sich nur ins Rampenlicht drängeln wollen und für ein paar Blitzlichter in der schmierigen Fresse über Leichen gehen würden, werden als wackere Rebellen dargestellt. Immer noch der ungezügelte Kommunistenhass im postfaschistischen Westdeutschland. Vielleicht sollte man über Hessen mal Flugblätter abwerfen -- Hitler-Diktatur und kalter Krieg sind vorbei! Hallo! Aufwachen, wir sind im 21. Jahrhundert!!!
Ich schäme mich nicht es noch mal zu sagen: Jürgen Walter, Carmen Everts und Silke Tesch -- lächerliche, peinliche, indiskutable Verräter!
Mit dieser menschlichen Einstellungen würde nicht einmal die NPD die noch als Abgeordnete aufnehmen. Allenfalls die FDP, die nehmen ja jeden bei sich auf, der weiß, wie man eine Krawatte binden kann.
Aber, da gibt es ja noch ein Leckerchen hinterher, hab ich heute morgen auf WDR5 gehört: der gute Jürgen Walter ist ja nicht irgendein unwichtiger Politikhansel! Nein nein, er ist ein gekränkter, beleidigter, unwichtiger Politikhansel, der es "allen mal so richtig zeigen will". War er nicht nur erfolglos in seiner Kandidatur als SPD Spitzenkandidat, scheiterte er doch auch mit seinen Ambitionen Wirtschaftminister zu werden. Ich wette, wenn er diesen Ministerposten (und nicht bloß ein popliges Verkehrsministerium, das unter seiner Würde zu sein scheint) bekommen hätte, dann hätte er sich wunderbar in die Regierung gefügt, ja er hätte den pseudokommunistischen Linken mit Kußhand die Tolerierung abgenommen. So sieht es aus, wenn charakterlose Schweine Politik machen. Herrlich. Und an dieses System soll man glauben. Und dann wundert ihr euch, wenn ich Lust bekomme Steine und Molotows zu werfen!

Dienstag, Oktober 28, 2008

Aua. Aua aua, aua! (Röntgenlauf 2008)

Am Sonntag hab ich Blödsinn gemacht. Von langer Hand geplanten Blödsinn mit Vorbereitung sogar. Ich bin beim Röntgenlauf in Remscheid (link) den Bergisch Land Marathon mitgerannt. Das ist mein erster Marathonlauf gewesen. Und es war schlimm. Sehr schlimm. Nicht, dass ich nicht gewusst hätte haben können, was mich erwartet. Ich bin schon 3x dort Halbmarathon gelaufen, kannte die nahezu senkrechten Anstiege, die schlammigen Schweinepfade und die einsamen Kilometer in den bärenverseuchten Weiten des Niemandslands zwischen Wuppertal und Remscheid. Aber naja, unter dem Motto "flache Strecken sind langweilig" und "das wird schon" hab ich mich also angemeldet und bin hingefahren.
Die ersten 21 Kilometer waren schön. Es schien die morgentliche Sonne durch die Blätter, es gab viele Mitlaufende und ich fühlte mich toll. Aber die Berge, die Berge. Wie hat es der Veranstalter bloß geschafft, ohne die Strecke groß zu ändern, so viele neue brutale Anstiege da einzubauen? Jedenfalls holte mich bei ca. 32km der berühmte Mann mit dem Hammer ein. WHAM! Von da an spürte ich meine Beine, bei jedem Schritt, pro zurückgelegtem Höhenmeter schien eine ganze Batterie Muskelfasern zu verrecken.
Mein Retter war ab Kilometer 38 ein netter Ultraläufer (einer von den Knallos, denen 42km nicht genug sind, sonder die den ganzen Röntgenweg, 63.3km, durchlaufen), der mich mit netten Kommentare wie "komm, wir leisten uns Gesellschaft" und "los, lauf weiter jetzt!" und ulkigen Stories aus der Läuferszene bis ins Ziel (für ihn 2/3 des Wegs!) durchmotivierte.
Am Ende war ich, nach deutlich über 4 Stunden, als Schatten meiner selbst im Ziel. Und glücklich bin ich erst gestern gewesen, weil Sonntag fühlte ich mich nur noch wie der Tod auf Latschen. Konnte mich kaum wachhalten, hatte Durst ohne Ende, Fieber -- und die Beine rebellierten bei jedem Bewegungsversuch!
Mittlerweile, am Tag 2 nach der Geschichte, kann ich mich wieder normal bewegen, nur treppabwärts erinnert mich mein Körper noch an die 42,2km Waldlauf im herbstlichen bergischen Land.

Nachgeschoben noch die sportliche Analyse: ohne Berge hätte ich vielleicht 15min schneller sein können (was immer noch deutlich über 4h bedeutet hätte), aber für unter 4h oder solche Scherze müsste ich noch viel, viel mehr trainieren. Und, soll ich was sagen ... ich könnt mir vorstellen das alles nochmal zu versuchen. Vielleicht in Köln nächstes Jahr oder so, wer weiß. Lernfähigkeit also nicht vorhanden, bei mir... :-)

Dienstag, Oktober 21, 2008

ganz naggich!! :-(

Linux ist weg. Ich hab die letzten Reste der Ubuntu-Wubi Installation von meiner Festplatte und aus dem Vista-Bootmanager getilgt... schluck... zum ersten Mal seit 6 Jahren habe ich kein Linux-System mehr. Ich fühl mich ganz amputiert. Ganz nackig. Ein Grund mehr im Büro zu bleiben, wo ein schöner Linux-Rechner gut gekühlt seinen Rechendienst tut.
Das ist alles in allem kein Zustand. Sobald das Wochenende überstanden ist und wieder mehr Zeit an der Hand, wird hier auf dem Lappi Ubuntu in eine richtige Partition installiert!
Nicht das Vista schlecht wäre -- ich fühl mich ganz wohl damit, ich hab OpenOffice und Firefox und Gimp für meine Bilder... aber... es ist einfach nicht das richtige für mich.

Montag, Oktober 20, 2008

Hans Meyer is back

Na, sonst schreib ich ja eher selten über Mönchengladbach, und freuen über die tue ich mich schon mal gar nicht... sind ja inzwischen (in den altvorderen Zeiten ja nicht so) auch eine Fahrstuhlmannschaft in der Halbwelt gefangen zwischen Erster und Zweiter Liga -- und daher ein natürlicher Konkurrent des VfL Bochum. Also, Neidbeißerei in der Twilight Zone.
Anyway, heute mach ich eine Ausnahme: bei M'gladbach brennt der Baum (Tabelle Platz 17 nach dem 8. Spieltag, 4 Punkte, -9 Tore) und daher haben sie Hans Meyer aus dem wohlverdienten Ruhestand reaktiviert. Der ist ja als Feuerwehrmann bekannt und wird das brutzelnde Tännchen schon löschen -- denkt man zumindest in Gladbach. Ich denk ja, die steigen trotzdem ab dieses Jahr, Meyer hin oder her. Gut ist es trotzdem, dass der erfrischende ältere Herr wieder wochenends im Fernsehen zu sehen, bzw. vor allem zu hören sein wird. Und zur Einstimmung mal ein paar seiner glorreichen Bonmots aus vergangenen Tagen (freundlich geklaut von dieser und dieser Webseite):

(nach einem 0:5 in Leverkusen):
"Wir haben sie erst sehr spät in den Griff bekommen, aber da war die Krähe schon tot."

"Wir haben in einigen Szenen unsere fußballerische Impotenz bewiesen."

"Wenn ich eine ganze Flasche Rotkäppchen getrunken habe, wurde meine Frau danach regelmäßig schwanger."

Auf einen Einwurf, das die Nürnberger Fans ihm ein Denkmal errichten wollen: "Ich habe schon davon gehört. Das Denkmal sollte aber hoch genug stehen, so dass nicht nach vier bis fünf Spieltagen ein Hund daran pinkelt."

„Der einzige Unterschied zwischen den Niederlanden und Franken ist, dass hier in Franken fast niemand mit dem Wohnwagen in den Urlaub fährt“


Ich mag den jedenfalls, seine schnoddrige Art in Interviews und sein Beharren darauf, dass er ja eh schon so alt ist, genug Geld für die Rente verdient hat und überhaupt der ganze Zirkus ihm ein wenig auf den Sack geht -- das gefällt mir. Und sein hintergründiges Schmunzeln, wenn er wieder mal einen ahnungslosen Sportmoderator interview-technisch vor die Wand hat laufen lassen. Großartig.
Willkommen zurück, Herr Meyer!



EDIT: oh, ah ... für alle weiteren Fragen zum Thema Zitate aus der Welt des rollenden Leders sehe ich mich gezwungen auf die ultimative Webseite mit der ultimativen Zitatesammlung zu verweisen -- www.blutgraetsche.de

Donnerstag, Oktober 16, 2008

(update) Ärger mit der Linux-Installation...

...wobei, nun eigentlich nicht mehr... nachdem Windows-Vista chkdsk /r durchgeführt hat heute Nacht, ist.... ++tusch++ ... die Datei Root.Disk, welche das gesamte Linux Dateisystem enthalten hat, weg.

EPIC FAIL!

Ok, kann man nix machen, ich hatte ausser ein paar Emails und vielleicht 10-12 Dateien, welche ich seit dem Rechnerumzug erstellt und nicht auf der externen Festplatte gespeichert hab, nichts verloren. Also, ich werde sicher nicht noch einmal eine Installation mit Wubi machen. Man macht sich damit von den Dateisystem-Tools von Microsoft abhängig, und kann nicht kontrollieren im Falle eines Fehlers, was für eine Scheiße passiert. Bin eigentlich gar nicht so sauer... ist halt so... c'est la IT...

Ubuntu 8.04 Kernel Update auf 2.6.24-21-generic

Gestern nacht, als ich gerade den Rechner herunterfahren wollte, kam eine Updatebenachrichtigung: ein ziemlich fettes Update für meine Ubuntumaschine wurde reingeschoben, neuer Kernel, neue Restricted-Module etc etc. Nach dem obligatorischen Neustart lief das System, allerdings wie zu erwarten ohne WLAN Unterstützung. Hab ja die MadWifi Treiber von Hand installiert (ja, ich leide unter einer Atheros 5007eg Karte in meine Lappi), da muss man nach der Installation eines neuen Kernels eigentlich nur mal kurz neu kompilieren. Hab ich gemacht (fehlerfrei), dann wieder neu gestartet... ... ... aber Essig war es mit dem System, der Bootvorgang stoppte mit "Kernel Panic", irgendwelche Lämpchen (Caps Lock und so) blinkten vor sich hin. Das wars. Auch mit magischen Tricks war der Rechner nicht zum Runterfahren zu bewegen, komplett aufgehangen. Also musste ich in den sauren Apfel beissen und einen harten Neustart (also quasi Netzstecker) machen. Das ist schlecht, weil es sich bei meiner Ubuntu-Version immer noch um eine Wubi-Installation in einem "virtuellen" Dateisystem unter NTFS handelt. Da wird immer ganz arg gewarnt bloß keine harten Reboots zu machen, wegen korruptem Dateisystem und so. Und, wer hätte gedacht, dass ich um Mitternacht noch so viel "Glück" hab -- diesmal war es auch so. Linux bootete gar nicht mehr. Na Prost Mahlzeit. Auch von einer Live-CD aus konnte ich das Dateisystem-Verzeichnis (es ist eine große Datei auf dem Windows System, heißt Root.disk) nicht mounten (als Loopback-Device, normalerweise) um die Daten zu retten -- "Input/Output Error"!

**an dieser Stelle: dramatische Musik, Licht wird abgedunkelt, Gewitter zieht auf**

Hmpf. Also hab ich unter Windows die Partition mit chkdsk /r als "reparierungswürdig" markiert und beim nächsten Neustart nudelte er den checkdisk darüber. Fand und korrigierte auch einen Fehler für die Datei root.disk und orgelte dann im folgenden gefühlte 122 Stunden lang die Festplatte durch um sie zu testen. Als er fertig war damit war ich es auch: fertig nämlich. Es war 2 Uhr nachts und ich musste pennen. Dringend.
Nach einiger Recherche (hier und hier zum Beispiel) hab ich gefunden, dass ich nicht der einzige bin, der mit dem Kernelupdate und Madwifi Probleme hat. Es scheint keine Lösung zu geben. Meine Hoffnung ist: ich kann wenigstens, nun da ich die Datei Root.disk repariert hab, auf das Dateisystem zugreifen und meine Daten retten oder, besser, einfach den "alten" funktionierenden Kernel "...24-19" benutzen. Das werd ich versuchen, Erfolgsmeldungen (hoffentlich wirklich!) dazu heute abend.
Und die Moral von der Geschicht': better change a running system nicht! Never! I mean it: don't!!

Freitag, Oktober 10, 2008

Operation Blinkerhebel

Bei meinem Astra F-CC ist der Blinkerhebel kaputt gegangen, so dass er nur noch schlapp am Lenkrad herumflapperte, nur in 50% der Fälle den Blinker auslöste und wenn, dann nicht mehr automatisch abschaltete. Also hab ich mir einen neuen bestellt (neu und in Erstausrüsterqualität von EBay, 12€ statt die originalen ~50€ von Opel) und eingebaut. Das Ding heisst in Fachdeutsch übrigens Lenkradstockschalter.
Das geht so. Man muss zunächst die Lenksäulenverkleidung lösen. Das ist ok, auch wenn es ein Airbaglenkrad ist, weil man am Lenkrad selber nichts macht (die kleine Reparatur ist auch im Etzold beschrieben, daher ist es was, was man selber machen darf, denk ich) Übrigens hab ich, abweichend vom Etzold aber in "Rücksprache" mit den Experten vom Motor-Talk Astra-F Forum, die Batterie für die anstehende Operation nicht abgeklemmt. Zunächst muss man drei Schrauben unten an der Lenksäulenverkleidung losmachen (siehe Foto)
Tolles Foto, gell? Ausserdem gibt es noch zwei Schrauben, welche die obere und die untere Lenksäulenverkleidungshälfte zusammen halten. Die kriegt man los, wenn man das Lenkrad um 90° nach rechts/links dreht, sie befinden sich sozusagen in der Stirnseite der Lenksäulenverkleidung (hinter kleinen Plastikkappen). Davon hab ich vor Aufregung vergessen ein Foto zu machen, aber ohne Lenksäulenverkleidung (und mit verranztem, ollen, kaputten Blinkerhebel) sieht es dann so aus:
Doll, ne? Nun oben und unten auf den Lenradstockschalter drücken und waagerecht aus der Halterung ziehen, dann den Stecker abmachen (hat zwei kleine Plastiknasen, die ihm am Lenkradstockschalter festhalten. Die nackige Lenksäule sieht dann so aus:Die beiden Blinkerhebel im Vergleich -- man beachte wie abgenudelt die Beschriftung auf dem alten aussieht... 150.000km hinterlassen ihre Spuren...Der Einbau des neuen Schalters (der mit der grauen Kappe!) ist dann supersimpel... Stecker aufstecken (klippst sich automatisch ein) und den Lenkradstockschalter in seine Position an der Lenksäule einführen (da ist so ne kleine Führungsschiene, die Seite mit der "grauen Kappe" hat dafür so einen Vorsprung; klippst sich auch automatisch ein, wenns passt). Das sieht dann, fertig, so aus:Nun muss die Lenksäulenverkleidung wieder druff. Dabei muss man schauen, dass sie Gummitüllen der beiden Lenkradstockschalter (es gibt ja noch den auf der anderen Seite, für die Scheibenwischer) mit der ersten Rille hinter das Plastik kommen und alles zusammenpasst. Die beiden Schreiben "hinter dem Lenkrad" wieder rein, die drei Schrauben von unten wieder rein, fertig!! Sieht dann so aus:
Und der Astra in seiner ganzen (verschlammten) Schönheit ist dann dieser Anblick:

Das ist übrigens ein Ende 1996 erstzugelassener Astra F-CC (Facelift) mit X16SZR 1,6l Achtventilmaschine (satte 75PS mit ausreichend Drehmoment im 2500-3000upm Bereich), der auf der Autobahn 5,9l/100km und in meinem 5/6tel Mix 7,0l/100km verbraucht. Man beachte besonders den "Peeping Cthulhu" in der hintersten kleinen Seitenscheibe -- "who would have thought, that the great old one has a voyeuristic streak"? Jedenfalls wird er in einem, nun wieder perfekt blinkenden, Auto durch die Gegend gegondelt. Opel fahn is wie wennse fliechst! Cthulhu f'tagn!!

Dienstag, Oktober 07, 2008

cross-post-advertisment

Habe meinen neuen Blog, der thematisch meinem ab Januar beginnenden Arbeitsaufenthalt in den Niederlanden gewidmet sein wird, mit einem ersten Post mit Inhalt eröffnet. Ich denk mal, so auf diesem Niveau werde ich da auch weiter berichten... Freuden und Leiden eines german expat bei der zeitlich begrenzten Kurzintegration in den Niederlanden...

Montag, September 29, 2008

Kindergartenbahn

Hier eine kleine Geschichte vom (all)täglichen Wahnsinn auf der Autobahn. Heute morgen auf dem Weg nach Aachen, A44 kurz hinter Gladbach, noch ist es dunkel. Rechts die übliche LKW Wand; links, die Hochgeschwindigkeitsschlange aus Berufspendlern. Ich reih mich da ein, dann das übliche: LKW überholt LKW. Also hängen wir dahinter, ich etwa an 5ter Stelle. Als der LKW wieder nach rechts rübergeht, nehmen wir alle wieder Tempo auf. Also ich gerade an dem LKW vorbei will schert er wieder aus und überholt den nächsten. Tempo 81km/h gegen 80,5km/h. Das dauert. Ich und andere lichthupen den LKW Fahrer an... nicht weil es was bringen würde oder sonderlich vernünftig wäre, aber weil man so wenigestens mit einem Schwall Photonen seinem Ärger Luft machen kann. Scheiß Elefantenrennen.
Aber, nun kommt es. Als der LKW endlich seinen hirnlosen Überholvorgang beendet hatte, beschleunigte ich halt wieder und fuhr weiter. Aber der Typ hinter mir (schwarzer Golf) hatte was anderes vor. Er setzte sich direkt (1m) vor den LKW und schien sein Tempo zu verringern. Hehe, er wollte dem LKW wohl eine kleine Lektion erteilen. Der LKW hupte (krasser Sound) und blendete geschätzte 200 Fernlichtstrahler auf. Das alles konnte ich schön im Rückspiegel beobachten. Sehr ulkig. Soweit ich das beurteilen kann fuhr der Golf ein ganz gutes Stück (vielleicht ne Minute) vor dem LKW her. Klar, ich ärger mich auch über diese endlosen Elefantenrennen, aber das geht vielleicht etwas weit, oder? Nötigung gar?
Mein Fazit: alle Beteiligten bekloppt.

Mittwoch, September 24, 2008

der 100$ Skandal

Habe gestern bei einem nahmhaften Journal, welches der "Society for Neuroscience" als Postille dient (jaa, das "J. Neurosci.") ein Manusskript eingereicht. Das geht ja heutzutage alles online. Und diese submission-websites sind immer ein PITA (nicht das, sondern das!) wie es im Buch steht. Nachdem ich mich mit mehreren Anläufen durch das ganze Gerödel gehangelt hatte (wer hätte gedacht, dass man das Anschreiben an den Editor nicht als File hochladen kann, sondern als einfachen Text in ein Eingabefenster kopieren muss??) und tatsächlich aus all meinem Kram (2 Jahre Arbeit... aber egal) ein PDF erstellt wurde, kam der Klops: vorher nirgendwo erwähnt* erschien plötzlich ganz heimlich, still und leise die Aufforderung mittels meiner Kreditkarte 100$ "submission fee" rüberzureichen. Also, angeblich um Teile der Kosten des Peer-Review Prozesses abzudecken. Hmmmhuaaahäää? Die nutzen meine 100$ also um jemandem eine Email zu schreiben, der sich als Reviewer hergibt? Krass, die müssen aber einen teuren Internetanbieter haben. Überhaupt, die Society for Neuroscience sollte sich solcher Raubrittermethoden eigentlich schämen.
Grmpf. Und das alles, um vermutlich in ein paar Tage zu hören, dass das Manuskript schon vom Editor abgelehnt wurde und erst gar nicht zu Reviewern geschickt wird. Wenn ich die 100$ dann nicht zurückbekomme, dann... dann... dannnnnnnnn.... weiß ich es auch nicht. Kann man ja nix machen. Die haben mich einfach in der Hand. Arschlöcher.

*: wenn ich ehrlich bin hatte ich das schon irgendwo auf der Webseite des Journals gesehen, aber nicht mehr damit gerechnet, weil es in all den "Author Instructions" und "Submission Instructions" etc nicht mehr erwähnt wurde. Jaja.

Dienstag, September 23, 2008

Telefonhotline ISAF

Gerade hörte ich im Radio (WDR2), dass mal wieder deutsche Soldaten in Afghanistan attackiert wurden. Irgendein Freak hat sich mal wieder in deren Nähe in die Luft gesprengt. Ich vermute mal mit einer Autobombe. Was aber an dem Bericht auffiel war, dass die Sprecherin sagte "die Taliban hätten sich telefonisch zu der Tat bekannt". Na, das find ich einigermaßen ulkig. Wie hat man sich das vorzustellen? Etwa so?
--"Salaam, Sie haben die Telefonzentrale der deutschen ISAF Truppen in Afghanistan gewählt. Möchten sie als Dolmetscher oder Handlanger arbeiten, so drücken sie die 1. Möchten sie uns mit allgemeinen Flüchen und Verwünschungen überschütten, drücken sie die 2. Wenn sie die Verantwortung für einen Terrorangriff auf unsere Truppen übernehmen möchten, drücken sie die 3."
--"***unübersetzbare Flüche***, **beep**
--"Sie haben die Taste 3 gedrückt. Sie möchten die Verantwortung für einen Terroranschlag übernehmen. Drücken sie die Taste 1, wenn sie sich der Talibanbewegung zugehörig fühlen. Drücken sie die Taste 2, wenn die Drogenbaron sind. Drücken sie die Taste 3, wenn sie ein lokaler Warlord sind. Drücken sie die Taste 4, für alles zusammen."
--***mehr Flüche***, **beep**
--"Sie haben die Taste 1 gedrückt. Sie geben also an, ein aufrechter, ehrlicher Gotteskrieger zu sein. Sie werden nun mit einem unserer Servicemitarbeiter verbunden... **klickediklick** ... im Moment sind alle Leitungen belegt, sie werden verbunden, sobald ein Mitarbeiter für sie Zeit hat." **Musik von Cat Stevens ertönt**

So, oder so ähnlich, muss es gewesen sein.

Mittwoch, September 17, 2008

Thommy vs. the weather

Es ist kalt. Saukalt. Es ist recht klar, kein richtige Wölkchen ist da um die Erde wie eine fluffige Thermoskanne in einen wärmende Umarmung zu schliessen. Und gegen abend fällt, rast, sturzflugt das Quecksilber nach unten. Es geht gegen 4°C. In der Eifel ist Frost angesagt.
Ich möchte daran erinnern, dass wir noch immer Sommer haben, ja!? Herbstanfang ist erst am Wochenende! Verdammich.
Aber ich bleibe hart, die Heizung wird erst am 1.10. angemacht. FRÜHESTENS! Bei den Gaspreisen... ich will ja nicht unken, aber nichts ist in den vergangenen Jahren so rasch und brutal teuer geworden, wie Energie. Na gut, und Bahnfahrkarten. Aber darum geht es hier nicht. Und nun hat sich auch noch das Wetter verschworen gegen uns. Aber ich werde nicht, nein, ich werde nicht nun schon damit beginnen den russischen Gasbaronen und den Topmanagern von Eon ihre Luxusschlitten und Urlaube zu finanzieren. Da frier ich lieber. Ihr werdet schon sehen-- wir können nämlich frieren. Frieren macht schlank. Und wenn alle Stricke reissen überfallen wir einen Kohlezug... hehehe...
Aber mal im Ernst -- vorgestern war ich im Wald laufen, da hat ein Vater mit zwei Söhnen Holz eingesammelt, so richtig im "großen" Stil, offensichtlich für einen Kamin. Klar, ist ja auch ne gute Idee. Liegt ja da rum, der Kram. Muss man bloss noch trocknen. Holzheizung ist ja sowieso der Tipp -- und immerhin (wenn man nicht gerade ewig alte und langsam wachsende Hölzer vom Polarkreis abholzt) auch ökologisch ok. Von wegens de Zeh-Oh-Zwei und so... ;-)
Hach, meine nächste Wohnung muss nen Kamin haben! Werd drauf achten, wenn ich in mein mini Apartment in Rotterdam ziehe...

Montag, September 15, 2008

long time no read

Hui, wie die Zeit vergeht. Dachte ich poste mal wieder ein kleines Update-Lebenszeichen hier. Was gibt es neues? Ich habe einen neuen Blog eröffnet, in dem ich am Januar über meine Erlebnisse als Expat berichten werde. Ich hab ja ab da einen Job in Rotterdam, daher heisst der Blog auch ganz passend postdoc-in-rotterdam.blogspot.com ... apropos, da hab ich auch die letzte Woche verbracht. Hab mit meiner neuen Arbeitsgruppe alles mögliche geplant (eher weniger als mehr, aber wir sind der Meinung "es wird schon gehen"), mit der Personalabteilung alles geklärt und für Unterkunft gesorgt. Nun muss ich noch ein paar Behördensachen erledigen (ich brauch eine niederländische Sozialversicherungsnummer, ein niederländisches Bankkonto und ein polizeiliches Führungszeugnis) aber dann ist der Umzug fertig vorbereitet... erstaunlich wie einfach es geht. Und wie war es in Rotterdam? Also, das ist definitiv eine aufregende Stadt. Ziemlich groß und wuselig, voller Baustellen, internationalem Flair, Hochhäusern und Fahrradwegen. Hat Spaß gemacht und wird bestimmt auch eine tolle Zeit. Und ist nicht so weit weg von zuhause... ;-)
Mit dem Niederländischen, nun als Sprache gesehen, hab ich auch schon erste Fortschritte gemacht. Kann nun schon Einkäufen und was im Restaurant bestellen und mich zurechtfinden und so ohne als gänzlicher Volltrottel dazustehen. Klar, einen "gaaaaaaaanz schwachen Akzent" hab ich natürlich, hehehe, aber das wird schon.
Nun muss ich nach der spannenden Woche wieder in den Arbeitsalltag reinfinden, der mich bis Ende des Jahres noch hier in Deutschland beschäftigen wird. Das ist nicht einfach. Hätt grad Lust schon nächste Woche in Rotterdam anzufangen, weil neue Sachen natürlich immer viel aufregender und so. Muss mich wohl noch ein wenig zusammenreissen...

Donnerstag, September 04, 2008

I'll be back!

Kaum ist eine Plage, in Form des Titan-Kahn, von der Bildfläche verschwunden und es geht ein Aufatmen durchs Land, kommt es knüppeldick: Müntefering will zurückkommen*. Der Sauerländer Rumpelpolitiker, der als Kind in den Kessel mit dem Zauberveltins gefallen ist, der Erfinder der Heuschreckendebatte und einziger Ganztagesmorgenmuffel der Politik. Die Rechtslinken (also, die die sich an die sogenannte Mitte ankuscheln) vom Seeheimer Kreis freuen sich, die SPD bekommt wieder mehr Profil. Als wenn Onkel Bräsig Beck nicht genug Profil hätte, für eine Partei. Beck hat doch eigentlich genug Profil für einen Matsch-und-Schnee-Reifen. Vielleicht haben sie die Profiltiefe gemessen. Abnutzung. Polizeikontrolle und so. Naja, offenbar sind die brutal niedrigen Umfragewerte der alten Dame SPD so schauderlich, dass nun untote Politwidergänge herbeigerufen werden müssen. Weil an diese Charaktermasken erinnert sich das Wahlvolk noch. Mit kernigen Kloppern wie "Nur wer arbeitet, soll auch essen" oder "Links ist das, was Arbeit schafft." wird der Schraubzwingenrethoriker sicher wieder für Erheiterung sorgen in der Tagespresse. Zum zweiten Zitat allein liegen mir so viele böse Reposten auf der Zunge... aber naja, nun von Bauprojekten der Nazis anzufangen (schufen viele Arbeitsplätze in der Betonindustrie) wäre echt fies. Kann jedenfalls an Arbeitsbeschaffung nichts linkes erkennen. Was solls, wenn Müntefering raunt "Ich kann nur kurze Sätze" weiß man woran man ist: ehrliche Stammtischpolitik aus dem schönen Sauerland, rotbraun wie die Scheiße einer Kuh mit Cholera. Na dann, voran Genossen!
Und da Politik funktioniert wie ein Sammelkartenspiel ("Bundestag, The Gathering") wird die CDU bald ihre Konterkarte ziehen und Friedrich Merz reanimieren. Endlich wieder Pöbelpolitik pur.
Ich freu mich. Mehr Stoff zum drüber aufregen. Das ist gesund und hält das Herz jung... ;-)

*: ja, das ist eine nicht mehr ganz taufrische Info, ich weiß, aber mir war das bis heute morgen nicht so bewusst.

Mittwoch, September 03, 2008

Der Titan geht endlich

Keine Bananen. Dafür ein paar Tränen, schlechtes Playback von einem Casting-Show Hansel der sich für einen Opernsänger hält (dank des Werbepartners T-Com), ein maues Spiel zwischen FC Bayern München und der sogenannten A-Nationalmannschaft. Das waren die Zutaten für einen gelungenen Abend in München. Oliver Kahns Abschiedsspiel.
Die Trauer über das Abtreten des Titans war groß bei den anwesenden Fans. Mit rythmischen "Olli, Olli, Olli" Rufen, bekundeten sie Respekt. Gestandene Urbayern mit unmodischen Schnauzbärten heulten ungeniert. Während Kahn theatralisch wie ein ungeschlagener, unbeugsamer Recke, sich nur widerwillig dem Unausweichlichen beugend, von der Steady-Cam lechzend begleitet, in die obszön-luxuriöse Umkleidelandschaft des FCB verschwand. Dann schnaufte der Titan, wie er es immer tut, und kippte sich zwei Becher Isodrink in den Schlund. Um sich dann, nach erneuten Schnaufen, auf die Bank zu hocken und direkt in die Kamera zu sagen: "so, das wars jetzt".
Bei mir hält sich die Trauer in Grenzen. Für mich war Kahn schon immer ein unangenehmer Zeitgenosse. Zwar auf dem Platz körperlich und geistig durchaus ein Keeper von Weltrang. Aber Fehler hat er auch gemacht, wie alle, und selbst ein Hildebrand (beleidigte Leberwurst) oder ein Piblica (legendärer Fliegenfänger) haben schon große Matches gemacht. Sich quer vor einen Ball schmeißen für ne Million Euro im Monat Vollzeittraining -- ist nun nicht so eine große Leistung. Nein, entscheident ist, Kahn war ein respektloser Spieler, dessen Ausraster von einer unangenehm egozentrischen Persönlichkeit zeugten, der schwere Verletzungen von Mit- und Gegenspielern stets billigend in Kauf nahm, der abseits des Platzes ein postpubertäres Bonzenarschloch abgab. Prototyp einer wandelnden Bildschlagzeile.
Torhüter wollen, müssen, dürfen immer auffallen. Ob durch grässliche Kleidung (Wiese), grässliche Bücher (Schumacher) oder grässliches Benehmen (Stein). Das gebe ich zu. Aber der Titan war einfach zu unangenehm, zu FC Bayern, zu arrogant. Bin froh das er weg ist. Weine ihm keine Träne nach. Und pell zum Abschied leise ne Banane. Für dich, Olli.

Montag, September 01, 2008

Ende des Sommers

Der letzte Tag des Sommers. Noch ist kein Blatt gefallen. Das Thermometer geht noch mal hoch auf 28°C und wir sitzen im Garten, aber man kann schon merken, viel kommt da nicht mehr. Heute morgen stehen schon Gewitterwolken über der Autobahn. Und das Jahr neigt sich, langsam, wie träge umkippend, seinem Ende hinzu. Alles wird anders, nächtes Jahr. Aber ich hoffe auch, dass vieles bleibt. Die Spannung steigt. Ein wenig Angst hat man auch. Doch ich weiß, wenn ich schliesslich wieder in einer neuen Wohnung sitze, am Schreibtisch, aus einem neuen Fenster schaue, dann passt das schon. Dann gibt es diesmal einen Ort wo ich nach hause kommen kann.

Mittwoch, August 27, 2008

Zurück aus dem Urlaub II

Nun bin ich endgültig aus dem Urlaub zurück. Nachdem ich den Camping-Trip überlebt habe war ich nun auch noch auf einer Hochzeit in Berlin, inklusive Städtereise. Seit ich das letzte mal in Berlin war, hat sich da einiges verändert muss ich sagen. Die haben so richtig was gebaut, im ganzen Gebiet Reichstag, Spreebogen, Lehrter Bahnhof. Alles sehr hauptstädtisch und protzig geworden. Naja, neben mehreren Tagen extreme-sight-seeing (z.B. mal den Osten, die East Side Gallery, Gastronomie-Tour durch Prenzlberg etc) gab es auch die Hochzeit. Immerhin mit lecker Essen und Trinken so viel man will. So lässt es sich leben. Und dann abends müde im Hotel noch ein wenig vom Bett aus Fernsehen. Kann man aushalten.
Nun ist das aber vorbei. Ich sitz wieder im Büro -- welches nicht mehr meines ist. Nach dem Urlaub musste ich als erstes mal meine gesamte Büroeinrichtung umziehen. Nun sitz ich wieder mit einer weiteren Person im Büro, was auch ganz nett ist. Kann zwar nicht mehr ganz so ungeniert faulenzen, dafür bin ich aber auch nicht mehr allein. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Warum hab ich eigentlich den Raum gewechselt? Plötzlich wurde angeblich eine PCB verseuchung festgestellt. Witzig. Vorher nicht. Toll, wo das Zeug plötzlich herkommt. Ich habe, natürlich, Aliens in Verdacht...
Na denn, auf in den Jahresentspurt!

Freitag, August 15, 2008

Zurück aus dem Urlaub


Urlaub. Herrlich. In der letzten Zeit war ich auf meinem üblichen, jährlichen Kurzurlaub-- beim Zelten in Zandvoort aan Zee.
Das Wetter ist ja beim Camping immer ein großes Thema. Und es war dieses Jahr recht druchwachsen. Bei den 5 Tagen, die ich da war, gab es glaub ich jeden Tag bis auf den ersten Regen. Zum Teil mit unangenehmen Sturm. Aber naja, nichts was man nicht durch einen Kasten Bier und ein heißes Grillwürstchen wieder hinbekommen würde.
Ansonsten haben ich und meine Kumpels das übliche gemacht: Karten spielen, Fußball am Strand zocken, Grillen, Bier trinken, mehr Grillen, mehr Bier trinken, in der Nordsee Schwimmen gehen (diesmal keine Robbe gesichtet) und solche Sachen. Sehr erholsam. An einem Tag schien den ganzen Vormittag die Sonne, wo ich mir dann auch den obligatorischen Sonnenbrand abgeholt hab. Alles wie immer also. Schön.
Nun hab ich noch ein paar Tage frei, werde noch eine Tour nach Berlin machen und mich mit Zeitunglesen und Faulenzen erholen, ehe ich dann ab Anfang September in den Endspurt des Jahres durchstarte.
In diesem Sinne. Ich muss zurück zu meinem Kaffee und dem Kicker-Sonderheft...

Dienstag, Juli 29, 2008

Man kann den Leuten noch trauen

Erstmal: W00t!! Post Nr. 200!

Nun aber zu der kleinen Geschichte: man kann den Leute noch trauen. Und das ist gut so. Vor allem wenn man so tüddelig ist wie ich. Zum wiederholten Male (inzwischen schon das dritte Mal) habe ich vergessen mein Auto abzuschliessen, gestern abend. Da stand es dann mit "weithin sichtbar" nicht runtergedrückten Knöpfchen auf dem Parkplatz. Und nicht ist passiert. Absolut nichts. Ok, ich denke mal nachdem man mir letztens den Aussenspiegel auf der Beifahrerseite (am Bürgersteig) abgerissen hat, bin ich etwas skeptischer geworden. Aber zumindest was das Eindringen in die Privatssphäre Auto angeht, kann man den Menschen noch trauen. Mein Regenschirm, zwei leere Flaschen und ein Haufen McDonalds-Papier -- alles noch da! Und man muss morgens den Schlüssel nicht rauskramen, um die Türen aufzuschliessen -- weil die sind ja schon auf. Vielleicht sollte ich gleich auch Fenster und Schiebedach offen lassen, dann kann die Karre mal so richtig durchlüften... ;-)

Freitag, Juli 18, 2008

Schein... und Sein

Vorhin hab ich beim Frühstücken aus dem Fenster geschaut. Draußen lag ein großer Haufen von gelben Säcken -- hier werden die ja von den Anwohnern immer jeden zweiten Freitag auf die Straße gestellt und dann von der Müllfirma in zwei Wellen (1. zu Haufen zusammenschmeißen und 2. die Haufen einsammeln) entsorgt.
Als ich so mein Müsli kaute, näherte sich eine Oma aus dem Mietshaus, das in meinem Blickfeld vom Küchenfenster liegt und begann sich die Müllsäcke genau anzuschauen und daran herumzuzupfen. Dabei, verkniffener Gesichtsausdruck. Ich dachte natürlich sofort: "aha, so ne olle Müllkontrolliererin". Gibt es ja, so biestige Leutedie den Müll ihrer Nachbarn kontrollieren um die dann anzuscheißen, dass diese Verpackungen aber nicht in den Restmüll oder diese Bananenschale aber nicht in den gelben Sack gehören. Naja, ich hasse sowas, diese Blockwartscheisse. Daher überlegte ich auch kurz, ob ich etwas aus dem Fenster rufen sollte, vielleicht um die Oma in ihrer Rolle als Kontrolleuse wenigstens etwas zu verunsichern.
Aber dann sah ich, wie die Oma umständlich aus den circa 20 Müllsäcken zwei so große Plastikpfandflasche zerrte und dann mit ihrer 50 cent Beute (zum nächsten Haufen?) weiterwackelte. Plötzlich fiel ein ganz anderes Licht auf die Oma, erst nun bemerkte ich eigentlich, wie abgerissen sie aussah.
Meine Güte, eine alte Dame muss Pfandflaschen aus den Müllsäcken ziehen. Vermutlich weil die schmale Rente nicht reicht. Deutschland im Jahr 2008. Herzlich willkommen im Kapitalismus des 21. Jahrhunderts.

Und interessant auch, wie Vorurteile manchmal falsch liegen können.

Dienstag, Juli 15, 2008

Kleiner Aufreger über heutige Studierende

Puuh, was für eine stressige Zeit. Nachdem ich mich nun mit meinem neuen Rechner angefreundet hab (alles funktioniert mittlerweile unter Linux, Ubuntu 8.04 rockt das Haus!) bin ich was das angeht wenigstens im grünen Bereich. Aber die ganze letzte Woche hatte ich Besuch, und zwischen all den üblichen Wochenterminen und Sport und sich um den Besuch kümmern (immerhin war es ja sehr lieber Besuch) blieb irgendwie zu gar nichts mehr Zeit.

Nun geht das Semester dem Ende entgegen. Unsere Grundstudiums-Studierenden müssen allesamt noch bis zu einem bestimmten Termin ihre Praktikumsprotokolle fertig kriegen, um die Klausur mitschreiben zu können. Eigentlich müssen die auch immer zu einem bestimmten Termin (2 Wochen nach der Praktikumswoche) abgegeben werden. Natürlich klappt das oft nicht. Und wie man damit umgeht, da gibt es verschiedene Strategien bei den Studies. Die einen ignorieren das einfach. Wortlos. Der "Regeln? Nicht für mich!"-Typus, wie es scheint. Eine zweite Gruppe wartet für gewöhnlich mit der "Tücken-der-Technik"-Ausrede auf: von wegen es fiele zwei Wochen nicht auf, dass die EMail nicht zugestellt wurde, oder es wird so getan als sei die Email total lange unterwegs gewesen (wobei das Erstellungsdatum des PDF dann eine andere Sprache spricht) und dergleichen. Alles peinlich, finde ich. Es wäre mir jedenfalls als Studi peinlich gewesen, mit so lachhaften Ausreden aufzulaufen. Man sollte sich der Sache schon stellen.
Aber das mit dem sich ehrlich stellen, dass ist ja irgendwie eh aus der Mode gekommen. Am besten ist, wenn die Dinge einem nachgetragen werden, man nicht viel machen muss. Und so Lästigkeiten wie Termine einhalten oder gar mündliche Absprachen beachten ("das haben wir ja nicht schriftlich gehabt!") gehen schon mal gar nicht.
Boah, da fühlt man sich manchmal alt. Dabei sind die nur ~5-7 Jahre jünger. Aber irgendwie scheint da doch noch eine "Generation" dazwischen zu liegen. Oder ich hab das damals nicht mitbekommen, dass meine Komilitonen, mit Verlaub, sich so scheiße verhalten haben.

[/Aufregung]

Mittwoch, Juli 02, 2008

random snippet

Hier ein Lacher aus dem Strafgesetzbuch:

Mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion verursacht.

§328, Absatz 2.3

:-D



Ja, es ist heute sehr warm und schwül. Richtig.

Montag, Juni 30, 2008

Ubuntu 8.04 auf Asus F5SL

Hab mir einen Laptop der Geschmacksrichtung Asus F5SL gekauft, ein no-nonsense Teil mit einem mittelmässigen Prozessor (Dual Core, nicht Core 2 Duo!) aber reichlich Speicher (3GB) und Festplatte (320GB), einer GraKa mit eigenem VRAM (ne Ati) zu einem alles in allem vernünftigen Preis. Und es gibt eine eingebaute, schwenkbare Webcam -- das ist schon ganz cool.
Auf dem System läuft ab Ladentheke Windows Vista Home Premium, was ich überraschenderweise gar nicht mal so schlecht finde. Trotzdem geht für mich an Ubuntu Linux kein Weg vorbei.
Weil ich vorsichtig sein wollte obwohl eine Recovery DVD dabei war (komisch, wie vorsichtig einen 700€ Kaufpreis machen), hab ich Ubuntu erstmal zum Testen mit WuBi installiert. Dabei liegt Linux ja bekanntlich in einem großen File auf der Windows Festplatte -- so das erstmal keine Veränderungen an der Partitionierung etc vorgenommen werden müssen.

Hier meine Erfahrungen:
Installation: mit Wubi, wie gesagt. Ging nicht reibungslos -- der Installer hing bei dem Punkt, wo er die Paketquellen im Netz untersucht ("durchsuche Spiegelserver"). Nach etwa 1h Wartezeit zog ich das Netzwerkkabel raus und der Rest lief durch, erfolgreich.
Startup: Das System startete*, aber Auflösung des Display war nicht die richtige (das Laptop hat ein 15,4 Breitbild Display), weil der proprietäre Treiber für die ATI nicht installiert war. Als ich das machen wollte ... ging das nicht, weil kein Netzzugang. Obwohl, merkwürdig, ein Ping bei www.google.de funktionierte. Sehr eigenartig. Dieses Problem hing mit dem gnome-network-manager zusammen. Wenn man den benutzen will (und das tut man zwangsläufig nach der Installation), dann darf die Datei /etc/network/interfaces damit nicht interferieren. Alle Netzwerkgeräte sollten da auf auto und dhcp stehen, dann gings.
Ansonsten funktionierte alles "out-of-the-box", sogar die Webcam. Das System ist extrem responsiv und schnell, sieht gut aus und macht richtig Spaß. Nur WLAN und Sound gingen nach der Installation nicht, liess sich aber lösen. Dazu verwendete ich den netten Hinweis dieses Herren hier (link), leider war der Blogartikel im Bezug auf diese Dinge fehlerhaft/unvollständig.
WLAN: der Blogartikel hat fast recht, nach der Deaktivierung der automatisch "erkannten" Treiber im restricted-driver-manager/jockey/hardware-treiber hab ich die MadWifi-Treiber runtergeladen, kompiliert und installiert. ABER, danach muss man noch die Kernelmodule mit
sudo modprobe ath_pci
sudo modprobe ath_hal
laden. Weiß nicht, ob das zweite auch nötig ist, aber schaden tat es nicht. Dieser, in kernigen Männer-Stil gehaltene Forenpost und die dazugehörige Diskussion hat auch geholfen.
Damit das auch jedesmal automatisch geht, trägt man die Kernelmodule (also, ath_pci und ath_hal) denn noch ans Ende der Datei /etc/modules ein. Testen konnte ich das WLAN bisher nur "passiv", d.h. der gnome-network-manager fand im Haus meiner Freundin 6 Funknetze (Vista fand nur 2), die allesamt WAP-geschützt waren, erkannte deren Namen und Signalstärke und forderte mich nach dem Klick darauf auch auf, deren Passphrase einzugeben. Ich denk also mal, WLAN tut es. Daheim hat mein Mitbewohner nun auch einen WLAN-Router, damit werde ich dann mal herumexperimentieren, was man noch tun muss um sich wirklich über ein WAP-verschlüsseltes WLAN mit dem Internet zu verbinden. Später mehr dazu dann.

SOUND: auch hier half mir der nette Blogartikel zu 90% weiter, bloß muss man vor den Befehl in der alsa-base Datei ein options setzen. Das ist nicht schwer zu erraten, denn alle anderen Befehle am Ende der Datei beginnen ebenfalls so. Dann plärrt es munter los aus den Boxen.

*: ein, zwei "nicht-kritische" Befehle gibt es noch. Zum einen meckert GRUB, das vom Vista Bootloader ge-chainloaded wird, herum irgendwas sei mit dem Dateisystem einer Festplatte faul und ich solle chkdsk machen. Bootet aber danach problemlos. Bisher hab ich zu diesem (nur störenden, nicht kritischen) Fehler nichts im Netz gefunden. Und zweitens, beim Runterfahren gibt es ein paar ulkige Fehlermeldungen, die hier bereits im Zusammenhang mit einem Bug erkannt aber von mir als ebenfalls als unkritisch bezeichnet werden. Na denne.

Finaaalee, oooh, ooh

Ja, damit ist es amtlich, ich und wir alle erlöst -- die EM ist rum. Aus, aus, aus -- Spanien ist Europameister!
Ich hab das Finale in netter Runde mit meiner Freundin und einigen Freunden vor dem Fernseher verbracht, während draussen auf dem Balkon der Grill brutzelte. Und damit wäre der Höhepunkt des Spiels auch schon umrissen, die Putenspieße mit Zucchini und die Schinkenkrakauer ausm Akzenta mit reichlich Senf. Danke "Schweini" und "Poldi" und "Balli" und "Lauti" und wie ihr alle heißt -- dank eures lahmen, uninteressanten und unterlegenen Spiel konnte ich mich wie selten auf den knusprigen Geschmack meines Grillguts konzentrieren, ohne störende Ablenkungen durch Torchancen oder ähnliches.

Was bleibt als Fazit? Eine ganz unterhaltsame WM, die von Favoritensterben geprägt war. Mehr Deutschland-Wimpel an Autos als man ertragen konnte. Beklopptere Autokorso-Fahrer (auch gestern!) als erlaubt sein sollte, ala mit 70 km/h auf der Ladefläche eines Pickups stehend oder so. Und froh, dass man nun wieder normales Fernsehprogramm bekommt, irgendwie auch.
Nun kriegt man, trotz der Freude über das Ende, bestimmt Entzugserscheinungen vom regelmässigen Fernsehsport.
Bald fängt aber zum Glück die Olympiade an... ;-)

Donnerstag, Juni 26, 2008

Halbfinale, erster Teil

Gestern also das Halbfinale, das zum großen Duell "hochsterilisierte" Spiel zwischen der türkischen und der deutschen Nationalmannschaft beim Halbfinale der EM.
Es gab einen großen und zwei kleine Verlierer bei dem Match.
Der erste kleine Verlierer waren, offensichtlich, die Türken. Die nicht nur aufopferungsvoll gekämpft haben (wie immer), sondern die auch den besseren Fußball, die bessere Taktik und das attraktivere Spiel anzubieten hatten. Das zeichnete sich dann auch an der Anzahl der Chancen ab -- die türkischen Spieler setzten den Torwart Lehmann jedenfalls ziemlich unter Druck, mit Latten- und Pfostenschüssen und frechen Freistößen. Im Gegensatz zu seinem Gegenüber Rüstü blieben Lehmanns Fehlgriffe aber am Ende folgenlos. Weil die deutschen dann doch noch mit 3:2 gewinnen konnten. Wie genau sie das anstellten ist gar nicht auszmachen, vielleicht durch lichte Momente einzelner Spieler gepaart mit Aussetzern der Verteidiger.
Daher also der zweite Verlierer des Abends-- das Idealbild des "schönen Fußball". Nach allem was man weiß hätten die Türken gewinnen müssen und es auch verdient gehabt. Aber so ist Fußball nicht. Fußball ist ein hässliches, ein ungerechtes, ein gewalttätiges Spiel. Und daher von der Natur der Sache her perfekt für Deutsche geeignet, die gerne ähnliche Tugenden auf sich vereinen. Finaleee, oohohh... es bleibt ein fader Beigeschmack in meinen Ohren (quasi), beim Gesang der Gruppen Fans, die noch bis weit nach 2 Uhr nachts bei mir vor der Haustür auf den Bus warteten (der Wochentags so spät gar nicht mehr fährt). Aber Geduld gehört auch dazu, hüben wie drüben.
Bleibt noch aufzulösen, wer, neben den kleine Verlierern, denn der große Verlierer des Abends war! Ja, das war die Technik. Echt, es war nicht schön das Spiel anzusehen. Einige Male fiel das Bild aus, so dass man sich mit einem grauenerweckenden Foto von Bela Rethy begnügen musste, untermalt von holprigen Versuchen das Spiel im Stile eines Radiomoderator zu kommentieren. War das Bild wieder da (vom Schweizer Fernsehen geborgt), waren Ton des Kommentators und Bild derart unsynchron, dass man ihn immer schon "TOOOOOOR" schreien hören konnte, wenn der Ball erst grad zur Flanke auf die Aussenbahn gepasst wurde. So kriegt man jegliche Spannung kaputt. Ganz toll. Aber Schuld war wohl ein Unwetter in Wien.

Nun bin ich gespannt, wer heute das zweite Halbfinale gewinnt und es dann im Finale mit den ach so überzeugenden Deutschen aufnehmen darf. Wobei -- Gary Linecker ist aktueller denn je, nun kann sie nix mehr aufhalten. Rumpel rumpel rumpel, zum Eurotitel... ;-)

Mittwoch, Juni 25, 2008

Lebbe geht weiter...

Jaja, der gute alte Stepi-Spruch hilft den ausgeschiedenen Niederländern sicher ein wenig weiter. Aber während die EM alle in ihrem Bann hält, geht das Leben natürlich weiter. Traditionell benutzen Regime (angefangen mit den Römern und ihrer Panem et Circensis Geschichte) solche Zeiten immer, um klammheimlich irgendwelche Veränderungen durchzudrücken. Dazu muss es aber ein funktionsfähiges Regime geben, und keine handlungsunfähige große Koalition. Von daher sind wir also vor "Übergriffen" durch die Regierung sicher. Dennoch hab ich ein paar Anmerkungen.
Zum Beispiel hab ich ein neues Lieblingslied, dass ich nur empfehlen kann: Tom Petty, Saving Grace (hier reinhören, wenn man einen RealPlayer hat). Das Lied ist sooooo cool. Aber dass ich Tom Petty plötzlich gut finde, macht mir Angst. Nun zeigt sich ganz deutlich, dass ich die 30 überschritten hab... :-)
Naja, wenn das alles wäre, dann könnte man nicht wirklich Ereignissen neben der EM sprechen.

Die Bahn vs. VRR
Jaaaaa, sehr unterhaltsam. Der VRR (Verkehrsverbund Rhein Ruhr) hat der DB AG den sehr lukrativen Nahverkehrsvertrag gekündigt. Weil die DB AG sich nicht an ihre Pflichten hält -- nämlich für Sicherheit, Sauberkeit und Pünktlichkeit (S-S-P) zu Sorgen. Quasi Primärtugenden auf eiserner Schiene. Quasi die drei Grundvokabeln eisenbahnerischen Deutschtums. Die Züge sind verschmutzt (das kann ich bestätigen), unpünktlich oder fallen gleich ganz aus (jaja!). Oder fahren, aber sind größtenteils defekt... Klos die nicht funktionieren, Türen die einen gefangen halten. Und es gibt nicht die versprochenen Aufpasser in nächtlichen S-Bahnen. Vermutlich weil die nicht irgendwo arbeiten wollen, wo man noch nicht mal kurz Pipi machen kann ohne sich eine Infektion zu holen. Das hat der VRR nun registriert (hätten sie mich schon vor Jahren nach fragen können) und zieht Konsequenzen. Damit setzt der VRR die Bahn ordentlich unter Druck. Denn all diese Dinge (S-S-P) vertragen sich gar nicht mit dem Börsengang der Bahn -- hier stört der Fahrgast nur, denn im Vergleich zu teuren Exportgütern etc (welche die Bahn viel lieber und imt höherer Priorität auf ihren Güterzügen herumkutschiert) ist das menschliche Transportgut blöd zu transportieren, nörgelt rum und so. Hat nur den Vorteil, dass es sich ganz selbst verlädt.
Tja, Hr Mehdorn. Das ist es eben -- wer die Einnahmen aus dem Nahverkehr nicht will (und dieses Signal sendet ihr Unternehmen) der kriegt sie auch nicht. Geschenkt gibt es nix, denn das hier ist der Kapitalismus, den sie so sehr lieben. Wär das nicht ein guter Zeitpunkt für den Staat (vielleicht die Länder?) den regionalen Nahverkehr wieder zu "verstaatlichen" (uuuuuuuuh! bei dem Wort gibt es eine spürbare Erschütterung der Macht, Luke!)?? Dann könnte man vielleicht die blöde Bahnaktien als Klopapier in die Toiletten hängen. Ist nämlich meist auch keins da... ;-)

SPD, "Onkel Bräsig" Beck und das Spiel der Macht
Was tut man, wenn man folgendes Problem hat: eine Person befindet sich in einer mächtigen Person, die aber völlig untragbar, nervig, peinlich und im großen und ganzen kontraproduktiv ist? Loswerden, klar. Aber unglücklicherweise ist das Problem dergestalt, dass sich diese Person ein eigenes Netzwerk von schafigen Unterstützern geschaffen hat. Und man selbst ausserdem in allgemeiner demokratischer Handlungsunfähigkeit erstarrt ist.
Hoffnunglos? Nein. Da gibt es traditionell trotzdem Möglichkeiten.
Wenn wir an die deutsche Politik denken, fällt als erstes ein: man kann Leute "wegloben" -- was bedeutet, ihnen einen vermeindlich wichtigen Posten bei der EU zuzuschanzen. In Fachkreisen auch "die Deppendichte in Brüssel erhöhen" genannt. Siehe Stoiber. Klappt leider nicht immer, denn die Anzahl an völlig anspruchslosen Posten in Brüssel ist sicher auch begrenzt.
Man kann solche Personen auch abmurksen lassen. Ui, ja, das kommt nicht so oft vor, klar, und wird in Deutschland immer schick als Selbstmord getarnt. Dafür haben wir die Geheimdienste. Achtung, Verschwörungstheorie: siehe Barschel, Petra Kelly et al. Ein wenig extrem für den politischen Alltag, diese Möglichkeit, aber sicher gut zu wissen das man es kann.
Eine dritte Möglichkeit wurde gerade eben erst am Beispiel Kurt Becks eindrucksvoll demonstriert. Man kann die Pressemaschinerie nutzen, um der Person Dinge in den Mund zu legen, die nie gesagt wurden. Zum Beispiel eine Rücktrittsankündigung. Und wie das eben so ist, wenn man es nur fest genug schreibt, druckt und glaubt, wenn man auch noch in der hinterletzten Nachrichtenklitsche auf Neun Live verkünden lässt, dass Kurt Beck zurücktreten will -- dann glaubt er es am Ende vielleicht selber und tut es? Möglich. Elegant.
Hat aber nicht geklappt. Denn diese Aktion setzt etwas voraus -- ein Mindestmaß an Überzeugungskraft und Fantasie bei der erleidenden Person. Schliesslich muss sie sich etwas vorstellen, dass sie gar nicht will. Aber beides hat Kurt Beck nicht. Er ist der uninspirierteste, langweiligste, bräsigste und profillos-blasseste Politiker seit langem. Und von daher immun gegen solche Presseattacken. Er macht einfach weiter, poltert weiter seine schwer erträglichen Reden, säuft weiter eifrig Wein und ist weiter schlicht und einfach er selbst, Onkel Bräsig. Fall beendet. Muss sich halt was neues ausgedacht werden.

Aufstände stehen bevor
Nun muss ich am Ende doch noch mal auf die EM kommen... mir ist klar geworden, dass dies der letzte "normale Tag" vor einer langen Krise in NRW sein könnte, schwere Aufstände, Plünderungen, Straßenschlachten und Feuersbrünste. Möglicherweise müssen Blauhelmtruppen der UN bald unsere Innenstädte befrieden. Warum? Na, heute spielt Türkei gegen Deutschland im Halbfinale der EM. Nein, das allein hat nicht so ein Konfliktpotential. Aber! Heute ist in NRW letzter Schultag und Zeugnisvergabe. Da weiß man, dass Horden von frustrierten Jugendlichen, angefüllt mit einer explosiven Mischung aus teenage-angst und Alkohol, ohnehin schon durch die Fußgängerzonen marodieren. Nun werden die alle zu Public-Viewings gehen, sich eine extra Portion Frust, Alk und gewaltbereiten Nationalismus (in beiden Lagern!) abholen. Das überschreitet dann die kritische Masse. Eskalation. Massenpanik. Terror.
Viel Spaß dabei.
Wir lesen uns morgen wieder...

Montag, Juni 23, 2008

heimlicher Trikottausch (oder Polonium)

Also. Hab mich länger schon nicht mehr lesen lassen hier, weil der Schmerz zu groß war. Meine Favoriten, die Holländer, sind nämlich Samstag sang- und klanglos aus der EM ausgeschieden. Das war hart. Aber ich habe eine paar Erklärungsversuche.

Möglichkeit 1: heimlicher Trikottausch
Die Niederländer wurden gezwungen, mit täuschend echten Latexmasken, Perücken und deutschen Trikots gegen die Portugiesen aufzulaufen. Die Jungs in oranje (na, nu in Weiss-Schwarz) taten, trotz der ungewohnten Situation, das was sie am besten können -- sie spielten wunderbar anzuschauenden Fußball, schön offensiv und sehr erfolgreich. So zogen die vermeindlichen Deutschen eindrucksvoll souverän ins Halbfinale ein.
Was taten die Deutschen? Die, nun ja mit Hilfe der niederländischen Geiseln gut ins Halbfinale gerückt, wollten trainieren -- sie streiften sich oranje Trikots über, zogen sich ebenfalls täuschend echte Latexmasken über, und spielten als Verkörperung der Niederländischen Elf ihren gewohnten Rumpelfussball, unansehnlich und erfolglos. Um dann auch chancenlos gegen Russland auszuscheiden.
So muss es gewesen sein.

Möglichkeit 2: Polonium Attentat
Den Russen war von vorneherein klar, dass sie zwar ein gute, junge und dynamischen Mannschaft haben, aber gegen die Niederlande unmöglich würden gewinnen können. Daher griffen sie mit Hilfe des FSB in die alte Mottenkiste der Geheimdienste und schütteten den Niederländern Polonium ins Essen. Das strahlende, giftige Element vernebelte den Spielern in orange völlig die Sinne, weswegen sie so lahm, schlecht und rumpelig spielten wie sonst nur die deutschen (welche wiederum völlig auf Speed waren).
So muss es gewesen sein.

Möglichkeit 3: Realität
Die Auswahl von Deutschland hat einfach saugut gespielt und den Portugiesen gezeigt, wo Jogi die Locken hat. Und die Niederländer waren müde, aus dem Takt, niedergeschlagen von einem Schicksalsschlag in der Mannschaft und mit einer disziplinerten, dynamischen und unangenehm motivierten russischen Mannschaft schlicht überfordert.
Neee, das ist doch zu weit hergeholt.

Postskriptum: es hat dann auch noch die Italiener getroffen. Anscheinend nutzt es bei der EM nichts, ein Favorit zu sein und guten Fussball zu spielen. Die EM scheint, siehe letztes Mal mit Griechenland, ein Turnier speziell für kleine, kampfstarke Aussenseiterteams zu sein. Naja, so sei es denn.

Mittwoch, Juni 18, 2008

vor dem Viertelfinale

Die armen Rumänen. Ich find es ein wenig schade, dass die so aufopferungsvoll gefightet haben, und nun trotzdem ausgeschieden sind. Die Niederländer haben sie nicht gewinnen lassen gestern. Nein, eine "B-Elf" hat genügt um die Runmänen mit 2:0 nach hause und damit aus dem Turnier zu schicken. Das war gut für die Italiener -- denn nur so war deren Sieg gegen die Franzosen etwas wert. Auch Italien hat sich, mit ach und krach allerdings, ins Viertelfinale gerettet. In etwa so souverän wie die Deutschen...
Aber die Franzosen, ach die Franzosen. Die hatten gestern Pech: erst verletzt sich Ribery schwer (was auch noch den Bayern zu schaffen machen könnte, wenn er z.B. deswegen die Saisonvorbereitung verpasst), dann eine rote Karte, dann auch noch schlecht gespielt... naja, sie waren schlicht und einfach nicht gut genug. Aber ein wenig schade ist es schon, für die Franzosen.

Tja, nun ist heute noch die Frage ausstehend, wer aus Gruppe D als zweite Mannschaft weiterkommt, sozusagen, wer der Gegner der Niederländer im Viertelfinale wird. Es kommt zu einem Endspiel zwischen Schweden und Russland -- wobei die Schweden leicht bessere Karten haben, weil denen ein Unentschieden aufgrund des besseren Torverhältnisses reichen würde. Wir werden sehen -- in der Leistungsstärke, wie ich sowohl Schweden als auch Russland hab spielen sehen, sind beide Teams keine Gefahr für "meine" Niederländer... :-)

Was gibt es eigentlich so an Klatsch und Tratsch aus dem deutschen Lager in Ascona? Nach dem es, in der Folge des peinsamen Auftritts gegen Kroatien zu einem kleinen Streit über die Spielerfrauen gekommen war (nein, ich werde hier KEINEN Link zu Bild.de präsentieren, sicher nicht!) beziehen sich die Diskussionen derzeit eher auf medizinische Fragen. Was ist mit Frings' Rippe los und kann Poldi's Wade bis morgen halten? Ausserdem medizinisch, aber eher im Bereich Psychologie: wird Gomez' seine Scham überwinden und aus dem Bett hervorkommen, in dem er seit seinem Aussetzer vor dem Tor liegt und sich das Kissen über den Kopf zieht? Ist aus Löw nun ein Choleriker geworden? Ob er überhaupt im Viertelfinale wieder in die Nähe der Mannschaften gelassen wird (aus Sicherheitsgründen) wird heute von der UEFA entschieden. Ich bin gespannt. Für alle weiteren Fragen zur Situation im deutschen EM-Lager kann ich nur auf diese putzige Webseite verweisen: http://www.die-lage-am-lago.de/

Dienstag, Juni 17, 2008

Rumpel, Rumpel, Rumpel

Ähhh, bäähhh, würg... die deutsche Mannschaft hat sich mal wieder in die nächste Runde gerumpelt. Mit einer unwürdigen Vorstellung, die den Sport als solchen nicht gerade in schmeichelhaftem Licht erscheinen lässt, haben sie sich gegen, vor Unvermögen auch nur so strotzende, Österreicher durchgesetzt und sind nun im Viertelfinale. Mehr kann man da eigentlich nicht zu sagen, es war so einer dieser Vorfälle, bei denen man beschämt zu Boden schauen sollte. Und auch die deutschen Spieler haben nicht wirklich gejubelt -- sie haben eher den Eindruck gemacht, dass es sie furchtbar genervt hat überhaupt eine Vorrunde spielen zu müssen, wo sie doch sooooo gut sind und eigentlich direkt im Finale gesetzt sein sollten. Schlimm, wenn biederer, unansehnlicher Fußball auch noch mit Arroganz gepaart ist.
Da passte es ins Bild, dass der ja angeblich so gefasste und souveräne Löw sich nach einem Streit mit dem österreichischen Trainer auf die Tribüne verbannt sah, wo er sich erstmal bei Angela Merkel ausheulte. Ich halt ja eh nicht so viel von Löw, aber das war doch witzig zu sehen, wie die Konstruktion eines Charakters angesichts (unangenehmer) Realitäten in sich zusammenfällt. Ein nicht nur auf den Fussball beschränktes Phänomen, übrigens...
Na, immerhin scheint es für ein paar wackere Party-Freaks aus irgendeinem Grund (Alkohol?) trotzdem ein guter Abend gewesen zu sein, denn es fuhren bis noch nach 1 Uhr einige wenig (und immer die gleichen, glaub ich) Verrückte an meinem Haus vorbei, und haben mit so einem Spielzeugmegaphon "ole ole ole-ole" gebrüllt. Nervig. Sehr nervig.

Ich selber versuche wieder zur Arbeitsnormalität zurückzukehren, während ich darauf warte dass ich Nachricht von meinem Vorstellungsgespräch in Holland bekomme. Ist ein wenig doof, so in der Luft zu hängen -- zumal es mir sehr gut gefallen hat da, und ich die Stelle glaub ich ganz gern hätte. Aber mehr als warten kann man nicht, und zu viele Hoffnungen sollte man sich vielleicht auch nicht machen -- angesichts der Tatsache, dass es immer mindestens eine Person gibt, die besser als man selber ist. Oft ist es eher sogar so, dass es viele gibt, die besser sind. Hoffen und Warten. Das ist das Spiel im Moment.
Die schrägen Texte, die unsere Studierenden verfassen (und die ich korrigieren/durchsehen muss) helfen aber beim Ablenken -- wenn man erst mal so zwei, drei Stunden lang Schmarrn gelesen hat, aus dem man perfekt erkennen kann, dass in der Übung nicht aufgepasst wurde, dann ist man angenehm wütend auf gegenwärtige Dinge und kann nicht viel Hirnschmalz darauf verwenden, sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Kann ich jedem empfehlen... ;-)

Samstag, Juni 14, 2008

"Zwei mal Fussball, aber vom Feinsten, bitte!" --

"Gerne, darfs etwas mehr sein?" --
"Ja. Jaa. JAAAAAAAAAA!"

Das war Begeisterung pur gestern bei mir. Zuerstmal war natürlich schön, so zeitig von der Arbeit heim zu fahren, dass ich um 18 Uhr bereits mit Essen (Chili, mjam!) und Bier (Becks, mjam!) vor der Glotze liegen konnte. Und dieser Zustand, bis auf gelegentliche Bierflaschenwechsel, sollte bis zum späten Abend anhalten...
Und ach, was bin ich gut unterhalten worden! Die EM hat nun so richtig angefangen, es geht um was bei den Spielen. Und das hat man den Akteuren angemerkt.
Das erste Spiel, Italien vs. Rumänien -- das war ein intensiv geführtes Kampfspiel. Die Rumänen, immerhin mit Italien den Weltmeister vor der Nase, haben wacker und tapfer im Rahmen ihrer Möglichkeiten gefightet. Ich hab große Respekt vor denen, wie sich sich durch höchsten Einsatz ins Spiel gebracht haben. Und mit Mutu hatten sie einen, von dem sich Ballack noch eine Scheibe abschneiden kann. Der war überall, wurde immer gesucht und hat quasi jeden Angriff mit aufgebaut. Am Ende war er körperlich fertig. Und geistig... den er vergab den Elfmeter, der dem underdog Rumänien sicher den Sieg gegen stehend K.O. seiende Italiener gebracht hätte. So bleibt es spannend in der Gruppe, auch gut.
Dann Niederlande - Frankreich. Ein Spiel, dass schon von den Namen her eines WM-Finales würdig wäre. Und zumindest die Niederländer haben auch Weltklasseniveau gezeigt. Angefangen von einer Abwehr, die sich trotz (teilweise nur vom Kommentator herbeigeredeter) leichter Qualitätsmängel als robust und sicher erwies, über ein quicklebendiges Mittelfeld bis hin zu den Angreiferraketen Robben und van Persi, die wie Road Runner und Speedy Gonzalez die französischen Spieler zu einer blau-gekleideten Version von Carl Coyote degradierten. Die Franzosen hingegen agierten auf allen Positionen behäbig und berechenbar. Nur der Zustand von Ribery, der im Stile eines Einzelkämpfers manches mal die Niederländer ganz allein beschäftigte, kann als "Normalform" bezeichnet werden. Auch wenn, ok, Henry ein schönes Tor für die Blauen erzielte -- aber das war nicht mehr als ein kurzes Lebenszeichen. Der Rest des Spiels war oranjes Feuerwerk der Extraklasse, was sich im Ergebnis (4:1) ja auch wiederspiegelt.
Neben der offensichtlichen Stürmerstars möchte ich einen Spieler bei den Niederländern hervorheben, der mir gut gefällt: der Verteidiger Andre Ooijer von den Blackburn Rovers. Der hat so eine grundsolide, ehrliche, rauhbeinige Spielweise, dass er mir fast als würdiger Ersatz für meinen ehemaligen Lieblingsverteidiger Jaap Stam daherkommt.
Und wenn dann am Ende die Niederländer (allen voran der super-sympathische Torhüter van der Saar) zur Feier nach dem Abpfiff ihre Kinder aufs Feld holen und sich alle kreuz und quer knuddeln und herzen, dann bin ich mir sicher: wir sehen da nicht nur die beste Mannschaft und den zukünftigen Europameister 08, sondern auch die netteste Mannschaft des Turniers!